James-Calado-Panasonic-Jaguar-Racing-Valencia-Test-Chicane-Jamie-Sheldrick-Spacesuit-Media

Nach Premierensieg bereit für den Titelkampf? - Panasonic Jaguar Racing

Teil 5 unserer großen Teamvorstellungsrunde auf e-Formel.de dreht sich um die traditionsreiche britische "Raubkatze": Panasonic Jaguar Racing.

Das Team geht seit der dritten Saison in der Formel E an den Start. Jaguar übernahm damals den Startplatz des Trulli-Teams, das wegen technischer Probleme mit seinem Motomatica-Antriebsstrang die beiden ersten Rennen der zweiten Saison auslassen musste. Anschließend stieg Trulli aus der Formel E aus. Nach einer ersten "Lernsaison", die das Team auf dem zehnten und letzten Platz der Teamwertung abschloss, gehörte es in der nächsten Saison schon zu den regelmäßigen Punktekandidaten und konnte den ersten Podestplatz sowie die erste Pole-Position erzielen. Am Ende stand Platz 6 in der Teamwertung zu Buche. In Saison 5 erzielte Mitch Evans schließlich den ersten Jaguar-Sieg in der Formel E, als er Andre Lotterer in Rom niederrang. Trotz zwei weiterer Podestplätze durch Evans fiel Jaguar in der Gesamtwertung auf den siebten Platz zurück.

Teamchef ist James Barclay. Der 1978 geborene Südafrikaner kam 1999 als Trainee zu Lotus und wechselte nach seinem Abschluss in Marketing zu Bentley. Hier war er in verschiedenen Positionen tätig und verantwortete unter anderem die Marketing-Aktivitäten in Großbritannien, als Bentley nach Le Mans zurückkehrte. 2006 zog Barclay nach Singapur, wo er den Bereich PR & Marketing in der Asia-Pazifik-Region verantwortete. 2010 folgte die Beförderung zum Marketing-Chef bei Bentley - und der Umzug nach Boston. Außerdem war er für die Kommunikation des GT3-Programms verantwortlich.

Seit November 2015 leitet Barclay das Formel-E-Programm bei Jaguar. Darüber hinaus ist er Generaldirektor für Markenpartnerschaften beim Konzern Jaguar Land Rover. Er wurde 2018 bei den Testfahrten in Valencia zum neuen Vorsitzenden der "Formula E Team and Manufacturers Association" (FETAMA), der Team- und Konstrukteursvereinigung der elektrischen Rennserie, gewählt.

Jaguar setzt in der Saison 2019/20 den selbstentwickelten Jaguar I-Type 4 ein. Das Fahrzeug ist in Schwarz lackiert, zusätzlich gibt es weiterhin türkisfarbene Elemente. Neben Titelsponsor Panasonic ist auch wieder Viessmann mit Stickern auf dem Fahrzeug vertreten.

Fotos: Panasonic Jaguar Racing & Shivraj Gohil, Jamie Sheldrick, Lou Johnson / Spacesuit Media

Panasonic Jaguar Racing tritt in Saison 6 erneut mit Mitch Evans an. Sein neuer Teamkollege wird James Calado, der sein Formel-E-Debüt bestreiten wird.

Mitch Evans (#20, Neuseeland)

Mit 25 Jahren gehört Mitch Evans zu den jüngsten Fahrern in der Formel E, geht dennoch bereits in seine vierte Saison. Auch die ersten drei Jahre bestritt er mit Jaguar.

2007 saß Evans zum ersten Mal in einem Formelrennwagen, ein Jahr später gewann er die Winterserie der Neuseeländischen Formel Ford. Im folgenden Jahr wurde er Vizemeister in gleich drei Formel-Ford-Serien: in Neuseeland, Australien und im australischen Bundesstaat Viktoria. Er erhielt ein Formel-3-Cockpit für das Saisonfinale der Australischen Formel 3, wo er eines der beiden Rennen gewann und somit im Alter von 15 Jahren zum jüngsten Gewinner in der Geschichte der Rennserie wurde.

Evans gewann 2010 und 2011 die Toyota Racing Series - die höchste Monoposto-Klasse Neuseelands - und wurde 2010 mit nur einem Punkt Rückstand Vizemeister in der Australischen Formel 3. Es folgte der Wechsel nach Europa, wo er in der GP3 antrat. 2012 wurde er hier Meister vor Daniel Abt und Antonio Felix da Costa. Evans ging danach in der GP2 an den Start, die er 2014 als Vierter und 2015 als Fünfter abschloss.

