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Offiziell: BMW verpflichtet Formel-E-Fahrer Maximilian Günther für Felix da Costa

Große Neuigkeiten zum Wochenstart: BMW hat am Montagnachmittag offiziell bekanntgegeben, den deutschen Formel-E-Fahrer Maximilian Günther unter Vertrag genommen zu haben. Der 22-jährige Allgäuer wechselt damit vom Hinterbänkler-Team Dragon Racing zum deutschen Premiumhersteller und ersetzt dort den bisherigen Nummer-1-Fahrer Antonio Felix da Costa. Der Portugiese, den BMW nach jahrelanger Zusammenarbeit offiziell verabschiedet, wird aller Voraussicht nach in Kürze beim amtierenden Meisterteam DS Techeetah als Nachfolger von Porsche-Pilot Andre Lotterer vorgestellt.

"Es ist großartig, nun ein Teil von BMW i Motorsport zu sein", sagt Günther. "BMW i Andretti Motorsport hat eine starke Debütsaison in der Formel E gezeigt, konnte aus dem Stand gewinnen und bis zum Schluss um den Titel kämpfen. Für mich ist dieser Wechsel deshalb in jedem Fall ein super Schritt. Es ist toll, wieder für BMW zu fahren. Dort hat 2011 für mich im Formelsport alles begonnen."

Für BMW Motorsport ist Günther kein Unbekannter: 2011 startete er seine Formel-Karriere im Formel BMW Talent Cup – dem damaligen Nachwuchs-Förderungsprogramm von BMW – und kam auf den zweiten Platz. Es folgten zahlreiche erfolgreiche Stationen im Formel-Rennsport.

"Ich freue mich auf die Rückkehr von Maximilian Günther in die BMW-Familie", sagt BMW-Motorsport-Direktor Jens Marquardt. "Wir haben seine Leistungen schon in der vergangenen Saison sehr genau verfolgt. Maximilian hat es regelmäßig geschafft, das Maximum aus seinem Fahrzeug-Paket herauszuholen. So konnte er einige beachtliche Ergebnisse erreichen. Einen Fahrer mit BMW-Formel-Vergangenheit im Team zu haben, das passt sehr gut."

Günther konnte in der vergangenen Saison auf verschiedenen Ebenen überzeugen und lenkte so den Fokus mehrerer Teams auf sich. Im unterlegenen Dragon fuhr er zwei Top-5-Ergebnisse ein, mit denen er sich klar gegen seinen hochdekorierten Teamkollegen Jose Maria Lopez durchsetzte - obwohl er drei Rennen weniger bestritt. Zudem behielt er bei der fragwürdigen Personal-Rochade Jay Penskes einen kühlen Kopf und lieferte - Günther musste sein Cockpit zwischenzeitlich an Felipe Nasr übergeben wusste nie so recht, ob der das nächste Rennen überhaupt bestreiten würde. Offenbar überzeugte der Youngster auch beim Testen, sodass BMW ihn letztlich für die Saison 2019/20 verpflichtete.

Fahrer Nummer 2 weiterhin unbekannt, Felix da Costa verabschiedet

Wer an der Seite von Günther bei BMW starten wird, ist derzeit noch ungewiss. Die besten Chancen werden weiterhin Alexander Sims eingeräumt, der bereits die vergangene Formel-E-Saison für die Münchener bestritten hatte. Sims testete das neue Auto noch vergangene Woche auf dem französischen Circuit de Miramas. Dass BMW im Zuge der Verpflichtung von Günther jedoch kein Wort über Sims oder einen anderen potenziellen Teamkollegen verliert, spricht dafür, dass bislang offenbar noch keine Einigkeit erzielt werden konnte.

Fest steht nun hingegen, dass Felix da Costa seinen langjährigen Arbeitgeber, bei dem er seit 2014 einen Werksvertrag hatte, verlassen hat. "Herzlichen Dank an Antonio für die gute Zusammenarbeit in der vergangenen Formel-E-Saison und in den insgesamt sechs Jahren als BMW-Werksfahrer in der DTM, der WEC, im GT-Sport und in der Formel E. Wir hatten gemeinsam eine gute Zeit, waren uns nun aber einig, dass beiden Seiten eine Veränderung gut tut. Jetzt wünschen wir ihm auf seinem neuen Weg alles Gute."

Felix da Costa selbst äußert sich wie folgt: "Ich war immer glücklich und stolz, ein Teil der BMW-Familie zu sein. BMW Motorsport hat mir die Chance gegeben, mich in vielen verschiedenen Rennfahrzeugen zu präsentieren und unglaublich viel zu lernen. Danke auch an BMW i Andretti Motorsport für eine tolle und intensive gemeinsame Zeit in der Formel E. Auch wenn ich mich nun neuen Herausforderungen stelle, werde ich immer gerne an die Zeit bei BMW zurückdenken."

Wann BMW sein Fahrzeug sowie seinen zweiten Piloten präsentieren wird, ist noch nicht bekannt. Nach unseren Informationen könnte die Vorstellung in der Woche vor den kollektiven Vorsaison-Testfahrten von Valencia ab dem 7. Oktober stattfinden. In Spanien wird sich im direkten Vergleich mit der Konkurrenz auf der Strecke zeigen, wie stark der neue BMW wirklich ist. Einen klaren Aufstieg für Günther bedeutet der Wechsel zum Automobilgiganten aber allemal. Und vielleicht kann er ja in der kommenden Saison sogar erstmals um Podiumsplätze oder gar Siege kämpfen.

Foto: BMW Motorsport

von Timo Pape 

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Kommentar von EffEll |

Das freut mich sehr für ihn. Gerade nach dieser letzten Saison, in der er entgegen aller Widrigkeiten in den meisten Situationen einen kühlen Kopf bewahrte und zudem nie schlecht über seinen Arbeitgeber sprach, obwohl er wohl allerhand Gründe dafür gehabt hätte. Endlich macht sich seine harte Arbeit bezahlt. Glückwunsch zu diesem prestigeträchtigen Werkvertrag! Ich hoffe der BMW iFE.19 wird konkurrenzfähig und kann um den Titel mitfahren.

Kommentar von Simon |

Das hat er sich durch seine guten Leistungen in der letzten Saison verdient. Ist schon nicht sehr einfach so einen erfahrenen Fahrer wie Lopez zu schlagen. Ich bin aber schon sehr verwundert darüber, dass Da Costa nicht mehr bei BMW ist. Ich hätte eher erwartet das er noch bei BMW bleibt, er war ja nicht um sonst Werksfahrer, und bei der Aufbauarbeit mitarbeitet. Ich denke BMW wird auf lange Sicht an Teechetah vorbeiziehen.

Kommentar von EffEll |

Da DS Techeetah aufgrund Lotterers Weggang einen potenten zweiten Fahrer benötigten, werden sie sich die Verpflichtung einiges kosten lassen haben. Daher denke ich war es eine rein finanzielle Entscheidung seitens Da Costa. Ansonsten nehmen sich beide Teams in Hinsicht deren Potenzials nicht viel. Beides sind Werksteams großer Automobilhersteller und da hat PSA ggü BMW kaum weniger Ressourcen. Zudem hat DS Techeetah wesentlich mehr Erfahrung. Allerdings wird es Da Costa wohl extrem schwer haben, sich gegen Vergne durchzusetzen. Von dem Standpunkt aus wäre BMW vielleicht doch die bessere Option gewesen. Deshalb wird er sich den Wingman-Posten wohl fürstlich entlohnen lassen ;-)

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