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#startfromzero - TAG Heuer Porsche Formula E Team

Unsere große Teamvorstellungsreihe vor der Saison 2019/20 auf e-Formel.de beginnen wir mit einem der Neueinsteiger in der Formel E: Das TAG Heuer Porsche Formula E Team.

Mit Porsche und den gleichzeitig als Werksteam debütierenden "Lokalrivalen" von Mercedes-Benz sind nun insgesamt vier deutsche Automobilhersteller in der Formel E engagiert. Porsche stieg dafür Ende 2017 aus der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) aus und schickte den Porsche 919 hybrid in Rente. "Die Formel E ist für uns das ultimative kompetitive Umfeld, um die Entwicklung von High-Performance-Fahrzeugen in puncto Umweltfreundlichkeit, Sparsamkeit und Nachhaltigkeit voranzutreiben", erklärte Entwicklungsvorstand Michael Steiner im Mai 2017.

Der Saisonauftakt in Diriyya am 22. November wird für Porsche das erste Monoposto-Rennen als Werksteam seit dem 21. Oktober 1990 sein. Damals trat der Hersteller unter dem Namen "Porsche North America" beim Champion Spark Plug 300 an, dem Saisonfinale der nordamerikanischen ChampCar-Serie auf dem Laguna Seca Raceway in Monterey, Kalifornien. Im folgenden Jahr folgte noch eine kurze Phase in der Formel 1 als Motorenlieferant beim Footwork-Team. Das Team beendete mangels Konkurrenzfähigkeit diese Zusammenarbeit nach sechs Rennen jedoch wieder. Teamchef des neuen Formel-E-Teams - Porsche nennt diese Position selbst "Einsatzleiter" - ist der Neuseeländer Amiel Lindesay.

Porsche-Teamchef Amiel Lindesay: von München über Le Mans in die Formel E

Lindesay betrieb in Neuseeland hobbymäßig Motorsport, bevor Freunde, die in Europa arbeiteten, ihm ebenfalls diesen Schritt nahelegten. 1999 wurde er demnach Mechaniker beim Schweizer Motorsportteam Jenzer, das in unterschiedlichen Nachwuchsklassen im Formelsport antrat. Hier arbeitete er auch bereits mit seinem jetzigen Formel-E-Fahrer Neel Jani zusammen, der damals für das Team die Formel Renault bestritt. Sein Weg führte Lindesay 2005 zum Formel-1-Team von Sauber, wo er als Getriebemechaniker begann und nach der Übernahme des Teams durch BMW zum Chefmechaniker ernannt wurde.

Nach dem Formel-1-Ausstieg von BMW arbeitete er im DTM-Team der Münchener. Im November 2012 wechselte er dann zu Porsche und unterstütze das im Aufbau befindliche LMP1-Projekt. Als "Crew Chief" war er später bei den LMP1-Einsätzen sowohl für die Mechaniker an der Strecke als auch im Werk in Weissach verantwortlich. Porsche gewann mit Lindesay in dieser Zeit jeweils dreimal den Herstellertitel in der Langstreckenweltmeisterschaft und das 24-Stunden-Rennen von Le Mans.

Altbekannte Farben für den Porsche 99X Electric

Porsche setzt in der neuen Formel-E-Saison den selbstentwickelten Porsche 99X Electric ein. Die Lackierung des Fahrzeugs ist in Weiß, Schwarz und Rot gehalten. Während die Front weiß gestaltet wurde, ist der Bereich um das Cockpit schwarz lackiert. Die Heckpartie hingegen erstrahlt in Rot. Mit TAG Heuer, Mobil, Vodafone und anderen hat das Team dabei einige Sponsorenlogos auf dem Fahrzeug, die bereits seit vielen Jahren aus diversen anderen Motorsportserien bekannt sind.

Fotos: Porsche AG & Shivraj Gohil, Lou Johnson, Jamie Sheldrick / Spacesuit Media

Auch wenn der Saisonauftakt in Diriyya das erste Rennen für Porsche sein wird - für die beiden Piloten Neel Jani und Andre Lotterer wird es das nicht sein. Beide Fahrer debütierten beim Hongkong E-Prix 2017 in der Elektrorennserie - Jani bei Dragon Racing, Lotterer bei Techeetah. Während Jani das Team und die Formel E schon nach dem Saisonauftakt wieder verließ, bestritt Lotterer seitdem insgesamt 25 E-Prix - zwei volle Saisons.