Evans' Erfolgsstatistik in der Formel E:

  • 37 Rennen
  • 195 Punkte
  • 1 Sieg
  • 4 Podien
  • 1 Pole-Position
  • 1 Schnellste Rennrunde
  • 0 FANBOOSTS

James Calado (#51, Großbritannien)

Sein neuer Teamkollege James Calado begann seine Motorsportkarriere 1999 im Kartsport. Hier gewann er eine Vielzahl von Rennen und wurde unter anderem 2005 Champion in der europäischen Intercontinental-A-Meisterschaft vor Jean-Eric Vergne. 2008 wechselte er in den Formelsport, genauer gesagt in die Formel Renault. Mit zwei Siegen in vier Rennen gewann er den Titel im Formula Renault 2.0 UK Winter Cup, außerdem mit drei Siegen aus vier Rennen den Titel im Formula Junior FR2.0 Portugal. Im folgenden Jahr gewann er acht Rennen der Britischen Formel Renault 2.0 und wurde Vizemeister hinter Dean Smith.

2010 folgte der Aufstieg in die Britische Formel 3, wo Calado erneut Vizemeister wurde - dieses Mal hinter seinem Carlin-Teamkollegen Vergne. Anschließend stieg er in die GP3-Serie auf. Erneut wurde er Vizemeister - dieses Mal musste er sich Valtteri Bottas geschlagen geben. 2012 trat Calado in der GP2-Serie an. Seine Debütsaison schloss er mit zwei Siegen auf dem fünften Platz ab. In der folgenden Saison steigerte er sich auf den dritten Platz hinter Fabio Leimer sowie Sam Bird und schlug seinen Teamkollegen Daniel Abt dabei deutlich. Außerdem wurde er Testfahrer beim Formel-1-Team von Force India.

2014 verließ Calado den Formelsport und fuhr fortan in verschiedenen Rennserien Sportwagenrennen mit Ferrari. Er trat in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) für AF Corse an, in der nordamerikanischen Weathertech SportsCar Championship für SMP Racing und Risi Competizione, in der ELMS für JMW Motorsport, in der Asian Le Mans Series für CarGuy Racing und in der Blancpain GT Series für Kaspersky Motorsport. 2017 wurde er WEC-Champion in der LMGTE-Pro-Klasse, bevor er 2018/19 mit vier Siegen aus vier Rennen zum Meister in der Asian Le Mans Series avancierte. 2019 gewann er die LMGTE-Pro-Kategorie bei den 24-Stunden von Le Mans. In Diriyya wird Calado sein Formel-E-Debüt geben.

Die große Teamvorstellungsreihe auf e-Formel.de geht schon bald in die nächste Runde, wir berichten dann über Mahindra Racing.

von Tobias Wirtz  

Zurück

Einen Kommentar schreiben

NEUESTE NACHRICHTEN

James-Calado-Santiago-E-Prix-jaguar

Vor Beginn der letzten Brexit-Verhandlungsrunde: Formel E fürchtet "No Deal"

Wenige Wochen vor der letzten geplanten Brexit-Verhandlungsrunde gibt es noch immer keine Aussicht auf ein gemeinsames Handelsabkommen zwischen Großbritannien und der Europäischen Union. Die Briten traten Ende Januar aus der ...
von Tobias Bluhm
Daniel-Abt-Chile-Audi-Formula-E

Race-at-Home-Schwindel: Disqualifikation & deftige Geldstrafe für Daniel Abt

Audi-Pilot Daniel Abt wurde nach dem fünften Formel-E-Lauf der E-Sports-Serie "Race at Home Challenge" für ein bemerkenswertes Vergehen bestraft. Weil der Deutsche das virtuelle Rennen in Berlin-Tempelhof nicht selbst bestritt, sondern einen Simracer ...
von Tobias Bluhm
Race-at-home-challenge-Berlin-start-scene

Race at Home Challenge: Oliver Rowland gewinnt in Berlin

Nissan-Pilot Oliver Rowland hat den fünften Saisonlauf der "Race at Home Challenge" der Formel E gewonnen. In einem spannenden Rennen auf der virtuellen Strecke in Berlin-Tempelhof siegte er vor Mercedes-Pilot ...
von Tobias Wirtz
Berlin-Tempelhof-Lucas-di-Grassi-Audi-Sport-ABT-Schaeffler

Race at Home Challenge: Das Berlin-Rennen im Live-Stream

Saisonrennen Nummer 5 der Race at Home Challenge der Formel E steht an: Alle 24 Formel-E-Piloten sowie die "Challenger" werden dieses Mal auf der "brandneuen" Strecke auf dem ehemaligen Flughafen ...
von Tobias Wirtz