Simon-Evans-Rockingham

Simon Evans im Exklusiv-Interview: "Mitch wird sich selbst als mein Fahrlehrer einstellen"

Der Saisonstart der Jaguar I-Pace eTrophy, der ersten Rahmenserie der Formel E, rückt immer näher. Bei insgesamt neun der zwölf Saisonstationen der FIA-Formelserie wird der Markenpokal seine Rennen austragen - darunter auch der Berlin E-Prix im Mai 2019. Wenige Wochen vor dem Saisonauftakt der eTrophy haben wir Simon Evans, eTrophy-Pilot und der große Bruder von Jaguar-Fahrer Mitch Evans, exklusiv einige Fragen stellen können.

Simon Evans, der sich bislang besonders in den nationalen Rennserien Neuseelands wie den V8 Supertourers oder der NZ Touring Cars Class One einen Namen machen konnte, wurde der Motorsport in die Wiege gelegt. Schon sein Vater Owen qualifizierte sich 1996 für das 24-Stunden-Rennen von Le Mans und hält mit 350 km/h im selben Jahr bis heute den neuseeländischen Geschwindigkeitsrekord.

Sieben Jahre nach seinem Bruder Mitch, der 2011 erstmals in der GP3-Serie startete, zieht es nun auch Simon Evans nach Europa. Im Exklusiv-Interview spricht der 27-Jährige mit 'e-Formel.de' über seinen Einstieg in die Jaguar I-Pace eTrophy.

Simon, danke dass du dir Zeit für uns genommen hast. Wie kam es, dass du dich für die I-Pace eTrophy interessiert hast?

Ich verfolge die Formel E schon seit ein paar Jahren, da mein Bruder in der Serie fährt. Als das Team die neue Rahmenserie vorstellte, wusste ich: Das ist der Weg, auf dem meine Zukunft liegt. Also tat ich alles, um dabei zu sein.

Was können wir von der neuen Plattform erwarten?

Es wird super enger Motorsport werden. Viele, auch Menschen im Motorsport, werden sich dafür interessieren, da es die erste elektrische Tourenwagenserie ist.

Wann hast du dich bewusst für elektrischen Rennsport als nächste Karriereoption interessiert? Das ist ja schon ein ziemlich großer Schritt…

Wie gesagt, verfolge ich die Formel E seit einigen Jahren, und weltweit gesehen sind elektrische Autos im Kommen. Da sich viele Regierungen weltweit auf neue Emissionswerte konzentrieren, gibt das dem Thema einen großen Schub. Teil dieser neuen Serie zu sein, bedeutet, Teil der Begeisterung zu sein.

Bisher wissen wir nur, dass du für ein Team namens "Asia Pacific" starten wirst. Kannst du schon mehr über das Team verraten? Eventuell auch bezüglich deines Teamkollegen?

Dieses Jahr werden wir als 1-Auto-Team an den Start gehen. "Team Asia New Zealand" steht für drei große Importeure von Jaguar Land Rover im asiatisch-pazifischen Raum: Giltrap Group aus Neuseeland, Wearnes aus Singapur und Access in Sri Lanka.

Wie bist du zum Team gekommen?

Ich habe eine sehr gute Verbindung zur Giltrap Group (seit vielen Jahren Sponsor von Evans). Sie sind sehr vorausschauend und zukunftsorientiert. Eines der ersten Teams in der Jaguar I-Pace eTrophy zu sein, beweist diese Einstellung. Ich bewundere das sehr.

Du warst ja bereits bei den ersten Tests in Silverstone dabei. Wie fährt sich der neue I-Pace? Was ist dir besonders am Auto aufgefallen?

Die Tests sind sehr gut verlaufen. Das Erste was mir natürlich aufgefallen ist, ist der Sound. Man muss andere Sinne benutzen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie schnell man unterwegs ist, oder um abzuschätzen, ob man sich verbessert. Die Bremsen am Auto sind sehr gut auf das Gewicht des Autos ausgelegt - es war weder zu frontlastig noch zu hecklastig.

Was ist bis Dezember in Sachen Vorbereitung auf die allererste I-Pace-eTrophy-Saison noch zu tun?

Wir hatten kürzlich noch einen Test in Rockingham, um das Auto kennenzulernen und uns an das Fahrzeug zu gewöhnen. Das erste Rennen wird sehr spannend. Brandneue Autos, eine brandneue Strecke - gleiche Bedingungen für alle.

Du bist bisher in Rennserien wie den V8 Supercars oder den NZ Touring Cars Class One unterwegs gewesen. Was ist die neue Herausforderung in der Jaguar I-Pace eTrophy?

Das Auto, das ich im Moment in Neuseeland fahre, ist sehr schwierig zu handeln. Es hat im Langstreckensport knapp unter 800 PS. Neben den Reifen besteht die Herausforderung in der eTrophy darin zu lernen, wie man das Auto fahren muss, um das Maximum herauszuholen.

Hast du schon Ziele für die erste Saison? Habt ihr als Team Ambitionen in Sachen Meisterschaft?

Wir sind alle Rennfahrer und wollen alle gewinnen - das liegt in unserer Natur. Ich denke, ein realistisches Ziel wäre, unter die ersten Drei zu fahren, aber genauere Ziele setze ich mir nach den finalen Tests.

Wo siehst du elektrischen Rennsport beziehungsweise die Jaguar I-Pace eTrophy in 5 Jahren?

Wenn man von der Formel E ausgeht, wird die Serie immer weiter wachsen. Die Autos werden ständig verbessert. Ich denke, die Serie wird immer für super enges Racing stehen.

Mitch und du werdet nun gemeinsam bei Rennwochenenden unterwegs sein. Wird es einen familieninternen Kampf geben, wer die besseren Rennen fährt? Wer pusht wen mehr?

Wir pushen uns gegenseitig sehr viel. Ich bin mir sicher, er wird sich selbst als mein "Fahrlehrer" einstellen - ob mir das gefällt oder nicht. Also werde ich es einfach genauso machen.

von Svenja König 

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