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Offiziell: Nio 333 verpflichtet Daniel Abt für Formel-E-Saisonfinale in Berlin

Am Montag haben wir bereits gemunkelt, nun ist es offiziell: Daniel Abt kehrt bereits zum Saisonfinale Anfang August in die Formel E zurück. Das chinesische Team Nio 333 bestätigte am Mittwochmittag, den eigentlichen Stammfahrer Ma Qing Hua bei allen sechs Rennen in Berlin-Tempelhof durch Abt zu ersetzen.

Abt ist "extrem happy" über die Entscheidung seines neuen Teams Nio: "Ich habe den Rennsport und die Formel E immer geliebt. Deshalb ist die Gelegenheit, die sechs Finalrennen - meine Heimrennen - bestreiten zu dürfen, super spannend. Auch weil ich dadurch weiterhin an jedem einzelnen Formel-E-Rennen teilgenommen haben werde", sagt der 27-Jährige Kemptener.

Abt wird wie am Dienstag berichtet den erfolglosen Ma ersetzen, der unter anderem aufgrund von Reiseeinschränkungen nicht nach Berlin reisen wird. Mit Blick auf seine Audi-Anstellung in den vergangenen drei Jahren hofft Abt, dem Hinterbänkler-Team der Formel E helfen zu können: "Ich habe eine Menge Erfahrung und Input für das Team. Ich werde alles dafür tun, gemeinsam mit Oliver (Turvey) starke Ergebnisse zu erzielen."

Dabei dürfte ihm die Strecke durchaus entgegenkommen, denn Abt hat in der Vergangenheit unter anderem durch seinen Sieg 2018 bewiesen, dass mit ihm in Tempelhof immer zu rechnen ist. "Berlin ist eine großartige Location für mich. Ich habe tolle Erinnerungen daran, und natürlich ist ein Heimrennen immer etwas Besonderes. Die Fans werde ich natürlich vermissen, aber ich hoffe, sie werden an den Bildschirmen zu Hause ein paar spannende Rennen erleben."

"Als mir die Möglichkeit offeriert wurde, dass Daniel Abt für uns in Berlin startet, fand ich das sehr interessant", erklärt Nio-333-CEO Vincent Wang. "Allerdings haben die Vorkommnisse in der Race at Home Challenge mit ihm ziemlich hohe Wellen geschlagen und lassen zwei verschiedene Ansichten zu. Am Ende haben wir uns aber nach Gesprächen mit einigen Schlüsselfiguren im Paddock entschieden, Daniel Abt die Chance zu geben, in die Formel E zurückzukehren. Wir heißen ihn herzlich willkommen und hoffen, dass uns der 'Home Hero' noch mal einen Schub gibt, diese außergewöhnliche Saison mit Stil zu beenden."

Abt: "Für mich geht es nicht um Revanche"

Audi hatte Abt vor wenigen Wochen suspendiert, nachdem er bei der Race at Home Challenge einen professionellen Simracer ans Steuer gelassen hatte und somit den Wettbewerb manipulierte. Die Trennung sorgte aufgrund ihrer Kuriosität weltweit für Schlagzeilen. Dass Abt so schnell in die Formel E zurückkehren würde, hätte wohl kaum jemand erwartet.

Seinen Fauxpas in der Race at Home Challenge bereut Abt zutiefst: "Natürlich, ja. Das war ein Fehler, und ich habe die volle Verantwortung dafür übernommen. Aber nun ist es Zeit für mich, nach vorn zu schauen und zu dem zurückzukehren, was ich am meisten liebe: Rennen fahren. Deshalb bin ich sehr glücklich darüber, dass Nio mir diese Chance gibt und mir dieses Vertrauen entgegenbringt."

Dass Abt in Berlin mit seinem Ex-Arbeitgeber Audi ins Duell gerät, ist durchaus möglich, wenngleich Nio von der Pace her wohl nicht mit Audi wird mithalten können. Rache-Gelüste verspürt Abt aber keinesfalls: "Nein, für mich geht es nicht um Revanche, denn ich hege keinen Groll gegen irgendjemanden. Ich möchte einfach nur das Maximum für das Team herausholen und dabei helfen, die Saison zu einem guten Ende zu bringen."

Sollte Abt in Berlin gute Ergebnisse liefern und womöglich sogar seinen starken Teamkollegen Turvey schlagen, wäre er für Nio sicherlich auch eine Option für Saison 7. Bisher gibt es diesbezüglich aber keine konkreten Pläne. "Es ist zu früh, etwas dazu zu sagen", sagt Abt. "Erst einmal liegt jetzt der Fokus darauf, Saison 6 auf einem Hoch zu beenden. Danach sehen wir, was die Zukunft bringen wird."

Mitte Juli wird Abt in Großbritannien erste Testfahrten im FE-005 von Nio absolvieren. "Es gibt viele Dinge zu lernen, und ich muss mich dem Team anpassen und an die neuen Kollegen gewöhnen. Die Arbeitsweise und die ganzen Systeme sind natürlich komplett neu für mich. Wir werden die Zeit nutzen, so gut es geht. Persönlich werde ich mich mental und physisch auf die Herausforderung vorbereiten, sechs Rennen quasi direkt nacheinander zu fahren." Ernst wird es für Abt am 5. August, dem ersten Lauf des Berliner Sechserpacks.

Foto: Shivraj Gohil / Spacesuit Media

von Timo Pape  

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Kommentar von EffEll |

Das freut mich für ihn! Zudem ist es m.W. ein absolutes Novum in der FE, eine komplette Saison nahtlos bei zwei verschiedenen Teams absolviert zu haben.
Normalerweise müssten etwaige eingefahrene Zähler ja weiterhin auf sein Punktekonto gehen, oder?

Kommentar von Derbe_klopp_te |

In der Formel1 ist das früher auch passiert und jeder durfte seine Punkte behalten.
Daher gehe ich davon aus, dass das auch für Abt gilt.
Würde mal sagen, er fährt dort um seine Zukunft. Jetzt heißt es liefern und ggf ein noch freies Cockpit für nächstes Jahr sichern.

Kommentar von Tobias Wirtz |

Ja, sein Punktekonto von Audi bleibt erhalten. Aber das gab es schon einmal in der Formel E, bei Stephane Sarrazin in Saison 3: Die ersten 6 Rennen fuhr er für Venturi und wechselte dann zu Techeetah.

Kommentar von moortaube |

Schön zu sehen, dass sich die Gerüchte bestätigt haben!
Gestern im twitch-Stream hat Daniel auch gezwinckert, als es darum ging.

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