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Saisonstart mit dem Ex-Piloten - Mahindra Racing

Heute geht es in Teil 8 unserer großen Teamvorstellungsrunde auf e-Formel.de um das einzige indische Team der elektrischen Formel E: Mahindra Racing.

Das Team ist seit dem Start der Formel E mit dabei. Nachdem Mahindra die Debütsaison nur auf dem achten Platz abschloss, gelang Nick Heidfeld bei seinem ersten E-Prix für das Team gleich das erste Podiumsresultat für die Truppe aus Indien. Es sollte die einzige Teilnahme eines Mahindra-Fahrers bei der Siegerehrung in dieser Saison bleiben, das Team schloss die zweite Meisterschaft auf Platz 5 der Teamwertung ab.

Mit der Verpflichtung von Felix Rosenqvist ging es weiter bergauf. Der Schwede feierte beim Berlin E-Prix 2017 seinen ersten Formel-E-Sieg, und auch Heidfeld fuhr seine stärkste Formel-E-Saison und wurde insgesamt fünfmal Dritter. Den gleichen Platz belegte Mahindra am Ende in der Teamwertung. Die vierte Formel-E-Saison begann großartig: Rosenqvist gewann zwei der ersten drei Rennen und lag in der Gesamtwertung ganz vorn. Technische Probleme und viel Rennpech sorgten jedoch dafür, dass Mahindra bis zum Saisonende 2018 auf Platz 4 abrutschte. Teamchef der Truppe ist bereits seit 2014 Dilbagh Gill.

Der Inder verdiente sich bereits während seiner Studienzeit Ende der 1980er-Jahre Geld als Motorradmechaniker dazu, außerdem fuhr er Motorradrennen. Nach einem schweren Unfall wechselte er von zwei auf vier Räder und arbeitete nach seinem Studium zunächst für ein Rallye-Team. Dann verließ er den Motorsport und heuerte bei einem Windkraftanlagenhersteller an.

Gill gründete anschließend ein Unternehmen, das Schuhe herstellte und exportierte. Später gründete er ein zweites Unternehmen, das Tee über das Internet vertrieb, und noch ein drittes, das Software für große Sportveranstaltungen entwickelte. Als Kunden zog er den Weltfußballverband FIFA an Land, der zwei Fußballweltmeisterschaften mit Gills Software organisierte. Da das Unternehmen 2006 von Mahindra gekauft wurde, arbeitete er anschließend auf wechselnden Positionen für die Mahindra Group, bevor er im November 2013 die Leitung des Formel-E-Projektes übernahm.

Mahindra setzt in der fünften Formel-E-Saison den selbstentwickelten Mahindra M5Electro ein. Das Fahrzeug ist in Rot und Weiß lackiert, zusätzlich gibt es schwarze und - bedingt durch Sponsoren - blaue Elemente.

Mahindra setzt in der fünften Formel-E-Saison auf zwei neue Piloten: Jerome d'Ambrosio und Pascal Wehrlein. Da Wehrlein jedoch noch bis zum Ende des Jahres vertraglich an Mercedes gebunden ist, wird stattdessen Felix Rosenqvist beim Diriyya E-Prix an den Start gehen. Anschließend verlässt der Schwede das Team und wechselt in die nordamerikanische IndyCar-Serie. Sein bisheriger Teamkollege Nick Heidfeld bleibt als Test- und Ersatzfahrer bei Mahindra.

Jerome d'Ambrosio (#64, Belgien)

D'Ambrosio ist einer von nur sechs verbliebenen Fahrern, die bis dato jedes Rennen in der Formel E bestritten haben. Er startete vier Jahre lang für Dragon Racing und konnte zwei E-Prix gewinnen - kurioserweise war in beiden Fällen Lucas di Grassi der eigentliche Sieger, wurde jedoch disqualifiziert. Die erste Saison war die beste des Belgiers - mit dem Sieg in Berlin und zwei zweiten Plätzen beim Saisonfinale in London wurde er Vierter in der Gesamtwertung.

Wie die meisten Rennfahrer begann auch d'Ambrosio seine Karriere im Kartsport, wo er drei belgische Meistertitel und 2002 den World Cup in der Klasse Formel A gewann. 2003 wechselte er in den Formelsport, wo er auf Anhieb die Belgische Formel Renault 1.6 gewann. 2004 wurde er in das Förderprogramm von Renault aufgenommen und bestritt in den folgenden Jahren mehrere Formel-Renault-Serien. 2007 wurde er Champion in der neugegründeten Internationalen Formel Master.

Anschließend trat er drei Jahre in der GP2 an, bevor er 2011 zum Einsatzfahrer von Virgin Racing in der Formel 1 aufstieg. Mit zwei 14. Plätzen als beste Ergebnisse blieb er ohne Punkte und wurde am Saisonende durch Charles Pic ersetzt. 2012 kam er beim Großen Preis von Italien in Monza als Ersatzfahrer des Teams Lotus zum Einsatz, als Romain Grosjean gesperrt war. D'Ambrosio beendete das Rennen als 13. und blieb im folgenden Jahr als Test- und Ersatzfahrer beim Team, weitere Renneinsätze kamen jedoch nicht zustande.

