Sam-Bird-Sunglasses

Sam Bird schlägt BMW-Angebot aus und bleibt wohl bei Virgin Racing

Sam Bird fährt voraussichtlich auch im kommenden fünften Jahr seiner Formel-E-Karriere für Virgin Racing. Das berichten die Kollegen von 'e-racing365'. Bird habe sich trotz diverser Anfragen von großen Herstellern - unter anderem von BMW - für einen Verbleib beim britischen Privat-Rennstall entschieden, der in der kommenden Saison aller Voraussicht nach mit Audi-Antrieben fahren wird, wenngleich der Motoren-Deal noch immer nicht offiziell bestätigt wurde.

"Die meisten Hersteller haben Kontakt mit mir aufgenommen, was natürlich toll ist und mir schmeichelt", erklärt Bird. "Die Formel E hat eine vielversprechende Zukunft, vor allem mit dem Look der neuen Autos. Da ist es natürlich schön, wenn man gefragt ist." Eine definitive Bestätigung, dass er auch in der Saison 2018/19 für Virgin antreten wird, ließ sich Bird allerdings noch nicht entlocken.

BMW habe dem Briten ein Angebot gemacht, so heißt es, um ihn als künftigen Teamkollegen von Werksfahrer Antonio Felix da Costa an Bord zu holen, der weiterhin als sehr wahrscheinlicher Kandidat für eines der beiden BMW-Cockpits gehandelt wird. Auch wenn Motorsportchef Jens Marquardt nicht ausschloss, einen Fahrer von außerhalb der BMW-Familie zu verpflichten - Bird ist der Beweis -, testeten in den vergangenen Monaten neben Felix da Costa wohl nur Tom Blomqvist und Bruno Spengler das neue Gen2-Auto.

Während Blomqvist bei insgesamt sechs Formel-E-Rennen in der zurückliegenden Saison nur einmal in die Punkte kam, hinterließ Spengler immerhin beim offiziellen Rookie-Test am 14. Januar in Marrakesch einen guten Eindruck. Wer nach der Bird-Absage am Ende tatsächlich für BMW ins Lenkrad greifen wird, bleibt abzuwarten.

Audi gab wohl den Ausschlag

Für Bird sei die bevorstehende Motoren-Partnerschaft mit Audi ein Hauptgrund für den Verbleib bei Virgin, heißt es. Es wäre eine verständliche Entscheidung: Audi hat in der vergangenen Saison den effizientesten Motor entwickelt und die Teammeisterschaft gewonnen, zudem kämpfte die Virgin-Crew in den vergangenen vier Jahren stets um Podiumsplätze und Siege.

Das neue BMW-Werksteam hingegen gleicht zunächst einer Wundertüte, obwohl finanzielle Möglichkeiten und technisches Know-how im Bereich der Elektromobilität gegeben sind: Die Münchner bringen einen völlig neuen Antriebsstrang in die Elektroserie, der sich noch nicht im Wettbewerb beweisen konnte. Zudem beendete die Andretti-Mannschaft, aus der das neue BMW-Werksteam hervorgehen wird, die vergangene Saison als Letzter.

Während Bird seinem Team die Treue hält, verlässt indes sein Renningenieur Mike Lugg Virgin in Richtung Formel 1. Bei Red Bull Racing wird der Australier Teil des Technikteams von Daniel Ricciardo, eine offizielle Bestätigung stehe bevor. Lugg hatte in den Saisons 3 und 4 eng mit Bird in der Formel E zusammenarbeitet. "Mike war ein wichtiger Teil unseres Erfolgs in den letzten zwei Jahren. Ich bin zwar traurig, dass er geht, aber er hat sich diese tolle Gelegenheit echt verdient. Ich wünsche ihm alles Gute", so Bird.

von Timo Pape 

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