Rowland-Nissan-Start

Nissan mit erneuten Problemen in Paris: "Glück ist einfach nicht auf unserer Seite"

Nach dem achten Rennen der Formel-E-Saison 2018/19 blickt auch das japanisch-französische Team Nissan e.dams auf einen hochdramatischen Paris E-Prix zurück. Im ersten Regenrennen der Geschichte der Elektrorennserie sammelten sowohl Oliver Rowland als auch Sebastien Buemi weitere Führungskilometer für den Rennstall um Jean-Paul Driot und Michael Carcamo. Trotzdem konnte das Duo nach 32 Runden in der französischen Hauptstadt keinen Punkt im Rennen erzielen. Der Frust im Team wächst.

"Wir wissen, dass wir die Pace haben. Aber das Glück ist in dieser Saison einfach nicht auf unserer Seite", beschwert sich Sebastien Buemi nach dem Rennen gegenüber 'e-Formel.de'. "Wir schauen jetzt natürlich auf Monaco, wo ich schon die ersten beiden Ausgaben des E-Prix gewonnen habe. Heute bin ich aber einfach enttäuscht. Auch den Jungs tut das Ergebnis weh."

Der Schweizer führte insgesamt zehn Runden in Paris an, ehe er mit einem schleichenden Plattfuß zum ungeplanten Reifenwechsel in die Boxengasse abbiegen musste. Zuvor war er im Positionskampf beim Versuch einer Attack-Mode-Aktivierung mit dem Virgin-Piloten und späteren Rennsieger Robin Frijns aneinandergeraten. "Robin hat mich am Hinterrad berührt", erinnert sich Buemi. Beim Kontakt knickte das Luftventil seines rechten Hinterreifens um, der daraufhin stetig an Luft verlor. "Er hat das Rad an genau der richtigen Stelle getroffen. Ich wurde immer langsamer und musste irgendwann an die Box gehen."

Bei der Einfahrt in die Boxengasse wurde Buemi zudem von den FIA-Regelhütern "geblitzt". Telemetriedaten zeigten, dass er mit stolzen 62 km/h in die Box eingebogen war - erlaubt waren wie immer maximal 50. Als Konsequenz musste der Schweizer bei einer Durchfahrtsstrafe ein weiteres Mal die 547 Meter lange Boxengasse entlangfahren. Zudem bekam er einen Strafpunkt. Am Ende des E-Prix überquerte er den Zielstrich eine Runde hinter dem Führenden als 15.

Rowland nach Verbremser in der Wand

Auch Buemis Teamkollege Rowland, der nach einer Strafe gegen den eigentlichen Pole-Sitter Pascal Wehrlein den E-Prix vom ersten Startplatz aufnahm, musste in Paris einen herben Rückschlag einstecken. Bereits in der ersten Rennrunde rutschte er mit blockierenden Rädern in die TecPro-Barriere von Kurve 10. "Ich weiß noch nicht, was passiert ist", erklärte uns Rowland direkt nach dem Rennen. "Vielleicht habe ich einen Fehler gemacht, oder etwas ist mit dem Auto passiert."

Rowland weiter: "Nach dem Unfall war das Auto weiterhin super schnell, aber ich hatte zu viel Boden verloren. Später hatte ich noch einen weiteren Kontakt, nachdem mein Frontflügel beschädigt war. Ab da habe ich das Auto nur noch ins Ziel gerettet. Ohne den letzten Unfall wäre ich sicherlich in die Punkte gefahren. So fühlt es sich aber nur an wie ein Tag voller verpasster Chancen." Der Brite verspricht: "Wir werden natürlich hart arbeiten, damit wir in Monaco wieder angreifen können."

Crash erinnerte an Santiago-Unfall

Rowlands Unfall in der Startphase des E-Prix erinnerte in seiner Entstehung an den Buemi-Crash beim E-Prix in Santiago, als der Schweizer nach einem ähnlichen Verbremser die Führung in Chile verlor. Buemis Unfall hing wohl mit einer Fehlfunktion des von Nissan in dieser Saison eingesetzten "Doppelmotors" zusammen, gegen den mehrere Teams in den letzten Wochen und Monaten lobbyierten.

Ob auch Rowlands Crash mit dem Antriebskonzept zu tun hat, ist derzeit noch offen. "Wir werden uns die Daten genau anschauen und untersuchen, was mit Oliver passiert ist", erklärt Nissans Motorsport-Direktor Michael Carcamo. "Natürlich sind wir bitter enttäuscht, aber wir haben wieder bewiesen, dass wir sehr schnell sein können. Die Formel E ist in diesem Jahr mit acht Siegern in acht Rennen sehr konkurrenzfähig. Wir wollen erreichen, dass auch unsere Jungs auf der Siegerliste stehen."

Trotz des erneut guten Speeds nimmt Nissan lediglich drei Punkte für Rowlands Pole-Position aus Frankreich mit. Der 26-Jährige beendete den E-Prix auf Platz 12. Die nächste Chance auf Punkte bietet sich für das Team, das in der Teamwertung nur auf Platz 7 rangiert, bereits in weniger als zwei Wochen. Am 11. Mai 2019 findet im Fürstentum Monaco der neunte Lauf der aktuellen Saison statt.

von Tobias Bluhm 

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