Extreme-E-Staub-aufwirbeln

"Star-Wars-Pod-Rennen meets Rally Dakar": Extreme E stellt neues Rennformat vor

Die elektrische Offroad-Serie, Extreme E, hat am frühen Freitagmorgen ihr neues Rennformat für die Debütsaison 2021 bekannt gegeben. Demnach sollen die "X Prix" an zwei aufeinanderfolgenden Tagen stattfinden: zuerst mit den Qualifikationsläufen, dann mit den Halbfinal- und Finalrennen. Außerdem bestätigte die Serie den sogenannten "Hyperdrive", der ein Team mit zusätzlicher Leistung für den längsten Sprung zu Beginn jedes Rennens belohnt.

Die Rennwochenenden werden wie in vielen anderen Serien auf Samstag und Sonntag aufgeteilt. Der Samstag soll aus zwei Qualifying-Rennen bestehen, bei denen jeweils vier Teams gegeneinander antreten. Nach dem ersten Qualifying werden die Gruppen neu gemischt, sodass jeweils der Erste und Dritte einer Gruppe gegen den Zweiten und Vierten der anderen Gruppe ran müssen. Die vier Teams, die am Ende beider Qualifying-Läufe kumuliert am besten abgeschnitten haben, qualifizieren sich für das Halbfinale 1. Die vier schwächeren Teams treten im Halbfinale 2, dem sogenannten Crazy Race, gegeneinander an.

Tag 1: Das Qualifying-Format

Tag 1: Das Qualifying-Format

Das "Crazy Race" bietet genau einem Rennstall die Möglichkeit, sich in einem "Alles-oder-Nichts-Rennen" trotz schwächerem Qualifying doch noch für das Finale zu qualifizieren. Mehr ist beim "Crazy Race" allerdings nicht anders: "Es gibt keine größeren Unterschiede zwischen dem Crazy Race und den anderen. Es steht nur mehr auf dem Spiel, und die Teams werden noch mehr Druck bekommen, da der Weg ins Finale noch mal härter ist", erklärt eine Extreme-E-Sprecherin auf Nachfrage von 'e-Formel.de'.

Alle Läufe der Extreme E sollen über zwei Runden und knapp 16 Kilometer Distanz gehen. Ihre Rennen nennt die Elektroserie ab sofort übrigens "X Prix", in Anlehnung an die E-Prix der Schwesterserie Formel E, die sich wiederum den Begriff Grand-Prix zum Vorbild genommen hat.

Aus dem Halbfinale 1 qualifizieren sich hingegen drei von vier Teams für das Finale. Die Reihenfolge bestimmt gleichzeitig die Startaufstellung des Finallaufs, wobei der Sieger des "Crazy Race" als viertes Team an den Start geht. Der Rennstall, der im Finale als erster über die Ziellinie fährt, gewinnt den X Prix.

Tag 2: Das Rennformat

Tag 2: Das Rennformat

Jedes der insgesamt acht Teams - das Rennformat soll beliebig erweiterbar sein, kommen weitere hinzu - wird wie geplant mit einer Fahrerpaarung aus Mann und Frau antreten. Die strategische Entscheidung eines Teams, welcher von beiden Piloten zuerst ins Lenkrad greift, soll bis zum Rennstart geheim gehalten werden, sodass es auch zu "gemischten" Duellen auf der Strecke kommt. Nach einer von zwei Runden wird der je Rennen der Fahrer gewechselt.

"Hyperdrive" - Bonus-Energieschub für längsten Sprung

Außerdem bestätigte die Serie die Einführung des "Hyperdrive", über den wir kürzlich bereits unter dem Entwicklungstitel "Hyperboost" berichteten. Dieser bietet ähnlich wie der Attack-Mode in der Formel E den Fahrern die Möglichkeit, im Rennen zusätzliche Leistung freizuschalten. Allerdings kann der Hyperdrive nur einmal pro Rennen abgerufen werden und wird nicht durch Überfahren einer Attack-Zone aktiviert.

Am Anfang jedes Rennens wird es stattdessen eine Möglichkeit zum Sprung geben. Das Team, das den längsten Sprung schafft, bekommt den Boost und kann ihn zu einem beliebigen Zeitpunkt im Rennen einsetzen. Genauere Informationen, etwa wie viel zusätzliche Leistung der Hyperdrive bringt und für wie lang er genutzt werden kann, gab die Serie bisher nicht bekannt. Derzeit sei das Konzept noch nicht bis ins letzte Details durchgeplant, erfahren wir von Seiten der Extreme E. Genaue Zahlenwerte stünden noch nicht fest.

Extreme E will übrigens auch von "natürlichen Herausforderungen" Gebrauch machen und plant, die Strecken entsprechend zu designen. Dazu könnten Hindernisse wie etwa starke Gefälle, Dünen oder Flussläufe zählen.

"Extreme E ist eine Meisterschaft, wie es sie im Sport noch nie gegeben hat", sagt Seriengründer Alejandro Agag. "Um die nächste Generation von Motorsport-Fans anzusprechen, ist es essentiell, ein neues innovatives Rennformat zu kreieren. Wir sehen es als eine Mischung aus Star-Wars-Pod-Rennen und Rallye Dakar. Wir hoffen, unsere Fans werden die kurzen Rennen mit Rad-an-Rad-Action genießen, um die wir das Format herum gebaut haben. Mit unserem elektrischen Rennauto, dem Fahrerwechsel, dem Hyperdrive und dem Crazy Race gibt es einiges zu sehen!"

Vor wenigen Tagen begrüßte die Extreme E außerdem mit Catie Munnings und Molly Taylor zwei neue weibliche Mitglieder im Drivers' Programme. Munnings fährt derzeit in der FIA Junior Rally-Weltmeisterschaft, und Taylor gewann 2016 als erste Frau die Australische Rallye-Meisterschaft. Damit haben nun fünf Frauen Interesse an einem Cockpit in der Serie bekundet und sich im Drivers' Programme eingetragen (zur Übersicht).

Zusätzliche Berichterstattung durch Timo Pape

Foto: Extreme E

von Svenja König  

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