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Offiziell: Formel-E-Saison 2019/20 vorübergehend ausgesetzt

Wie erwartet hat die Formel E am Freitagmorgen bekanntgegeben, dass die laufende Saison 2019/20 vorübergehend für zwei Monate ausgesetzt wird. Grund dafür ist die Coronavirus-Pandemie, die die Organisation von Veranstaltungen in Stadtzentren schwer beeinträchtigt. Damit sind nach Sanya, Rom und Jakarta auch die Rennen in Paris und Seoul vorerst vom Tisch.

Die Entscheidung sei in Abstimmung mit den zuständigen lokalen Behörden getroffen worden, nachdem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) COVID-19 vor wenigen Tagen offiziell zur Pandemie erklärt hatte. Das Wohlergehen des Betriebspersonals, der Zuschauer und der gesamten Belegschaft der Meisterschaft stehe an erster Stelle. Deshalb habe man diese Vorsichtsmaßnahme getroffen und die Rennen während des festgelegten Zeitrahmens eingeschränkt.

In einer Pressemitteilung erklärt die Formel E: "Die Serie führt ein Flaggensystem ein, das traditionell im Motorsport verwendet wird, um verschiedene Phasen und Zeitfenster zu bestimmen, in denen die Rennen neu sortiert werden oder unverändert bleiben könnten. Rot steht für keine Rennen, Gelb bedeutet, dass es Möglichkeiten gibt und bei Grün geht es wie geplant voran."

"Grüne Flagge" für Berlin E-Prix

Die Monate März und April seien nach dieser Logik mit roten Flaggen gekennzeichnet, während der Mai derzeit als gelbe Flagge kategorisiert ist. Die Monate Juni und Juli erhalten derzeit die grüne Flagge, sollte sich die Situation verbessern und stabilisieren. Die Rennwochenenden in Berlin, New York und London sollen demnach weiterhin stattfinden.

Bemerkenswert an dieser Stelle: Der am Montag abgesagte Jakarta E-Prix (6. Juni) wäre eigentlich in die Kategorie "grüne Flagge" gefallen. Umso näher liegt der Verdacht, dass die Absage des Rennens in Indonesien nicht nur wegen des Coronavirus abgesagt wurde, wie wir bereits in einem Kommentar spekulierten.

"Es ist jetzt an der Zeit, verantwortungsbewusst zu handeln, und deshalb haben wir beschlossen, die Saison vorübergehend auszusetzen und Maßnahmen zu ergreifen, um die Rennen in den nächsten zwei Monaten nicht fortzusetzen", sagt Formel-E-Gründer Alejandro Agag.

Gesundheit & Sicherheit "noch wichtiger" als Motorsport

"Der Motorsport spielt eine wichtige Rolle in unserem Leben und er ist wichtig, aber noch wichtiger ist die Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeiter, der Fans und ihrer Familien sowie der Bürger in den Städten, in denen wir Rennen fahren", so der Spanier weiter. "Die ABB FIA Formel E-Meisterschaft wird wieder mit voller Energie starten, sobald die anhaltende Gesundheitskrise und die Verbreitung von COVID-19 abgeklungen sind."

In Zusammenarbeit mit der FIA und den lokalen Behörden an den jeweiligen Veranstaltungsorten will die Formel E die Situation genau beobachten und Möglichkeiten zur Organisation und Verlegung von Rennen nach der vorübergehenden Suspendierung prüfen.

Es ist aktuell davon auszugehen, dass die letzten drei Rennwochenenden der Saison - Berlin, New York und London - jeweils als "Double-Header" mit zwei Rennen an einem Wochenende ausgetragen werden. Realistische Chancen auf einen Nachholtermin haben laut 'The Race' aktuell nur die E-Prix in Rom und Seoul. Eine Rückkehr Jakartas sei unwahrscheinlicher, könne aber durchaus in Saison 7 passieren. In jedem Fall erwartet uns nun eine mehr als dreimonatige Pause bis zum 21. Juni, dem geplanten Datum des Berlin E-Prix.

Foto: Lou Johnson / Spacesuit Media

von Timo Pape  

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