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Rom E-Prix: Andre Lotterer holt erste Pole-Position in der Formel E

Andre Lotterer hat sich die Pole-Position zum Rom E-Prix gesichert - seine erste überhaupt in der Formel E. Der Deutsche im DS setzte sich trotz eines Fehlers auf seiner schnellen Runde gegen Mitch Evans (Jaguar) durch und qualifizierte sich für den ersten Startplatz. Dritter im Qualifying wurde Jose Maria Lopez vor Stoffel Vandoorne. Mit Maximilian Günther (Dragon) schaffte es ein weiterer deutscher Pilot in die Top 5. Sebastien Buemi, der am meisten mit der nassen Strecke in Rom zu kämpfen hatte, wurde Sechster.

Wie gewohnt gingen in Gruppe 1 zunächst die fünf bestplatzierten Fahrer der Meisterschaft auf die Strecke. Sam Bird verpasste schon auf seiner Aufwärmrunde den Bremspunkt in Kurve 5, nahm aber keinen Schaden. Dann legte der Brite vor, erreichte allerdings nur eine Zeit von 1:30.880 Minuten - gut anderthalb Sekunden langsamer als der Streckenrekord. Doch auch die Konkurrenz war nicht viel schneller: Allein Antonio Felix da Costa fuhr minimal schneller als Bird. Lucas di Grassi, Jean-Eric Vergne und Jerome d'Ambrosio ordneten sich auf den Positionen 3 bis 5 ein.

In der zweiten Gruppe wurde die Strecke bereits deutlich schneller - und zwar zwei bis drei Zehntelsekunden pro Sektor! Der Deutsche Andre Lotterer holte sich die Bestzeit in allen drei Streckenabschnitten und rückte mit einem beeindruckenden Vorsprung von sechs Zehntelsekunden auf Platz 1 vor. Edo Mortara nahm Position 2 ein, gefolgt von Robin Frijns. Pascal Wehrlein ordnete sich als Vierter ein. Der Einzige, der keine gute Runde zustande brachte, war Daniel Abt. Der deutsche Audi-Fahrer kam lediglich auf den neunten Rang - nur d'Ambrosio war zu diesem Zeitpunkt langsamer. Bis auf Abt war somit die gesamte zweite Gruppe schneller als die Top-5-Piloten der Gesamtwertung.

In Gruppe 3 sorgte Alex Sims für Aufregung. Mit einem technischen Defekt rollte der BMW-Fahrer am Ausgang von Kurve 12 aus. Die Rennleitung ließ rote Flaggen schwenken und vermeldete, dass alle Fahrer außer Sims noch einen Versuch starten dürfen. Mitch Evans war zu diesem Zeitpunkt der Einzige, der bereits eine starke Runde abgeliefert hatte, die ihn an Position 2 vorspülte. Der "Kiwi" musste nach gut 5-minütiger Unterbrechung trotzdem noch einmal auf die Strecke fahren, da die Rennleitung seine Zeit ebenfalls strich.

Evans beweist Nervenstärke

Doch auch im zweiten Versuch bestätigte Evans seine Pace und behauptete Platz 2. Sebastien Buemi ordnete sich als Dritter ein. Felipe Massa landete knapp außerhalb der Super-Pole-Plätze auf Rang 7. Oliver Rowland, der zuletzt eine echte "Macht" im Qualifying war, kam nach einem Mauerkontakt in Kurve 2 nur auf den achten Platz. Oliver Turvey im NIO sortierte sich als 14. ein. BMW-Pilot Sims wurde indes ohne Zeit gewertet, denn wegen Verursachens der roten Flagge strich die Rennleitung auch seine 200-kW-Zeit - der letzte Startplatz für den glücklosen Briten.

Mit Beginn der vierten Runde begann es leicht zu regnen. Diese Tatsache hielt die Fahrer jedoch nicht von starken Runden ab. Stoffel Vandoorne ordnete sich als Dritter ein, und auch Maximilian Günther überzeugte: Nach Bestzeit im ersten Sektor wurde der Deutsche Fünfter und zog somit erstmals in die Super-Pole ein. Sein Teamkollege Jose Maria Lopez war jedoch noch schneller und wurde Dritter - starke Leistung der beiden Dragon-Fahrer. Alex Lynn landete bei seinem Formel-E-Debüt für Jaguar auf Platz 9, Gary Paffett wurde 16. Tom Dillmann kam nicht über Rang 21 hinaus.

In die Super-Pole zogen somit die folgenden sechs Fahrer ein: Andre Lotterer, Mitch Evans, Jose Maria Lopez, Stoffel Vandoorne, Maximilian Günther und Sebastien Buemi. Doch zunächst wurde der Regen stärker…

Nasse Strecke gibt Reihenfolge vor

Buemi eröffnete die Super-Pole und machte beim Anbremsen in Kurve 13 als Erster Bekanntschaft mit der inzwischen nassen Strecke. Er musste den Notausgang nehmen und wenden. Auf seiner "schnellen Runde" machte der Schweizer es etwas besser, auch wenn diese rund sechs Sekunden langsamer war als sein Versuch in der Gruppenphase. Dann kam Günther und leistete sich beim Aufwärmen den gleichen Bremsfehler wie Buemi in Kurve 13. Dann legte er aber eine Schippe drauf und distanzierte Buemi um fast sieben Zehntelsekunden - starke Qualifikation des Allgäuers, der aber natürlich auch von besseren Gripverhältnissen profitierte.

Als nächstes war Vandoorne an der Reihe. Der Belgier nahm Günther abermals 2,5 Sekunden ab - gerade in Sektor 3 trocknete die Strecke nun merklich ab. Die Entwicklung der Streckenbedingungen kam auch Lopez entgegen: Mit drei Zehntelsekunden Vorsprung setzte er sich gegen Vandoorne durch und übernahm die Spitze. Lang sollte seine Freude jedoch nicht wehren, denn Evans nahm ihm abermals fast eine halbe Sekunde ab. Als Letzter ging Lotterer auf die Strecke und behielt mehr oder weniger die Nerven: Mit einer Rundenzeit von 1:32.123 Minuten und mehr als drei Zehntelsekunden Vorsprung sicherte er sich seine erste Pole-Position in der Formel E.

Zwischenzeitlich hatte allerdings schon die Jaguar-Crew gejubelt, denn Lotterer erwischte Kurve 13 nicht richtig und rutschte aus der Idealspur. Nichtsdestotrotz fing sich der gebürtige Duisburger wieder und brachte seine Runde mit drei Sektorenbestzeiten zu Ende. Durch die Pole-Position sicherte sich Lotterer die ersten drei Punkte des Wochenendes, die ihn in der Meisterschaft einen Platz nach vorn brachten. Sein Team DS Techeetah übernahm dadurch sogar die Gesamtführung in der Teamwertung. Rennstart zum Rom E-Prix ist um 16 Uhr. Das ZDF überträgt ebenso wie Eurosport live im Fernsehen, wir sind wie immer mit unserem Live-Ticker zur Stelle.

>>> zu den Ergebnissen der Qualifikation und zur Startaufstellung

von Timo Pape 

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