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Race at Home Challenge: Sieg-Hattrick für BMW-Pilot Maximilian Günther

Maximilian Günther hat auch den zweiten Saisonlauf der "Race at Home Challenge" der Formel E gewonnen - das Testrennen in Monaco eingeschlossen war es sogar sein dritter Sieg in Folge. In einem rund 20-minütigen Rennen auf der virtuellen Formel-E-Teststrecke "Electric Docks" in Lester setzte sich der BMW-Pilot gegen die Konkurrenz durch. Zweiter wurde Robin Frijns (Virgin) vor Nico Müller (Dragon). Der Simracer Peyo Peev (Dragon) siegte im "Challenger"-Rennen.

Im ersten Rennen des Tages starteten zunächst die qualifizierten Simracing-Piloten, anschließend dann die professionellen Formel-E-Fahrer. Mit einer Bestzeit von 1:22.503 Minuten im Qualifying zeigte Stoffel Vandoorne, dass er auf der fiktiven Highspeed-Strecke im Hafen von Lester (New Jersey) zurückschlagen wollte. Dahinter folgte ein deutsches Trio in der Startaufstellung: Maximilian Günther, Andre Lotterer und Pascal Wehrlein.

Beim Start blieb Vandoorne zunächst vorne, wurde dann aber Opfer der ersten Schikane und schlug in die Wand ein. Günther übernahm die Spitze vor Lotterer und Oliver Rowland, Vandoorne war nur noch Vierter. Das änderte sich aber nur eine Runde später: Diesmal war es Lotterer, den es in der Schikane erwischte. Auch Rowland wurde in den Unfall verwickelt und verlor an Boden. Vandoorne konnte trotz Beschädigung an seinem Mercedes einigermaßen mithalten und wehrte sich nach Leibeskräften gegen seine Kontrahenten.

Souveräner Sieg für Günther, Wehrlein zeigt Nerven

Da Brendon Hartley wegen technischer Probleme nicht am Rennen teilnehmen konnte, sollte die erste Eliminierung erst nach Runde 3 erfolgen. Mit Daniel Abt, Ma Qing Hua, Antonio Felix da Costa, Felipe Massa, Sam Bird und Mitch Evans fielen jedoch mehrere Fahrer aus, noch bevor die erste Eliminierung einsetzte. Diese traf schließlich Lotterer, der mit einer Beschädigung an seinem Boliden kämpfte. Ähnlich ging es Rowland, den es als nächsten Fahrer erwischte.

An der Spitze arbeitete sich Wehrlein immer näher an Günther heran und war bereits im Windschatten des BMW. Zu einem echten Angriff kam es jedoch nicht, denn auch Wehrlein drehte sich in der Schikane und traf die Mauer. Immerhin hatte er genügend Vorsprung, um den zweiten Platz zunächst zu halten. Doch die Beschädigung machte dem Mahindra-Piloten zu schaffen, sodass er viel Zeit verlor und noch einige Konkurrenten passieren lassen musste. Am Ende reichte es nur zu Rang 10 und der schnellsten Rennrunde.

Wie bereits beim Saisonauftakt in Hongkong fuhr Günther als souveräner Sieger über die Ziellinie und baute seine Führung in der Gesamtwertung aus. Zweiter wurde Frijns vor Müller.

Das Rennergebnis von Lester (Formel-E-Fahrer)

Platz Fahrer Team Abstand Bestzeit
1 Maximilian Günther BMW 15 Runden 1:23.243
2 Robin Frijns Virgin + 15.253 1:23.972
3 Nico Müller Dragon + 16.251 1:23.959
4 Neel Jani Porsche + 22.299 1:24.362
5 Stoffel Vandoorne Mercedes + 30.193 1:24.985
6 Oliver Turvey Nio + 30.358 1:24.564
7 Nyck de Vries Mercedes + 39.162 1:24.594
8 James Calado Jaguar + 43.199 1:24.167
9 Jean-Eric Vergne Techeetah + 43.271 1:25.041
10 Pascal Wehrlein Mahindra + 44.841 1:23.012
11 Sebastien Buemi Nissan + 45.254 1:24.306
12 Jerome d'Ambrosio Mahindra + 50.801 1:25.034
13 Lucas di Grassi Audi + 3 Rnd. 1:26.139
14 Alexander Sims BMW + 3 Rnd. 1:25.438
15 Oliver Rowland Nissan + 5 Rnd. 1:24.900
16 Edoardo Mortara Venturi + 8 Rnd. 1:23.940
17 Andre Lotterer Porsche + 10 Rnd. 1:30.028
18 Mitch Evans Jaguar + 10 Rnd. 1:24.779
19 Sam Bird Virgin + 12 Rnd. 1:25.699
20 Felipe Massa Venturi + 13 Rnd. 1:25.635
21 Antonio Felix da Costa Techeetah + 14 Rnd. 1:46.227
22 Ma Qing Hua Nio DNF  
23 Daniel Abt Audi DNF  

Peev mit Sieg im Challenger-Rennen

Die Pole-Position im Challenger-Rennen hatte sich der Dragon-Pilot Peyo Peev geschnappt. Joshua Rogers, in Hongkong noch Sieger für Porsche, war dieses Mal nicht am Start. Auch der Viertplatzierte der Gesamtwertung, Olli Pahkala, trat in Lester nicht an.

