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Postkarte aus Monaco: Die Paddock-Themen vom Formel-E-Wochenende

Der neunte Saisonlauf der Formel E in Monaco bot neben grandiosem Flair und solidem Rennsport auch zahlreiche Geschichten hinter den Kulissen. Im Paddock machten einige Themen die Runde, von denen im Fernsehen und Live-Stream nichts zu sehen war. Timo Pape war für dich in Monaco vor Ort und hat seine Augen und Ohren offen gehalten. Die interessantesten Erkenntnisse und Beobachtungen vom Rennwochenende hat dir e-Formel.de in der "Postkarte aus Monaco" zusammengestellt.

Rosberg fährt Fürst Albert, Überraschungen im Rennkalender

>>>  Nico Rosberg lief uns in Monaco gleich mehrfach über den Weg - einmal auch mit Ehefrau Vivian. Im Fokus stand der ehemalige Formel-1-Weltmeister aber vor allem am späten Freitagnachmittag: Im VIP-Auto der Jaguar I-Pace eTrophy kutschierte er Fürst Albert II. von Monaco um die Rennstrecke - beide übrigens ohne Helm. Auch wenn das Oberhaupt Monacos ein Motorsport-Veteran ist, machte er beim Aussteigen den Eindruck, als sei ihm nicht ganz wohl. Dies legte sich beim folgenden Interview aber schnell wieder.

>>>  Der erste Seoul E-Prix in der kommenden sechsten Formel-E-Saison könnte sich nach unseren Informationen erstaunlicherweise zwischen dem Schweizer E-Prix - aller Voraussicht nach Zürich - und dem vorletzten Rennwochenende der Saison in New York in den Rennkalender einreihen. Damit läge der E-Prix nicht im Asien-Abschnitt (wohl März), sondern im Juni zwischen den Europa- und Nordamerika-Rennen. Logistisch ergäbe diese Datierung wenig Sinn. Offenbar spielt das südkoreanische Wetter im Frühjahr eine Rolle...

>>>  Der Saisonauftakt der Meisterschaft 2019/20 wird erneut in Saudi-Arabien stattfinden - das steht außer Frage. Womöglich sogar als Doppelrennen, wenngleich diese Entscheidung noch nicht gefallen ist. Es scheint sich jedoch herauszukristallisieren, dass der Diriyya E-Prix für den 21. und 22. Dezember angesetzt wird, also unmittelbar vor Weihnachten. Glücklich ist damit keiner so recht im Paddock. Offenbar findet die FIA jedoch keine andere Möglichkeit, da an den Wochenenden zuvor die Final-Rennen der Formel 1 und der WEC sowie die große FIA-Gala stattfinden, bei der unter anderem die Weltmeister des Jahres geehrt werden. Der neue Rennkalender wird voraussichtlich am 14. Juni vorgestellt.

Günther offenbar bis Saisonende im Dragon-Cockpit

>>>  Maximilian Günther wird laut einer sehr gut informierten Quelle innerhalb des Dragon-Teams sowohl in Berlin als auch bei den übrigen Saisonrennen in Bern und New York (2) fahren. Das haben die Kollegen der 'Auto Zeitung' am Wochenende erfahren. Nach dem Hin und Her der vergangenen Wochen und Monate scheint Teamchef Jay Penske nun endlich eine Entscheidung getroffen zu haben. Auf die frohe Kunde angesprochen, entgegnete uns Günther sichtlich überrascht, dass er das erst einmal im Team erfragen müsse...

>>>  Im Rahmen der kollektiven Testfahrten der Formel E im Oktober könnten erste Details zum Gen3-Auto sowie Informationen zum Sportlichen Reglement ab Saison 9 (2022/23) bekanntgegeben werden. Das berichtet 'e-racing365'. Anschließend soll es erneut eine Ausschreibung geben, wer das künftige Einheitsauto der Formel E entwickeln darf. Bisher hat zweimal Spark das Rennen gemacht, doch für die Zukunft ist noch alles offen. Die Einführung eines Schnellladesystems zur dritten Formel-E-Generation nimmt indes immer konkretere Züge an.

