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Technik: So hat sich die Formel E in nur 3 Jahren entwickelt

Spätestens seit dem Andrang zahlreicher namhafter Hersteller der Automobilindustrie gilt die Formel E als "place to be" des Motorsports. Die Elektroserie hat es geschafft, in nur drei Jahren der Formel 1 den Titel der "Königsklasse" abzunehmen - zumindest mit Blick auf die technische Relevanz. Schließlich gilt der Motorsport seit Jahrzehnten als ideale Testumgebung für neue Technologien. Und während die Formel 1 weiterhin auf Hybridmotoren setzt, treibt die Formel E die Entwicklung von vollständig elektrifizierten Fahrzeugen voran. Dabei profitieren nicht nur die großen Autohersteller von den neuen Erkenntnissen…

In einem modernen Formel-E-Wagen stecken die Ergebnisse aus mehr als vier Jahren Forschung, harter Arbeit und Entwicklung. Es ist keine Überraschung, dass Formel-E-Autos aus dem Jahr 2017 merklich leistungsfähiger sind als noch die Fahrzeuge der Premierensaison 2014/15. Ab Dezember stehen den Fahrern erstmals bis zu 180 kW Leistung im Rennen zur Verfügung.

Aus Kreisen der Formel E ist zu hören, dass zudem die Energieeffizienz der Boliden im Laufe von nur drei Saisons von 82 auf 92 Prozent angehoben werden konnte. Konkret heißt das: Von den 28 kWh, die die Batterie derzeit an die Elektromotoren liefert, werden rund 25,8 kWh genutzt, um das Fahrzeug anzutreiben. Der Rest der gespeicherten Energie wird in Wärme umgewandelt. 2014 waren es noch weniger als 23 kWh, die durch den Motor an die Antriebsachse ausgegeben wurden.

Im Vergleich dazu stehen die Fahrzeuge der Formel 1, die über 40 Prozent weniger effizient sind. Ein Mercedes-F1-Pressesprecher erklärt uns: "Unsere Motoren gehören zu den effizientesten Benzinmotoren der Welt. Wir setzen fast 50 Prozent der im Benzin enthaltenen Energie um, um die Fahrzeuge bei den extremen Bedingungen in der Formel 1 anzutreiben. Im Vergleich dazu stehen durchschnittliche Benziner, die nur eine Effizienz von etwa 20 Prozent aufweisen."

Höher, schneller, weiter…

Neben der verbesserten Effizienz - für Saison fünf (2018/19) ist eine weitere Verbesserung um zwei Prozent vorgesehen - wird die Formel E von Jahr zu Jahr auch schneller. Der Video-Vergleich einer Onboard-Runde in Monaco aus dem Mai zeigte bereits, was für einen Sprung die Formel E in nur drei Saisons geschafft hat: Sebastien Buemi legte die Runde im Fürstentum bei gleichem Layout ganze vier Sekunden schneller zurück als noch im Sommer 2015. Das vollständige Video findet ihr unten.

Bis Ende 2018 erwarten die Rennställe, dass ihre Fahrzeuge zwischen 15 und 20 Prozent schneller sein werden als noch in Saison eins. Hinzu kommt eine neue Batteriegeneration, die die Reichweite der Autos verdoppelt und einen Fahrzeugwechsel hinfällig macht.

Während die Teams frei an Motoren, Invertern und Getrieben entwickeln dürfen, sind sie bis auf Weiteres nichtsdestotrotz an ein strenges Regelwerk gebunden, das in erster Linie dazu beitragen soll, die Kosten in der Formel E zu begrenzen. Erst schrittweise soll die Entwicklung von kostspieligeren Komponenten, allen voran die Batterie, freigegeben werden.

Durchschnittlich 74 Überholmanöver pro Rennen

Das erfreuliche Nebenprodukt der - bis auf wenige Ausnahmen - Einheitsautos ist der harte Wettkampf auf der Strecke: Im Durchschnitt bekommen Formel-E-Fans im Schnitt 74 Überholmanöver pro Rennen zu Gesicht.

Mit jeder Menge Rennsportaction, rosigen technologischen Aussichten für die Zukunft und dem jungen und dynamischen Formel-E-Geist ist es kein Wunder, dass sich immer mehr große Hersteller in der Elektroserie engagieren wollen. Zuletzt bekannten sich Porsche und Mercedes ab 2019 zur Formel E. Und die Frage nach dem nächsten OEM in der Formel E ist nicht mehr das "Ob?" - sondern das "Wann?"

Im Vergleich: So viel schneller ist die Formel E in nur 3 Jahren geworden

von Tobias Bluhm 

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