Neel Jani (#18, Schweiz)

Der 35-jährige Schweizer erzielte in seiner langen Karriere eine Vielzahl von Erfolgen. Nach einer mit zwei Jahren relativ kurzen Karriere im Kartsport gewann er 2000 die Debütsaison der Lista Formel A. 2002 wurde er Vizemeister im Formel-Renault-2000-Eurocup und ein Jahr später erneut Vizemeister im Formel-Renault-V6-Eurocup. Er wechselte in die die GP2-Serie, die er mit zwei Siegen auf dem siebten Meisterschaftsrang abschloss und bestritt parallel die A1-Grand-Prix-Serie, wo er mit dem Team Schweiz ebenfalls Zweiter wurde.

Jani wechselte nach Nordamerika, wo er eine Saison der ChampCar-Serie bestritt. Mit drei Podestplätzen schloss er die Saison auf dem neunten Platz ab. Im folgenden Jahr konzentrierte er sich jedoch wieder auf die A1-Grand-Prix-Serie, wo er als einziger Fahrer des Teams Schweiz antrat und den Titel gewann. Ein Jahr später wurde er Zweiter. Außerdem war er als Ersatzfahrer für die Formel-1-Teams Sauber und Toro Rosso aktiv. Da Janis Vater Inder ist, war er 2010 als Testfahrer für das damals neue Team Force India im Gespräch. Das Team entschied sich jedoch für Paul di Resta.

Im selben Jahr wechselte Jani in die Sportwagen-Szene. Er bestritt das 24-Stunden-Rennen von Le Mans für Rebellion Racing sowie die GT1-Weltmeisterschaft für Ford. Mit Rebellion stieg er 2012 in die neugegründete Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) ein, wo er sich ein Auto mit Nick Heidfeld und Nico Prost teilte. 2014 erfolgte dann der Wechsel zu Porsche, wo er 2016 das 24-Stunden-Rennen von Le Mans und den WEC-Titel gewann. Nach seinem kurzen Formel-E-Gastspiel bei Dragon Racing trat er erneut für Rebellion Racing in der WEC an, wo er sich ein Auto mit Andre Lotterer und Bruno Senna teilte und am Saisonende Fünfter wurde.

Neel Janis Statistik in der Formel E:

  • 2 Rennen
  • 0 Punkte
  • 0 Siege
  • 0 Podien
  • 0 Poles
  • 0 schnellste Rennrunden
  • 0 FANBOOSTs

Andre Lotterer (#36, Deutschland)

Der 38-jährige Andre Lotterer schloss seinen ersten beiden Formel-E-Saisons für Techeetah jeweils auf Rang 8 der Gesamtwertung ab. Bei den Chinesen konnte er insgesamt vier Podestplätze und eine Pole-Position feiern, zudem wurde das Team mit ihm einmal Vizemeister und in der vergangenen Saison sogar Champion. Zuvor konnte er bereits viele Erfolge im globalen Motorsport feiern.

1998 startete Lotterer zum ersten Mal im Formelsport und gewann auf Anhieb den Meistertitel der Formel BMW Junior. Dies wiederholte er im folgenden Jahr in der Formel BMW. Es folgte der Wechsel in die Formel 3, außerdem bestritt er erste Testfahrten für das Jaguar-Formel-1-Team. Bis zu seinem ersten Formel-1-Rennen sollte es allerdings noch viele Jahre dauern. 2003 wechselte Lotterer nach Japan in die Formel Nippon, in der er 15 Jahre lang antrat. Er war in dieser Zeit niemals schlechter als Platz 6 in der Gesamtwertung, 2011 gewann er die Meisterschaft. Parallel bestritt Lotterer von 2003 bis 2011 die Super GT, wo er 2006 und 2009 Champion wurde.

2009 gab Lotterer in einem privat eingesetzten Audi sein Debüt beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans, bevor er im folgenden Jahr bereits zum Werksaufgebot der Ingolstädter gehörte. 2011, 2012 und 2014 erzielte er mit Benoit Treluyer und Marcel Fässler den Gesamtsieg beim Traditionsrennen an der Sarthe. Ab 2012 bestritt er zudem die neue WEC für Audi - das Trio gewann dabei auf Anhieb den Titel. 2014 erfolgte schließlich doch noch sein Formel-1-Debüt: Beim Großen Preis von Belgien ging er für Caterham an den Start, fiel jedoch bereits in der ersten Runde aus. Zu weiteren Formel-1-Einsätzen kam es nicht mehr. Nach dem Ausstieg von Audi aus der WEC fuhr er dort ein Jahr für Porsche, bis auch die Zuffenhausener der Serie den Rücken kehrten.

Lotterers Statistik in der Formel E:

  • 25 Rennen
  • 150 Punkte
  • 0 Siege
  • 4 Podien
  • 1 Poles
  • 3 schnellste Rennrunden
  • 0 FANBOOSTs

Verpasse nicht den zweiten Teil unserer großen Teamvorstellungsreihe auf e-Formel.de - in ein paar Tagen geht es weiter mit Nio 333 FE Team.

von Tobias Wirtz 

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