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Offiziell: Formel-E-Pilot Nico Prost verlässt Renault e.dams

Nico Prost verlässt die Formel E! Wie das Team am Dienstagmittag bestätigte, wird der Franzose den Rennstall nach knapp vier Jahren, 43 E-Prix-Starts und drei Rennsiegen für Renault e.dams nach dem New-York-Saisonfinale im Juli verlassen. Prost startete seit 2014 für die Equipe, die die technische Leitung von Renault nach der aktuellen Formel-E-Saison an Allianzpartner Nissan übergeben wird. Die Formel-E-Zukunft von Prosts Teamkollege Sebastien Buemi bleibt indes weiterhin ungewiss, wenngleich ein Verbleib beim Team derzeit als wahrscheinlich gilt.

"Nico war eine unserer wichtigsten Säulen seit der Gründung des Teams", bedankt sich Teambesitzer Jean-Paul Driot bei Prost. "Wir haben eine tolle Zeit gehabt und gemeinsam drei Konstrukteurstitel feiern können. Mit dem Beginn eines neuen Kapitels in der Formel-E-Geschichte wird es nun Zeit für einen Wechsel. Wir alle wünschen Nico den größtmöglichen Erfolg in seiner zukünftigen Karriere."

Als Hintergrund der Trennung benennt Driot die "häufig frustrierende" aktuelle Saison, in der Prost gerade einmal sieben Zähler sammeln konnte und seit dem Mexiko City E-Prix im März ohne Punkte blieb. Teamintern schaffte es Prost nur in zwei von zehn Rennen vor Buemi ins Ziel. Im Qualifying-Duell steht es 9:1 für den Schweizer, der nach einer ebenfalls schweren Saison mit 92 Punkten auf Gesamtrang 4 steht. Die fehlenden Ergebnisse dürften nun Prosts Aus in der Elektroserie besiegelt haben, wenngleich Nissan voraussichtlich ohnehin einen eigenen Fahrer ins Team gebracht hätte.

"Es war mir eine große Ehre, gemeinsam mit Renault e.dams in den letzten vier Saisons gearbeitet zu haben", sagt Prost selbst. "Ich blicke auf viele gute Erinnerungen zurück, beispielsweise meine drei Rennsiege oder die Teamtitel in den ersten drei Saisons. Natürlich ist es schade, dass dieses Jahr nicht so lief wie erhofft, aber für uns ist es wohl das Beste, wenn wir von nun an getrennte Wege gehen."

Bewegung auf dem Fahrermarkt

Es wird davon ausgegangen, dass Prost bereits in der Vergangenheit mit mehreren Formel-E-Teams verhandelt haben könnte und derzeit aktiv nach einer Alternative für die nächste Saison sucht. Der 36-Jährige saß bereits im Gen-2-Testfahrzeug von Nissan und machte erste Erfahrungen im neuen Renner für die nächste Saison. "Ich wünsche e.dams alles Glück dieser Welt", schließt Prost, "und hoffe, dass ich schon bald mein neues Programm ankündigen kann."

Die Prost-Meldung dürfte erneut für Bewegung auf dem Fahrermarkt sorgen. Vor der richtungsweisenden Formel-E-Saison 2018/19 werden möglicherweise Cockpits bei Nissan, BMW, Mahindra, NIO, Venturi und HWA frei, hinzu kommt ein potenzieller Fahrertausch bei Dragon. Bei hochkarätigen Namen wie Nico Müller, Bruno Spengler oder Maximilian Günther, die seit Monaten bei verschiedenen Teams anklopfen, könnte es für Prost trotzdem schwer werden, noch einen Platz für die nächste Saison zu finden.

Der New York E-Prix 2018 wird vorerst der letzte E-Prix für Nico Prost in den blauen e.dams-Teamfarben. Der Sohn des viermaligen Formel-1-Weltmeisters Alain, der bis zuletzt ebenfalls für e.dams arbeitete, wird beim Saisonfinale einer von nur sechs Fahrern werden, die bis dato an jedem Formel-E-Rennen der ersten Generation teilgenommen haben.

von Tobias Bluhm 

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Kommentar von Simon |

Tut mir ja sehr leid für Prost, aber es war unvermeidlich. Seine Leistungen in dieser Saison waren einfach nicht gut genug. In einem so starken Auto muss man einfach mehr als 7 Punkte holen. Auch in der letzten Saison waren seine Leistungen nicht so gut wie es der Gesamtstand ausgesagt hat. Er hat gefühlt sehr viel von Strafen, Unfällen oder plötzlichen Problemen der Konkurrenz in den Top Zehn profitiert. Von der Pace her war er aber nicht vorne dabei. Bin mal gespannt, ob er für nächste Saison noch ein Cockpit bekommt. Wünsche ihm noch viel Glück für die Zukunft.

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