Lucas di Grassi vom Team Abt

Team ABT Schaeffler FE01 bereit für den Saisonstart der Formel E

Die Formel E steuert auf ihre zweite Saison zu: Heute und morgen finden in Donington (GB) die letzten Testfahrten statt, bevor die rein elektrisch angetriebenen Formelautos verladen und in Richtung Peking (CN) transportiert werden. Wenn im Herzen der chinesischen Hauptstadt am 17. Oktober die Startampel das Rennen frei gibt, beginnt für Schaeffler eine neue Ära im Motorsport: Das Unternehmen hat als exklusiver Technologiepartner des Teams ABT Sportsline den Antriebsstrang des neuen „ABT Schaeffler FE01“ entwickelt.

Starteten in der Premierensaison der Formel E noch alle Teams mit Einheitsautos, so ist in der Saison 2015/2016 der komplette Antriebsstrang freigegeben. Herzstück ist der Elektromotor, der den Namen „ABT Schaeffler MGU 01“ trägt. Der Schwerpunkt lag hierbei auf einer bestmöglichen Effizienz, hoher Zuverlässigkeit und optimaler Thermik dank veränderter Kühlung. „Unser Motor hat ein besseres Drehmoment und einen besseren Wirkungsgrad als der Vorgänger“, sagt Prof. Peter Gutzmer, der die Entwicklungen als Technologie-Vorstand bei Schaeffler verantwortet und einen engen Zeitplan vorfand: „Die ersten Gespräche fanden vor etwa zehn Monaten statt, bereits ein halbes Jahr später waren die ersten Teile gefertigt. Das Timing ist eng, wie immer im Motorsport, aber wir sind im Plan.“

Schaeffler entwickelte auch ein neues, zum Motor passendes Getriebe, das von dem renommierten Partner Hewland nach speziellen Vorgaben gefertigt wurde Es ist steifer und kompakter. Um das Ziel von möglichst wenigen Schaltvorgängen pro Runde zu erreichen, entschieden die Ingenieure sich für eine Variante mit drei Gängen. Optimiert wurde auch das Fahrwerk, das eine höhere Steifigkeit sowie eine verbesserte Kinematik aufweist. Bindeglied zwischen allen Elementen ist die neu entwickelte Software, die für das Zusammenspiel aller Komponenten verantwortlich ist. Ihre Funktionalität zu perfektionieren, war ein Schwerpunkt der Testfahrten.

„Für uns war von Anfang an klar, dass wir keine halben Sachen machen. Deshalb sind wir alle Bereiche, die durch das Reglement freigegeben sind, auch angegangen und haben gemeinsam mit unseren Partnern eigene, optimierte Lösungen entwickelt“, sagt Prof. Peter Gutzmer. Ein Anspruch, den Schaeffler auch außerhalb des Motorsports hat. Gutzmer: „Die gesamte Elektromobilität, dazu gehören Hybrid-Lösungen, aber auch das elektrische Fahren, wird ganz wesentlich die Mobilität der Zukunft bestimmen. Um hier vorn zu sein, ist das Engagement in der Formel E ideal und steht als Vorbild: Unsere Ingenieure sollen an Grenzen gehen und den Wettbewerb suchen – in der Serie genau wie im Motorsport.“

Schaeffler war bereits von der ersten Stunde der Formel E an als Partner des einzigen deutschen Teams involviert und macht jetzt den nächsten Schritt. „Die Zusammenarbeit mit ABT Sportsline funktioniert hervorragend Das Team hat sich in der ersten Saison gefunden, arbeitet professionell und erfolgsorientiert und ist der perfekte Botschafter für unser Leitbild ‚Mobilität für morgen‘“, sagt Gutzmer.

Auch bei den Fahrern setzt die Mannschaft, die offiziell unter dem Namen „ABT Schaeffler Audi Sport“ genannt ist, auf Kontinuität: In den beiden Elektro-Boliden, die den Namen ABT Schaeffler FE01 tragen, werden erneut Daniel Abt (22) und Lucas di Grassi (31) sitzen, die in der ersten Saison den dritten Platz in der Teamwertung erreicht hatten. Lucas di Grassi kämpfte bis zum letzten der elf Rennen um den Fahrertitel. Kein anderer Pilot stand im Laufe der Saison so oft auf dem Podium wie der Südamerikaner in den Schaeffler-Farben.

Nach dem Auftakt in Asien geht die Formel E auf eine Welttournee durch Süd- und Nordamerika und Europa. Neu im Kalender ist das Gastspiel im Herzen von Frankreichs Hauptstadt Paris, das Heimspiel aus Sicht von Schaeffler wird am 21. Mai in Berlin ausgetragen. Zum Finale treffen sich die 20 Piloten am ersten Juli-Wochenende in London (GB).

 

von Christian Lehmann  

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