Porsche-Formula-E-Testing-Valencia

Porsche in Valencia: 844 Kilometer Formel-E-Erfahrung, aber noch nicht ganz auf Tempo

Das neue deutsche Formel-E-Team TAG Heuer Porsche hat sich erstmals direkt mit der Konkurrenz gemessen und drei intensive Testtage auf dem Circuit Ricardo Tormo nahe Valencia absolviert. Bei der Generalprobe für die Debütsaison 2019/20 hat die Einsatzmannschaft um Neel Jani und Andre Lotterer wertvolle Erfahrungen gesammelt, auch wenn es von der reinen Pace her nur zum zehnten Platz unter den Teams reichte. Dem anderen neuen Team, Mercedes, erging es jedoch ähnlich.

Das Programm beim offiziellen Formel-E-Test in Valencia bestand zu großen Teilen aus Tests von unterschiedlichen Fahrzeugeinstellungen sowie Simulationen von Qualifikation und Rennen. Das Team hatte erstmals die Gelegenheit, mit beiden Porsche 99X Electric die operativen Abläufe an einer Rennstrecke zu testen und zu optimieren. Insgesamt legte Jani 119 Runden und damit rund 368 Kilometer auf dem Circuit Ricardo Tormo zurück. Lotterer drehte 154 Runden und kam damit auf insgesamt 476 Kilometer.

"Am ersten Tag sind wir relativ viel gefahren. Es lief gut, aber wir haben dennoch offene Punkte am Auto entdeckt, die noch Verbesserungspotenzial haben", gibt Lotterer rückblickend zu. "Am zweiten Tag haben wir leider Zeit auf der Strecke verloren, da ich die Wand in der Schikane berührt habe und es ein wenig gedauert hat, das Auto zu reparieren. Daher konnte ich leider nicht am Simulationsrennen teilnehmen, habe das aber am dritten Tag nachgeholt."

"Alles in allem haben wir uns auf unser Programm fokussiert und uns nicht nur auf die Rundenzeiten konzentriert, da wir bewusst viel Arbeit in unterschiedliche Fahrzeugeinstellungen investiert haben, um möglichst viele Dinge auszusortieren und bestens vorbereitet nach Riad reisen zu können", so Lotterer, der die Testwoche tagesübergreifend als 19. beendete.

Jani: "Noch nicht dort, wo wir am Ende sein wollen"

Teamkollege Jani war letztlich rund drei Zehntelsekunden langsamer und musste sich mit Rang 22 zufriedengeben. "Wir haben mit jeder Runde etwas dazugelernt und viele Lösungen gefunden", resümiert der Schweizer. "Gleichzeitig wurden aber auch wieder einige neue Fragen aufgeworfen. Es ist ein sehr intensiver Lernprozess. Die Rennsimulationen waren für uns sehr interessant und hilfreich. Letztlich sind wir aber noch nicht dort, wo wir am Ende sein wollen - zumindest auf dieser Strecke. Dennoch haben wir Fortschritte gemacht und sind positiv, dass wir daraus für unser erstes Rennen in Riad lernen."

Pascal Zurlinden, Gesamtprojektleiter Werksmotorsport bei Porsche, zieht ein vorsichtig positives Fazit: "Es war das erste Aufeinandertreffen mit allen anderen Teams und auch das erste Mal, dass unsere komplette Einsatzmannschaft die Rennabläufe mit zwei Fahrzeugen einstudieren konnte. Die ersten beiden Tage wurden durch zwei kleine Unfälle verkürzt. Entsprechend mussten wir die Programme ein wenig anpassen und Kompromisse eingehen."

"Der Freitag lief wirklich gut. Wir konnten das gesamte Programm abspulen. Für uns war es diese Woche sehr wichtig zu lernen, wie man am Rennwochenende mit anderen Fahrzeugen auf der Strecke umgeht. Entsprechend waren vor allem die beiden Rennsimulationen sehr lehrreich", erklärt Zurlinden und weiß: "Wir nehmen nun unsere Hausaufgaben mit und werden dann bereit für unser Formel-E-Debütrennen in Riad sein, worauf wir uns sehr freuen."

Die gesammelten Daten aus Valencia werden in den verbleibenden Wochen bis zum Saisonstart bei Porsche Motorsport in Weissach analysiert, um daraus zielgerichtete Schlüsse zu ziehen, erklärt das Team. Die ersten beiden Rennen der sechsten Formel-E-Saison finden am 22. und 23. November in Diriyya (Saudi-Arabien) statt.

Foto: Shivraj Gohil / Spacesuit Media

von Timo Pape 

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