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Simracing-Interview mit Patrik Holzmann (2/2): "Die Formel E war professionell, aber…"

Knapp einen Monat nach dem Vegas eRace haben wir uns mit Simracer Patrik Holzmann unterhalten. Der 22-Jährige konnte die Geschehnisse in Vegas inzwischen sacken lassen und blickt mit Stolz auf die Woche in Vegas zurück. Im zweiten Teil des Exklusiv-Interviews mit 'e-Formel.de' beschreibt er die technischen Unzulänglichkeiten des Events, seine Trainingsgewohnheiten, und wie er zum Simracing kam. Ihr habt Teil 1 unseres Interviews noch nicht gelesen? Dann solltet ihr das unbedingt tun... ;)

Patrik, technisch lief nicht alles rund beim eRace. Was war besonders gut am Event, was muss in Zukunft besser werden?

Gut war natürlich der Veranstaltungsort. Mehr Aufmerksamkeit für die breite Masse hätten wir kaum erzielen können. Die Formel E hatte einen extrem professionellen Ansatz, und alles, was aus eigener Hand kam, war perfekt umgesetzt. Die einzigen Komponenten, die nicht von der Formel E kamen, waren die Simulatoren und die Software, mit der gefahren wurde. Und da fingen die Probleme an.

Die Firma Cloudsport hat einen eigens entwickelten Mod für die Simulation rFactor2 gestellt. Die Grafik war nicht gut, die Hardware der Simulatoren nicht gründlich überdacht. Und Fehler in der Sim sind nicht gründlich aussortiert worden. Der professionelle Ansatz der Formel E fehlte dort leider, vermutlich auch einfach durch Mangel an Erfahrung. Am Ende des Tages haben Kleinigkeiten einen faden Beigeschmack hinterlassen bei einem ansonsten wunderbar umgesetzten Event.

Die Formel E überlegt, in Zukunft eine eigene eRace-Meisterschaft zu veranstalten. Wie sollte die aussehen?

Ich persönlich hoffe natürlich, dass die Formel E weiter auf Simracing setzt und unseren Sport fördert. Eine Meisterschaft oder regelmäßige Events wären da natürlich Ideal. Zu große Abstände zwischen zwei Rennen würden dazu führen, dass Zuschauer wieder das Interesse verlieren. Das gilt für die reale wie für die virtuelle Welt.

Hat das Vegas eRace das Simracing im Allgemeinen vorangebracht?

Simracing hat zumindest kurzfristig viel mediale Aufmerksamkeit bekommen, was immer hilfreich ist. Ob es sich langfristig gesehen auszahlt, wird die Zeit zeigen. Ich bin aber positiv gestimmt, dass die Formel E zum Wachstum des Simracing beigetragen hat.

Woher kommt dein Videospieltalent und was nutzt du für Equipment?

Ich spiele praktisch schon mein ganzes Leben lang Rennspiele. Angefangen habe ich auf der Playstation 1 mit F1 1997. Bis ins Jahr 2010 habe ich mit Controller gespielt, dann habe ich mir mein erstes Lenkrad gekauft. Seither habe ich Jahr für Jahr mein Equipment weiter aufgerüstet und mich intensiver und professioneller mit der Materie Simracing beschäftigt. Mein Equipment besteht aktuell aus Heusinkveld Pro Pedalen, dem Thrustmaster TX Lenkrad und dem GT1 Alu-Rig von Sim-Lab.

Wie lange pro Woche trainierst du?

Das hängt stark davon ab, ob irgendein wichtiger Wettbewerb ansteht. Für die Road to Vegas (Qualifikation zum eRace) habe ich um einiges mehr trainiert als jemals zuvor in meiner Simracing-Karriere. Das waren im Schnitt gut und gerne vier Stunden am Tag, und das über die monatelange Qualifikationsperiode. Das war extrem. Infolgedessen war die Erleichterung riesig, als ich es unter die besten zehn Simracer geschafft hatte. Ich war ziemlich ausgebrannt danach, aber es war notwendig, wenn man eine Chance haben wollte. Man muss es schlichtweg wie einen Job behandeln.

Was zockst du am liebsten?

Mein Lieblingsgame ist iRacing. Ich tue mich schwer, mich für irgendwas außerhalb des Renn-Genres zu begeistern. Wenn ich etwas wählen müsste, würde ich sagen Super Smash Bros. Melee, damals auf dem Nintendo Gamecube noch.

von Timo Pape 

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