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Neueinsteiger & Wegbereiter für Mercedes - HWA Racelab

Der erste Teil unserer großen Teamvorstellungsreihe auf 'e-Formel.de' dreht sich ganz um die Mannschaft, die am 15. Dezember zum ersten Mal in der Formel E an den Start geht und den Weg für das künftige Mercedes-Werksteam ebnen soll: HWA Racelab.

HWA Racelab erweitert das ursprünglich aus 20 Autos bestehende Feld der Formel E um zwei zusätzliche Fahrzeuge, bevor Porsche in der kommenden sechsten Saison abermals aufstocken wird. Teamchef der Truppe aus dem schwäbischen Affalterbach ist HWA-Vorstand Ulrich Fritz.

Im Gegensatz zu einigen anderen Teamchefs hatte Fritz keine Karriere als Rennfahrer. Der 41-Jährige kam nach seinem BWL-Studium an der FH Konstanz, das er als Diplom-Betriebswirt (FH) abschloss, im Frühjahr 2003 zu Mercedes-AMG, wo er im Eventmarketing arbeitete. 2009 stieg er zum Teamleiter des Eventmarketings und der AMG Driving Academy auf. Zwei Jahre später übernahm er die globale Marketing-Kommunikation & Branding sowie AMG Kundensport. 2013 wurde Fritz schließlich Vorstand der HWA AG. Seitdem verantwortet er den kaufmännischen Bereich und das Team-Management und stieg Ende 2016 zum Vorstandsvorsitzenden. Von 2014 bis 2018 war er zudem Teamchef des DTM-Teams von Mercedes.

HWA Racelab setzt in der neuen Formel-E-Saison den von Venturi in Zusammenarbeit mit dem Automobilzulieferer ZF entwickelten Venturi VFE05 ein. Damit ist HWA in Saison 5 neben Virgin (Audi-Antrieb) eines von zwei Kundenteams der Serie. Bei der Lackierung des Fahrzeugs dominiert Schwarz - sowohl in matt, als auch in glänzend. Zusätzlich gibt es Akzente in der neuen Unternehmensfarbe "Technical Blue".

Auch bei den Fahrern setzt HWA auf zwei Neulinge: Gary Paffett und Stoffel Vandoorne werden beim Diriyya E-Prix ihr Debüt in der elektrischen Formelrennserie geben.

Gary Paffett (#17, Großbritannien)

Der Brite Paffett ist mit 37 Jahren einer der ältesten Piloten im Starterfeld, bringt jedoch auch entsprechend viel Erfahrung mit. Bereits 1995 gewann er in der britischen TKM-Junioren-Klasse seinen ersten nationalen Meistertitel. 1997 wurde er in seiner Formelsport-Debütsaison Meister in der Winter-Series der britischen Formel Vauxhall Junior. Ein Jahr später schrieb er Geschichte in der Serie: In der B-Klasse der Meisterschaft gewann er 13 von 13 Rennen mit 13 Pole-Positions und 13 schnellsten Rennrunden. Im folgenden Jahr siegte er in der "großen" Formel Vauxhall Junior und erhielt den prestigeträchtigen McLaren Autosport BRDC Young Driver of the Year Award.

Im folgenden Jahr wechselte er in die Britische Formel 3, wo er die mit älteren Fahrzeugen bestrittene Scholarship Class dominierte und mit 13 Siegen, 13 Pole-Positions und 13 schnellsten Runden in 14 Rennen Meister wurde. 2002 gewann er mit dem Team Rosberg den Titel in der Deutschen Formel-3-Meisterschaft, bevor er im folgenden Jahr in die Formel 3000 wechselte - den Vorgänger der Formel 2.

Sein Team zog sich jedoch schon nach dem ersten Rennen aus der Serie zurück, sodass Paffett sein Cockpit verlor. Sein Team aus der Formel 3 verpflichtete ihn als Fahrer für die DTM, wo er mit einem Vorjahreswagen überzeugte und für das Jahr 2004 bei HWA ein aktuelles Fahrzeug zur Verfügung gestellt bekam. Nach dem Vizemeistertitel 2004 wurde er 2005 Meister. Im folgenden Jahr wurde Paffett Testfahrer bei McLaren-Mercedes in der Formel 1 - ein Job, den er zehn Jahre behalten sollte. 2016 wurde er wieder Formel-1-Testfahrer, dieses Mal für Williams. In seiner letzten DTM-Saison 2018 gewann er seinen zweiten Meistertitel der Serie, außerdem war er für Venturi bei der Entwicklung des Formel-E-Antriebs für die Saison 2018/19 involviert.

Stoffel Vandoorne (#5, Belgien)

Stoffel Vandoorne ist mit 26 Jahren einer der jüngeren Piloten in der Formel E. Der Belgier saß 1998 zum ersten Mal im Kart, wo er 2009 Zweiter bei den Kartweltmeisterschaften in der Klasse KF2 wurde. 2010 wechselte er in den Formelsport und gewann dort auf Anhieb den F4 Eurocup 1.6, eine Nachwuchskategorie der Renault World Series. 2012 wurde er Meister in der nächsthöheren Kategorie, dem Formel Renault 2.0 Eurocup. Sein Weg führte ihn anschließend in die Formel Renault 3.5, außerdem wurde er in den Förderkader des Formel-1-Teams von McLaren aufgenommen. Er wurde Vizemeister hinter Kevin Magnussen, der ebenfalls im McLaren-Förderkader war. Vandoorne wurde Testfahrer bei McLaren und stieg gleichzeitig in die GP2-Serie auf, wo er ebenfalls Vizemeister wurde. In der folgenden Saison dominierte er die Serie und wurde mit 16 Podestplatzierungen in 21 Rennen souverän Meister.

Da die McLaren-Cockpits in der Formel 1 an die Ex-Weltmeister Fernando Alonso und Jenson Button vergeben waren, bestritt Vandoorne mit Unterstützung von McLarens Motorenlieferant Honda 2016 die Super Formula in Japan. Hier belegte er am Saisonende Platz 4, außerdem vertrat er beim Großen Preis von Bahrain den verletzten Alonso. Es gelang ihm, mit dem zehnten Platz bei seinem ersten Grand Prix sofort einen Punkt zu erzielen. Nach dem Rücktritt von Button fuhr Vandoorne 2017 und 2018 an der Seite von Alonso für McLaren, wo ihm jedoch größere Erfolge verwehrt blieben. Zwei siebte Plätze waren seine besten Resultate in der "Königsklasse". Neben seinem Formel-E-Engagement bei HWA ist Vandoorne Simulatorfahrer beim Mercedes-Formel-1-Team.

Verpasse nicht den zweiten Teil unserer großen Teamvorstellungsreihe auf e-Formel.de - morgen früh geht es weiter mit BMW i Andretti Motorsport.

von Tobias Wirtz 

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