"Pure ETCR": Neue Elektrorennserie mit radikalem Rennformat vorgestellt

Am Mittwoch wurde die neue rein elektrische Tourenwagenserie "Pure ETCR" bei einem Eurosport-Event in Paris vorgestellt. Das Konzept einer elektrischen TCR-Serie wurde erstmals im Februar 2018 präsentiert, nun steht die Rennserie. Eurosport Events ist als Tochter von Discovery Veranstalter der Pure ETCR. Für 2020 sind einige Testtage geplant, der erste Meisterschaftslauf soll 2021 stattfinden.

Gemeinsam mit der Vorstellung der Serie wurde bereits das Technische Reglement bekanntgegeben. Die Fahrzeuge werden über eine Maximalleistung von 500 kW verfügen. Die Batterie, gestellt von Williams Advanced Engineering, fasst eine Kapazität von 65 kWh. Power Unit, Getriebe, Inverter und Batteriepaket sollen dabei als Einheitsteile zur Verfügung gestellt werden.

Von Beginn an hatte der Veranstalter die VW-Tochter Seat an Board und testete den ersten Antriebsstrang im Juli 2018 im "Cupra e-Racer". Anfang 2019 schloss sich auch Hyundai der Serie an und stellte zwei Monate später den "Hyundai Veloster N ETCR" vor. Alfa Romeo präsentierte im Dezember die Alfa Romeo Giulia ETCR und stieg ebenfalls in die Serie ein.

Neben den drei bislang eingeschriebenen Herstellern wurde Lisheng Shanghai Racing als erster Rennstall vorgestellt. Das Team, das unter dem Namen Nio 333 auch in der Formel E unterwegs ist, hat ein Entwicklungsprogramm zum Einstieg in die Serie vorgestellt und wird in Kürze bekanntgeben, mit welchem Hersteller es zusammenarbeiten wird.

Vor dem Auftaktrennen 2021 wird es in diesem Jahr eine bereits Vorsaison mit sechs Testevents geben - das erste im Juli beim Goodwood Festival of Speed, weitere im Rahmen der WTCR in Salzburg, Kopenhagen und Inje. Im Oktober 2020 soll ein Testament in China stattfinden, bis hin zum Finale Anfang 2021 bei den 24 Stunden von Daytona.

Wann?

Wo?

09.-12.07.2020          

Goodwood Festival of Speed (Time Trial)

25.-26.07.2020

Salzburgring, FIA WTCR Rahmenprogramm (komplettes Event)

01.-02.08.2020

Copenhagen Historic Grand Prix (komplettes Event)

17.-18.10.2020

Inje Speedium, FIA WTCR Rahmenprogramm (komplettes Event)

tba

Guangdong (tba, komplettes Event)

30.-31.01.2021

24 Stunden von Daytona (Time Trial)

Cupra verpflichtet Ekström & Gene

Cupra hat mit Mattias Ekström und Jordi Gene als erster Hersteller seine Fahrerpaarung für die Debütsaison 2021 vorgestellt. Den ersten Test im Cupra e-Racer fuhr der ehemalige WTCC-Fahrer Gene. Zusätzlich engagierte Seat im vergangenen Jahr den zweimaligen DTM-Champion aus Schweden als Testfahrer und Markenbotschafter. Ekström legte im vergangenen Jahr den Großteil der Testkilometer des spanischen Herstellers zurück. Beide werden ab 2021 Teil der Pure ETCR.

"Ich freue mich so sehr, Teil dieses Projekts zu sein", sagt Ekström. "Unser erstes Event wird in Goodwood sein. Ich war beim Launch in Paris dabei und weiß daher, dass es ein spannendes Projekt ist. Ich freue mich außerdem, Jordi als Teamkollege dabei zu haben."

Rennformat im Rallye-Style

Die Rennen werden nicht im klassischen Tourenwagen- bzw. TCR-Stil auf der Rundstrecke ausgetragen. Stattdessen setzt die Pure ETCR auf ein Rennformat, das Rallycross-Rennen ähnelt. Es ist momentan auf 18 Fahrer ausgelegt. So wird das Rennen in vier Runden ausgetragen. In der ersten Runde gibt es insgesamt sechs Gruppen (A bis F). In einer Gruppe sind jeweils drei Fahrer, die auf Strecken von acht bis zwölf Kilometern Länge gegeneinander antreten. Dabei werden ein Fahrer jedes Teams in Gruppe A, B oder C an den Start gehen, der zweite in Gruppe D,E oder F - um Kämpfe unter Teamkollegen zu vermeiden.

Die Schnellsten der Gruppen A bis C fahren in der zweiten Runde auf derselben Distanz gegeneinander, genauso die Zweit- und Drittplatzierten. Das gleiche Prozedere erfolgt in den Gruppen D bis F.

In der dritten Runde treten jeweils die Schnellsten, Zweit- und Drittschnellsten aller Gruppen gegeneinander an. Das heißt, die Anzahl der Gruppen wird auf drei reduziert, dafür verdoppelt sich die Anzahl der Fahrer pro Gruppe auf sechs. Die dritte Runde ähnelt einer Qualifikation. Hier geht es darum, in einer Runde eine möglichst schnelle Zeit zu fahren, um sich für das Finale weit vorne zu qualifizieren. Das Finale wird auf einer Strecke von zwölf bis 15 Kilometern Länge ausgetragen, hier wird ein normales Rennen gefahren.

Mit dem "Flightback-Mode" hat jeder Fahrer zusätzlich die Möglichkeit, für wenige Sekunden Zusatzpower, ähnlich dem FANBOOST in der Formel E, zu aktivieren, um sich zu verteidigen bzw. ein Überholmanöver zu tätigen.

Sollte jeder Hersteller zwei Fahrzeuge stellen, müssten insgesamt neun Teams der Serie beitreten. Mit Seat, Alfa Romeo und Hyundai würde momentan etwa ein Drittel der benötigten Hersteller bereitstehen. 'e-Formel.de' hält dich selbstverständlich über Entwicklungen der neuen Elektroserie "Pure ETCR" auf dem Laufenden.

Video: Das ist die neue Pure ETCR

von Svenja König  

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