>>>  Zunächst wird allerdings das aktuelle Gen2-Fahrzeug zur siebten Saison (2020/21) ein optisches Upgrade spendiert bekommen. Nachdem das Auto der ersten Generation nach zwei Jahren den "Doppeldecker-Frontflügel" erhielt, soll der Facelift wohl auch diesmal die Frontpartie des Rennwagens betreffen, wie uns Alejandro Agag vor einigen Wochen verriet. Formel-E-Mitbegründer Alberto Longo erklärte am Wochenende auf Anfrage von 'e-Formel.de' zudem, dass die neue Nase nicht mehr ganz so stabil sein solle wie die aktuelle: "Wir wollen sie etwas zerbrechlicher machen." Eine kuriose Aussage, die aber durchaus Sinn ergibt, denn dadurch könnte die ruppige Fahrweise vieler Piloten in dieser Saison wieder etwas eingedämmt werden.

>>>  Beim Monaco E-Prix war neben FIA-Präsident Jean Todt und dem Porsche-Vorstandsvorsitzenden Oliver Blume auch voestalpine-CEO Dr. Wolfgang Eder vor Ort. In einer Medienrunde am Samstag verriet er spannende Details zum Formel-E-Engagement des österreichischen Unternehmens, das sich im Wandel hin zu einem umfassenden Technologie-Konzern befindet. Das Sponsoring-Programm in der Formel E (voestalpine European Races; zum aktuellen Stand) sei "schon jetzt ein großer Erfolg. Damit haben wir nicht gerechnet. Ich muss ehrlich sagen, ich bin überrascht", erklärte Eder. Auch die Mitarbeiter stünden voll und ganz hinter dem Engagement in der Formel E.

Aston Martin vor Ort, aber nicht an Formel-E-Einstieg interessiert

>>>  Aston Martin präsentierte am Wochenende in Monaco seinen "Rapide E", das erste rein elektrische Modell der britischen Marke (610 PS, auf 155 Exemplare limitiert). Nach einer Foto-Session in der Boxengasse freitags bewegte Rennfahrer Darren Turner das Auto am Samstag um die Strecke. Wir nutzten die Gelegenheit und befragten die Verantwortlichen von Aston Martin zu einem möglichen Formel-E-Einstieg in der Zukunft. "Im Moment befassen wir uns damit nicht, nein", stellte Pressesprecher David Adams klar. Die Präsenz beim Monaco E-Prix habe lediglich der Demonstration des Rapide E gedient. Zwar werde Aston Martin in Zukunft mit Lagonda eine reine Elektromarke auf den Markt bringen, diese ziele aber eher auf Luxus ab.

>>>   DS Techeetah und der britische Uhrenhersteller Omologato haben am Wochenende gemeinsam die erste eigene Uhr des Formel-E-Teams vorgestellt. Andre Lotterer präsentierte den "DS TECHEETAH Chronograph" im Hafen von Monaco. Omologato ist seit Jahren als Sponsor in der Formel E aktiv und stieg zu Beginn der aktuellen fünften Saison als Partner bei DS Techeetah ein.

>>>  Eindhoven ist ein Kandidat für die Austragung des ersten E-Prix in den Benelux-Staaten. Nachdem ein bereits angekündigtes Rennen in Brüssel 2017 abgesagt wurde und der Berlin E-Prix dadurch zum "Double-Header" avancierte, war es still um diese Länder geworden. Der florierende Elektrotechnik-Zweig an der Technischen Universität Eindhoven macht die Stadt jedoch sehr interessant für einige der Hersteller der Formel E. Außerdem sitzen in Eindhoven diverse Unternehmen der Elektromobilitätsbranche. Formel-E-Pilot Robin Frijns würde sich ein Rennen in seiner niederländischen Heimat jedenfalls wünschen und hält es für realistisch, wie er bei 'e-racing365' verriet.

von Timo Pape 

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