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Nach Mercedes bekennen sich auch Porsche & Jaguar zur Formel E

Nach den angekündigten Formel-E-Ausstiegen von Audi und BMW haben sich andere Hersteller öffentlich zur Elektro-Rennserie bekannt. So bekräftigten nach Mercedes auch Porsche und Jaguar ihr Commitment zur Formel E und stellten klar, weiterhin an Bord zu bleiben. Somit bleiben zumindest zwei der aktuell vier deutschen Hersteller der Meisterschaft mittel- bis langfristig erhalten.

"Wir freuen uns mitteilen zu können, dass wir weiterhin an der Formel-E-Weltmeisterschaft teilnehmen werden", sagt Porsche-Motorsportchef Fritz Enzinger. "Wir stimmen mit Mercedes überein, dass wir die aktuelle Situation zum Anlass nehmen sollten, das Potenzial dieser jungen Meisterschaft zu analysieren, damit sie in der näheren Zukunft noch stärker wird." Am Donnerstag hatte sich bereits Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff öffentlich hinter die Formel E gestellt, jedoch auch von einem "Weckruf" für die Serie gesprochen.

Enzinger erklärt, warum die Formel E für Porsche von so großer Bedeutung ist: "Porsche ist überzeugt vom einzigartigen Konzept und der großartigen Plattform, mit deren Hilfe wir die E-Mobilität fördern und neue Zielgruppen erreichen können. Die Formel E ist in der Lage, auf dem Gebiet der elektrischen Antriebe herausragende Kompetenzen zu entwickeln und zu fördern, die ihren Weg von der Rennstrecke in die Serienproduktion finden können."

Auch Jaguar bleibt der Formel E erhalten

Am Freitagabend meldete sich auch der britische Hersteller Jaguar zu Wort. Ebenfalls mittels digitalem Statement auf Twitter erklärte Teamchef James Barclay: "Es ist betrüblich erfahren zu haben, dass Audi und BMW die Formel E nach Saison 7 verlassen werden. Umso mehr freuen wir uns, im vielleicht umkämpftesten Jahr überhaupt noch einmal gegen sie antreten zu können."

"Es ermutigt uns, dass es andere Hersteller gibt, die sich langfristig zur Formel E bekannt haben. Und dass es wiederum andere gibt, die jene ersetzen werden, die diese stetig an Relevanz gewinnende Motorsport-Serie verlassen", so Barclay weiter. "Jaguar steht weiterhin vollkommen hinter seinem Formel-E-Programm, da es ein wichtiger Teil unserer Übergangsstrategie hin zur E-Mobilität und zu Jaguar Land Rovers 'Destination Zero'-Mission ist."

"Erdrutsch" scheint sich stabilisiert zu haben

Die Treuebekundungen dreier großer Hersteller dürften die Formel-E-Verantwortlichen an diesem Wochenende etwas ruhiger schlafen lassen - gerade mit Blick auf die positive Signalwirkung gegenüber dem Rest der Branche. Vor allem Jaguar hat seit Jahren finanzielle Schwierigkeiten und galt als erster potenzieller Kandidat für einen Rückzug aus der Formel E. Leichte Fragenzeichen schweben somit nur noch über Nissan. Die Japaner haben sich bislang nicht öffentlich zur Formel E bekannt, allerdings auch keine gegenteiligen Aussagen gemacht.

Mahindra verschrieb sich bereits in der vergangenen Woche langfristig der Formel E und wird auch in der Gen3-Ära ab Ende 2022 als Hersteller antreten. Und auch der Hersteller des amtierenden Meisterteams, DS Automobiles, hat keinen Grund auszusteigen und bekundete erst vor wenigen Tagen auf Nachfrage von 'e-Formel.de' hin, seine erfolgreiche Partnerschaft mit Techeetah verlängern zu wollen. Der "Erdrutsch", der die Formel E in der vergangenen Woche erschüttert hat, scheint sich wieder stabilisiert zu haben.

Foto: Shivraj Gohil / Spacesuit Media

von Timo Pape  

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