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Nach schwerem Unfall: Daniel Abt startet "komplett erholt" in Marrakesch

Die Formel E startet an diesem Wochenende in Marrakesch. Die wichtigste Nachricht aus Audi-Sicht: Daniel Abt ist nach seinem schweren Unfall in Mexiko wieder fit und bereit für den fünften Saisonlauf. Mit bislang nur einem Punkteergebnis in der laufenden Meisterschaft muss der Deutsche allmählich liefern. Teamkollege Lucas di Grassi hofft auf ein besseres Qualifying als zuletzt.

Abt war vor zwei Wochen im 1. Freien Training nach einem Kommunikationsproblem der Software in seinem Audi e-tron FE06 in die Streckenbegrenzung geknallt und musste vor dem Rennen im Krankenhaus gecheckt werden. Pünktlich zum Rennen war der Kemptener zurück an der Strecke und nahm am Rennen teil, wenn auch ohne großen Erfolg. Anschließend gönnte er sich etwas Erholung.

"Die Tage nach dem Rennen waren ganz schön hart, deshalb habe ich mir erst einmal eine Auszeit von allem genommen, um mich komplett zu erholen", sagt Abt. "Es zum Glück aufwärts, und ich bin froh, so schnell wieder fit zu sein. Ich habe jeden Tag mit meinem Physiotherapeuten zusammengearbeitet – wobei der am Anfang gar nicht viel tun konnte. Die Entzündung in meinen Muskeln musste erst einmal von selbst zurückgehen."

Nach der Enttäuschung von Mexiko, wo er 2018 seinen ersten Formel-E-Sieg feierte, gibt er sich vor dem Marrakesch E-Prix angriffslustig: "Ich hatte mir für Mexiko, das eines meiner absoluten Lieblingsrennen ist, richtig viel vorgenommen - das versuche ich jetzt halt in Marrakesch nachzuholen." Bislang lief in dieser Saison noch nicht viel zusammen für Abt. Mit acht Punkten für Position 6 in Diriyya rangiert er nur auf Gesamtplatz 17 und muss allmählich Ergebnisse für Audi abliefern.

Marokko rückte in der dritten Saison erstmals in den Kalender und wurde damals parallel zur 22. Klimakonferenz der Vereinten Nationen in Marrakesch ausgetragen. Der Kurs vor den Toren der nordafrikanischen Metropole ist eine Mischung aus permanenter Rennstrecke und öffentlichen Straßen. In der vergangenen Saison erlebte Audi ein schwieriges Wochenende: Di Grassi und Abt qualifizierten sich außerhalb der Top 10 für das Rennen und fuhren im Rennen auf die Plätze 7 und 10 vor. Ein Podiumsplatz blieb beiden Piloten beim einzigen Formel-E-Rennen auf dem afrikanischen Kontinent bisher verwehrt.

Audi will "mit beiden Jungs auf das Podium"

"Wir wollten in Mexiko angreifen, konnten aber nach einem äußerst turbulenten Tag für das ganze Team mit Lucas' sechstem Platz nur noch Schadensbegrenzung betreiben. Das haben wir abgehakt und fokussieren uns jetzt voll auf den Renntag in Marrakesch", sagt Teamchef Allan McNish. "Wir haben zu Hause in Neuburg, in der Garage an der Strecke und im Cockpit eine starke Mannschaft und wissen: Wenn wir vom ersten Training an alles zusammenbringen, können wir mit beiden Jungs auf dem Podium stehen."

Um das zu erreichen, sieht di Grassi die größte Hürde im Qualifying, denn erneut muss der Brasilianer in der tendenziell benachteiligten Gruppe 1 ran. "Mein Ziel für Marrakesch ist ein besseres Qualifying, trotz der schwierigen ersten Gruppe. Mit einem Startplatz in den Top 10 ist alles möglich", meint der Gesamtfünfte di Grassi. "Die Meisterschaft ist immer noch jung, wir haben bis jetzt vier verschiedene Sieger, nichts ist entschieden. Wichtig ist, dass wir auch punkten, wenn wir mal einen nicht so perfekten Tag erwischen."

Di Grassi durchbrach in Mexiko mit Rang 6 als erster Formel-E-Pilot die Marke von 750 Punkten in der "ewigen Punkteliste" und hat aktuell 15 Zähler Rückstand auf den Tabellenführer der laufenden Saison, Mitch Evans. In den ersten vier Rennen hat di Grassi auf der Strecke 31 Positionen aufgeholt - diesmal sollen es möglichst nicht so viele werden...

Das Rennen in Marrakesch startet am Samstag um 15 Uhr. Für die Fahrer und Teams wird es jedoch schon am Freitag ernst, denn das 1. Freie Training wurde ausnahmsweise einen Tag vorgezogen und beginnt um 16:45 Uhr - zu sehen im Live-Stream auf e-Formel.de. Am Tag nach dem Rennen findet auf der Strecke in Marrakesch zudem der Rookie-Test der Formel E statt. Für Audi werden der Südafrikaner Kelvin van der Linde und Mattia Drudi aus Italien ins Cockpit steigen (zur gesamten Nennliste).

Foto: Shivraj Gohil / Spacesuit Media

von Timo Pape  

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