D'Ambrosios Statistik in der Formel E:

  • 45 Rennen
  • 236 Punkte
  • 2 Siege
  • 7 Podien
  • 2 Poles
  • 2 Schnellste Rennrunden
  • 1 FANBOOST

Pascal Wehrlein (#94, Deutschland)

Pascal Wehrlein debütiert kommenden Januar beim Marrakesch E-Prix in der Formel E. Er kehrt somit nach einem Jahr in der DTM zurück in den Formelsport.

2010 begann Wehrlein in der ADAC-Formel-Masters, wo er im folgenden Jahr die Meisterschaft gewann. Es folgte der Wechsel in die Formel 3. In der Formel-3-Euroserie wurde er auf Anhieb Vizemeister - hinter Dani Juncadella und vor Felix Rosenqvist. Anschließend wechselte der Deutsche zu Mercedes in die DTM, wo er zum jüngsten Starter, jüngsten Pole-Sitter, jüngsten Rennsieger und 2015 zum jüngsten Champion wurde. Außerdem wurde er zum Test- und Ersatzfahrer des Mercedes-Formel-1-Teams und Testfahrer bei Force India.

2016 kam der Aufstieg in die Formel 1, wo Wehrlein ein Cockpit beim Team Manor erhielt, das mit Mercedes-Motoren an den Start ging. Beim Großen Preis von Österreich erzielte er seinen ersten WM-Punkt - es war der einzige für das Team in dieser Saison. Da Manor nach dem Saisonende wegen Insolvenz zusperren musste, verlor der Deutsche sein Cockpit. Force India entschied sich jedoch gegen ihn und stattdessen für seinen Teamkollegen Esteban Ocon, da es bei Wehrleins Testfahrten für Force India zu einem nicht näher beschriebenen Zwischenfall zwischen ihm und der Crew gekommen war. Mercedes brachte Wehrlein für die Saison 2017 beim Sauber-Team unter, obwohl dieses mit Ferrari-Motoren an den Start ging.

Vor Saisonbeginn verletzte sich Wehrlein schwerer an der Wirbelsäule, als er beim Race of Champions mit Felipe Massa kollidierte und sich anschließend überschlug. Er musste die ersten beiden Grands Prix auslassen, kehrte dann aber ins Cockpit zurück. Hier erzielte er die einzigen fünf Saisonpunkte für das Team, dennoch verlor er sein Cockpit am Saisonende. Ferrari brachte seinen Nachwuchsfahrer Charles Leclerc beim mittlerweile von Alfa Romeo - der Schwestermarke von Ferrari - gesponserten Team unter. Marcus Ericsson behielt zudem sein Cockpit, nachdem schwedische Investoren bei Sauber eingestiegen waren.

Mercedes konnte Wehrlein als einzige Option einen Startplatz in der DTM anbieten, wo er jedoch nicht an die Erfolge seiner ersten DTM-Zeit anknüpfen konnte. Ein Angebot, für HWA in der Formel E anzutreten, schlug er anschließend aus. Zum Jahresende endet sein Mercedes-Vertrag. Dieser verhindert jedoch, dass Wehrlein bereits zum Saisonauftakt am 15. Dezember in Diriyya für Mahindra antreten kann.

Felix Rosenqvist (#94, Schweden)

Felix Rosenqvist ist seit 2007 im Formelsport aktiv und gewann hier 2008 die Formula Asia 2.0. 2009 folgten zwei weitere Meistertitel in der Schwedischen Formel Renault und der NEZ Formel Renault. Danach wechselte er in die Formel 3, wo er 2011 und 2013 das Formel 3 Masters in Zandvoort gewann. Außerdem siegte er 2014 und 2015 beim Macau Grand Prix. In der Europäischen Formel-3-Meisterschaft wurde er 2015 Champion. Anschließend fuhr er in der Indy Lights, der DTM und GT-Rennen, bevor er in die Formel E zu Mahindra wechselte.

Mit einem Sieg beim Berlin E-Prix 2017 und vier weiteren Podestplatzierungen schloss er seine erste Saison als Dritter in der Fahrerwertung ab. Die Saison 2017/18 begann vielversprechend für den Schweden, er gewann das zweite Rennen in Hongkong und den folgenden Lauf in Marrakesch und führte die Fahrerwertung an. Doch im weiteren Saisonverlauf kamen Pech und diverse technische Probleme zusammen, sodass Rosenqvist bis zum Saisonende auf den sechsten Gesamtrang zurückfiel. Nach dem Diriyya E-Prix verlässt er Mahindra Racing und wechselt zum Team Chip Ganassi in die IndyCar-Serie.

Rosenqvists Statistik in der Formel E:

  • 24 Rennen
  • 223 Punkte
  • 3 Siege
  • 7 Podien
  • 6 Poles
  • 2 Schnellste Rennrunden
  • 3 FANBOOSTs

Morgen früh gibt es schon den nächsten Teil der großen Teamvorstellungsreihe auf e-Formel.de. Dann erfährst du alles über Envision Virgin Racing.

von Tobias Wirtz 

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