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Recycling, Emissionen, Umweltschutz: Formel E veröffentlicht Nachhaltigkeitsbericht für Saison 2018/19

Wie jedes Jahr hat die Formel E auch für ihre Saison 2018/19 einen Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht. Darin analysiert die Elektroserie ihre eigene Entwicklung in Sachen Nachhaltigkeit und Umweltschutz, berücksichtigt aber auch soziale Folgen ihrer Rennen. Für Saison 5 vermeldete die Formel E viel Positives, allerdings auch einen neuen Negativ-Rekord bei den Treibhausgas-Emissionen.

"Mit dem Debüt des Gen2-Fahrzeugs war die Formel-E-Saison 2018/19 die engste und spannendste Saison in unserer kurzen Geschichte", erinnert sich Seriengründer Alejandro Agag. "Nach wie vor wächst die Formel E mit hohem Tempo. Trotzdem müssen wir noch schneller einen Weg zu einer saubereren und nachhaltigeren Mobilität finden, in der elektrisch angetrieben Fahrzeuge uns dabei helfen, gegen den Klimawandel zu kämpfen und die Luftqualität in Städten zu verbessern. Nur aus diesem Grund tragen wir unsere Rennen aus: um schneller in eine saubere Zukunft zu kommen."

Schon seit ihrer ersten Saison überwacht die Formel E ihre Auswirkungen auf die Umwelt. Dafür misst sie beispielsweise ihren eigenen ökologischen Fußabdruck und bestimmt die sozialen Folgen, die die Austragungen der Events haben.

Negativ-Rekord bei CO2e-Ausstoß

Im Report für die Saison 2018/19 zählt die Formel E zahlreiche Errungenschaften auf. An vielen Stellen wurden beispielsweise PVC-Werbebanden mit einem recycelbaren Stoff ersetzt, wodurch im letzten Jahr rund 35 Kilometer Plastik-Werbung eingespart wurden. Durch die Einführung von wiederverwendbaren Wasserbeuteln im E-Village sollen mehr als 200.000 Plastikflaschen ersetzt worden sein. 52 Prozent der verwendeten Materialen an der Rennstrecke wurden nach ihrem Gebrauch recycelt. Zu ihnen zählen auch Teile der Fahrzeugbatterien sowie alle genutzten Reifen.

Einen Negativ-Rekord verbuchte die Elektroserie hingegen bei den Emissionen von Treibhausgasen. Dadurch, dass viele Fans zum Beispiel mit dem ÖPNV zu einem Formel-E-Event im Stadtzentrum anreisen können, floss in der letzten Saison jeder Zuschauer durchschnittlich "nur" mit 112 Kilogramm CO2-äquivalenten Treibhausgasen in die Statistik ein. Dies entspricht einer Fahrt von rund 600 Kilometern in einem mittelgroßen Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Durch den Transport der Rennautos, Geschäftsreisen und die Infrastruktur an der Rennstrecke hinterließ die Formel E dennoch einen ökologischen Fußabdruck von 45.000 Tonnen CO2e.

Im Vergleich: Die Emissionen der Formel E seit ihrer 1. Saison

 
Saison
 
CO2e-Emissionen*
 
Veranstaltungen pro Saison
 
Veranstaltungen außerhalb Europas
2014/15 25.000 Tonnen 10 Veranstaltungen (11 Rennen) 6 Veranstaltungen
2015/16 12.000 Tonnen 9 Veranstaltungen (10 Rennen) 6 Veranstaltungen
2016/17 13.500 Tonnen 9 Veranstaltungen (12 Rennen) 6 Veranstaltungen
2017/18 32.000 Tonnen 10 Veranstaltungen (12 Rennen) 7 Veranstaltungen
2018/19 45.000 Tonnen 12 Veranstaltungen (13 Rennen) 7 Veranstaltungen

* Quelle: FIA Formula E

Logistik als größte Emissionsquelle

Für einen Großteil der Treibhausgas-Emissionen ist vor allem der erweiterte Rennkalender verantwortlich, der die Serie - trotz eines "Double-Headers" zum Saisonabschluss - in zwölf verschiedene Länder führte. 72 Prozent der Emissionen sind auf den Transport der Fahrzeuge und des Equipments zurückzuführen, 14 Prozent auf Geschäftsreisen der Angestellten. Sechs Prozent fielen auf die Zuschauer an der Rennstrecke zurück, jeweils vier Prozent auf das Catering sowie die Infrastruktur und ein Prozent auf die Produktion der Formel-E-Fahrzeuge.

Die bei der Fahrzeugproduktion entstandenen Emissionen wurden erstmals im Nachhaltigkeitsbericht berücksichtigt. Konkret bedeutet der CO2e-Wert: Bei der Herstellung aller 22 Fahrzeuge der Saison 2018/19 entstanden - inklusive Ersatzteile - 450 Tonnen CO2-äquivalente Treibhausgase. Im Schnitt sind das rund 20,5 Tonnen pro Wagen.

Soziales Engagement an Austragungsorten

Einen weiteren Fokus legte die Formel E in der letzten Saison auf das soziale Engagement an ihren Austragungsorten. Die Anwohner sollen selbst in die Veranstaltungen eingebunden werden oder nachhaltig von den E-Prix profitieren, heißt es.

In Mexiko-Stadt unterstütze die Serie daher die lokale Krebshilfe-Organisation Con Ganas De Vivir. In Santiago installierte sie energiesparende LED-Lampen im O'Higgins-Park, in Rom bot sie einen Resozialisierungsworkshop für Gefängnisinsassen an. Am Rande des Berlin E-Prix besuchte Maximilian Günther die Kinderstation des Virchow-Klinikums der Charite. Zudem gab es Veranstaltungen im Rahmen der FIA-Aktionen "Smart Cities" und "Girls on Track".

Erst im Januar erhielt die Formel E eine Verlängerung des ISO 20121-Zertifikats für nachhaltige Sportveranstaltungen - als einzige Rennserie der Welt. Den gesamten Bericht über die Saison 2018/19 findest du in englischer Sprache auf der offiziellen Webseite der Serie.

Foto: Kenneth Midgett / Spacesuit Media

von Tobias Bluhm  

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