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Sette Camara nimmt Schuld für Massencrash auf sich: "Ganz klar mein Fehler"

Eine heftige Kollision hat im dritten Lauf des Berlin E-Prix James Calado, Neel Jani und Sergio Sette Camara aus dem Rennen gerissen. Die Strecke war so mit Trümmerteilen übersäht, dass die Rennleitung das Safety-Car hinausschicken musste - die Aufräumarbeiten dauerten fast zehn Minuten. Was genau passiert war, war in der Live-Übertragung des Rennens jedoch nicht klar zu erkennen.

Die Bilder ließen vermuten, dass Alexander Sims möglicherweise in die Entstehung verwickelt war. "Auch meiner Sicht war ich daran nicht beteiligt. Es gab keinen Kontakt mit mir", stellte der Brite nach dem Rennen auf Nachfrage von 'e-Formel.de' klar. "Ich habe realisiert, dass ich vor Kurve 9 nicht an Sette Camara vorbeikomme. Daher bin wieder zurück auf die Ideallinie gefahren. Er hatte sich da aber schon für die Innenseite entschieden, um sich zu verteidigen. Ich glaube, dabei hat er sich verschätzt. Er hat sich verbremst und Calado getroffen."

Dragon-Pilot Sette Camara bestätigt die Aussage des BMW-Piloten: "Sims hat einen Angriff angetäuscht. Ich dachte, er überholt mich, und habe mich verteidigt. Dabei habe ich mich verbremst und bin in Calado gefahren." Der junge Brasilianer nimmt die Schuld für den Unfall auf sich: "Das war komplett mein Fehler, das nehme ich auf meine Kappe. Ich muss mich von hier an verbessern und morgen besser werden."

James Calado war einer der Leidtragenden. Der Jaguar-Pilot hatte eigentlich einen deutlichen Vorsprung auf Sette Camara, als es plötzlich krachte: "Ich hatte nach P17 im Qualifying einen guten Start und war dann Zwölfter. Ich bin in dem Bereich mein Rennen gefahren, mit gleicher Energie wie die Konkurrenten. Das Auto und die Pace waren gut, ich hätte das Potenzial für Punkte gehabt. Und in Kurve 9 kurz vor dem Beschleunigen - ich hatte schon 90 Grad eingelenkt - wurde ich von hinten getroffen. Das hat mich überrascht, damit war mein Rennen vorbei."

Jani: "Habe insgesamt vier Fahrzeuge getroffen"

Porsche-Pilot Jani hatte mit dem eigentlichen Unfall gar nichts zu tun, wurde dann aber doch mit hineingezogen: "Es gab ein Gemetzel vor mir in der vorletzten Kurve. Ich versuchte auszuweichen, was eigentlich auch funktionierte, aber dann wurde ich eingeklemmt. Ich glaube, ich habe insgesamt vier Fahrzeuge getroffen. Das war schade, denn das Auto war im Rennen gut."

Die Rennkommissare sahen die Schuld für den Massencrash ebenfalls bei Sette Camara und belegten ihn mit einer Rückversetzung um drei Startpositionen für das nächste Rennen am Sonntag. Außerdem erhielt er einen Strafpunkt auf seine Rennlizenz. Da es sich um seinen ersten Punkt handelte, bleibt dies jedoch ohne Konsequenzen.

Alle drei Piloten, die in den Unfall verwickelt waren, haben bereits am Sonntag wieder die Gelegenheit, um Positionen und Punkte zu kämpfen. Dann steht bereits das vierte Formel-E-Rennen in Berlin auf dem Programm. Wir berichten wie gewohnt den ganzen Tag hindurch ausführlich über alle Sessions und Vorkommnisse.

Foto: Shivraj Gohil / Spacesuit Media

von Tobias Wirtz  

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