In der ersten Schikane kam es überraschenderweise zu keinen größeren Unfällen. Peev behauptete seine Führung vor Kevin Siggy (BMW) und Lucas Müller (Mahindra). Mercedes-Pilot Mike Channell schied als erster Fahrer des 23 Piloten großen Starterfeldes nach einem selbstverschuldeten Unfall in einer der schnellen Schikanen aus. Auch Erhan Jajovski, einer der Favoriten, fiel nach einem Fehler im Qualifying und kurzer Aufholjagd infolge eines Unfalls aus. BMW-Fahrerin Charlie Martin konnte dadurch etwas mehr Rennerfahrung sammeln. Obwohl die Transgender-Rennfahrerin mit einer Beschädigung abgeschlagen am Ende des Feldes fuhr, sorgten die Ausfälle dafür, dass sich ihre Eliminierung bis zum Ende von Runde 10 hinzog.

An der Spitze tat sich jedoch nichts mehr: Der Bulgare Peev gewann souverän mit mehr als drei Sekunden Vorsprung auf Siggy, Dritter wurde Müller. Die restlichen Top-10-Positionen belegten Jan von der Heyde (Nissan), Peter Brljak (Nio), Ben Hitz (Virgin), Jacob Reid (Venturi), Markus Keller (Mahindra), Niek Jacobs (Nissan) und Ex-Formel-E-Fahrer Alex Lynn (Jaguar). Mit dem zweiten Platz übernahm Siggy die Führung in der Gesamtwertung vor Brljak und Peev.

Der dritte Lauf der Race at Home Challenge startet am kommenden Samstag um 16:30 Uhr deutscher Zeit. Auch dann berichten wir auf e-Formel.de selbstverständlich mit Vorschau-Artikeln, Berichten, Ergebnis- und Wertungstabellen sowie Live-Streams über den virtuellen E-Prix. Eine Aufzeichnung des Events von Lester findest du unter diesem Artikel.

>>> zur Gesamtwertung der Race at Home Challenge

Foto: BMW Motorsport (Twitter)

Das Rennergebnis von Lester (Challenger)

Platz Fahrer Team Abstand Bestzeit
1 Peyo Peev Dragon 15 Runden 1:22.580
2 Kevin Siggy BMW + 2.945 1:22.861
3 Lucas Müller Mahindra + 6.317 1:22.169
4 Jan von der Heyde Nissan + 9.317 1:23.210
5 Petar Brljak Nio + 10.420 1:23.220
6 Ben Hitz Virgin + 16.652 1:23.550
7 Jacob Reid Venturi + 22.919 1.22.880
8 Markus Keller Mahindra + 23.837 1:23.953
9 Niek Jacobs Nissan + 25.537 1:23.552
10 Alex Lynn Jaguar + 48.274 1:23.774
11 Noah Reuvers Mercedes + 54.395 1:23.635
12 Simona de Silvestro Porsche + 57.757 1.24.421
13 Kelvin van der Linde Audi +3 Rnd. 1:24.540
14 Jim Parisis Nio +4 Rnd. 1:25.090
15 Charlie Martin BMW +5 Rnd. 1:27.343
16 Nuno Pinto Techeetah +7 Rnd. 1:25.334
17 Nikodem Wisniewski Porsche +9 Rnd. 1:23.552
18 Chris Shepherd Techeetah +9 Rnd. 1:24.902
19 Joel Schmitt Virgin +10 Rnd. 1:24.522
20 Axel La Flamme Audi +10 Rnd. 1:24.627
21 Erhan Jajovski Venturi +11 Rnd. 1:24.146
22 Kuba Brzezinski Jaguar +11 Rnd. 1:23.635
23 Mike Channell Mercedes +14 Rnd. 1:40.998

VIDEO: Der virtuelle Lester E-Prix in der Wiederholung

von Tobias Wirtz  

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Kommentar von EffEll |

Etliche Piloten scheiterten an der ersten Schikane.
Wie Dario Franchitti so süffisant anmerkte:"Die Teams sollten ihre Sponsoren auch an der Unterseite der Boliden anbringen. So lassen die sich auf dem Kopf liegend besser unterscheiden."
Vergne wurde allerdings nur 9. und kam an Wehrlein vorbei, weil er seinem Namen mal wieder alle Ehre machte und ihn sehr rustikal aus dem Weg räumte.
Vorher jedoch machte de Vries in der letzten Runde einen fatalen Fehler, stand quer auf der Fahrbahn und fuhr beim zurücksetzen Wehrlein ins Auto, bzw. direkt in die Ideal-/Fahrlinie, woraufhin auch der entgegen der Fahrtrichtung stand.
Eigentlich wollte die Rennleitung in diesem Rennen nachträglich Strafen aussprechen. Da bin ich aber mal gespannt, ob sich an diesem Ergebnis noch etwas ändert.
@Tobias: ist das Ergebnis denn ein offiziell vorläufiges, oder bereits als das finale ausgegeben?
Dieser fiktive Kurs eignet sich irgendwie gar nicht für ein Sim-Rennen. Keine Ahnung warum der ausgewählt wurde. Vielleicht damit alle Fahrer den Kurs neu lernen mussten und kein reeller Austragungsort voraus genommen wird.
Aber hier wurden so viele Fehler gemacht, es glich eher einem Destruction Derby, als einem ePrix.
Dennoch freue ich mich aus Mangel an Alternativen auf die nächste Veranstaltung. Auch wenn es wohl wieder eine One-Man-Show geben wird. Apropos, Glückwunsch an Günther. Der wird wohl kaum noch zu schlagen sein.
Sims sagte im Interview ja auch, dass Günther im BMW Simulator seit jeher solch überlegene Zeiten fährt.
Jedoch war Wehrlein anfangs des Rennens wesentlich schneller. Aber Konstanz ist ja auch wichtig und das hat er auch dem zweimaligen Pole Setter zum Vorteil

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