Neel-Jani-Close-up-Helmet-Dragon-Formula-E

Porsche testet künftigen Formel-E-Antrieb erstmals Anfang 2019

Der deutsche Automobilhersteller Porsche steigt zur sechsten Saison (Ende 2019) werksseitig in die Formel E ein. Bis dahin haben die Verantwortlichen noch einiges zu tun, denn Porsche beginnt beim Formel-E-Projekt mit einem "weißen Blatt Papier". Für den Werkseinstieg konzipiert die Sportwagenschmiede somit auch einen eigenen Antriebsstrang, der in etwas mehr als einem Jahr erstmals angelassen werden soll.

Bei der "Night of Champions" am vergangenen Samstag stellte Porsche einen aktualisierten Fahrplan für das Formel-E-Projekt vor. Demnach soll bis zum Frühjahr 2019 ein vollständiger Antriebsstrang "designt, entwickelt und getestet" sein. "Die ersten Schritte wurden bereits 2017 gemacht, die konkrete Umsetzung des Konzepts folgt im Jahr 2018", heißt es in einer Erklärung. Die Testarbeit könnte Porsche-Werksfahrer Neel Jani (Foto) übernehmen, der kürzlich sein Formel-E-Debüt für Dragon Racing gab und bis vor kurzem für Porsche in der WEC startete.

Ein vorzeitiger Einstieg Porsches in die Formel E scheint derzeit eher unwahrscheinlich. Als Partner bei Dragon einzusteigen und den Rennstall gegebenenfalls 2019 zu übernehmen, lehnten die Verantwortlichen kürzlich ab. Und auch die Option, als Kundenteam mit Audi-Antrieb schon in Saison fünf einzusteigen, ist laut Audi-Motorsport-Chef Dieter Gass "unrealistisch".

"Diese Diskussion müssten wir sehr, sehr schnell führen", erklärt Gass gegenüber 'e-racing365'. "Bisher hat es aber keine Gespräche hierzu gegeben. Es ist auch nicht wirklich realistisch, darüber nachzudenken, denn alles müsste bis Ende Januar geklärt und unterschrieben sein."

Die Möglichkeit einer technischen Zusammenarbeit zwischen den VW-Konzernschwestern Porsche und Audi in der Formel E hält Gass indes nach wie vor am Leben. "Es wird schon sehr bald Gespräche darüber geben. Was ich bisher gehört habe, ist, dass Porsche (…) sein eigenes Projekt machen will, ein Gespräch muss also erst noch erfolgen. Aus Konzernsicht macht das (eine Zusammenarbeit) definitiv Sinn", so Gass. Ob, wann und wie eine Kooperation aussehen könnte, sei aber noch völlig offen.

von Timo Pape 

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