Turvey über Michelin-Allwetterreifen: "Ein Reifen, der viel kann!"

Die Reifen in der Formel E stellen, wie vieles andere in der elektrischen Formelserie, eine Besonderheit dar. So hat jeder Fahrer pro ePrix für seine beiden Fahrzeuge nur sechs Vorder- und sechs Hinterreifen zur Verfügung. Jeweils ein Vorder- und ein Hinterreifen davon müssen bereits beim vorherigen Rennen zum Einsatz gekommen sein. Unterschiedliche Pneus für verschiedene Witterungsbedingungen gibt es dabei ebenso wenig wie verschiedene Gummimischungen.

Dabei entwickelt auch Einheitslieferant Michelin kräftig weiter. Vor der dritten Saison wurde ein neuer Reifen mit dem Namen EV2 eingeführt. Damit haben die Franzosen nicht nur den Rollwiderstand verringert, der EV2 bietet auch mehr Haftung und kommt schneller auf Temperatur.

In der Formel 1, wo im Gegensatz zur Formel E das Reifenmanagement seit einigen Jahren eine große Rolle spielt, stand Lieferant Pirelli in der Vergangenheit teilweise mehr im Fokus, als es dem Unternehmen lieb war. In der Formel E gibt es hingegen keine öffentliche Kritik am Reifenhersteller. Im Gegenteil: Fahrer und Verantwortliche loben die Michelin-Gummis ausdrücklich.

"Die Reifen sind wirklich gut", sagt NIO-Pilot Oliver Turvey bei 'Motorsport-Total.com'. "Sie besitzen ein großes Arbeitsfenster und funktionieren unter vielen Bedingungen. Wir benutzen immer die gleichen Reifen, egal ob im Trockenen, im Nassen, bei 50 Grad Streckentemperatur oder 0 Grad Streckentemperatur. Es ist also ein Reifen, der viel kann." Der Brite ist dabei nicht nur mit dem Grip zufrieden, den die Reifen bieten, sondern auch mit dem niedrigen Verschleiß der 18-Zoll-Pneus.

Sein Teamchef Gerry Hughes ergänzt: "Es gibt Synergien zwischen Rennstrecke und Straße." Denn auch im Bereich der Reifen versucht die Formel E, Serienrelevanz zu verkörpern. Auf der Straße ist ein niedriger Rollwiderstand ebenfalls zu einer elementaren Eigenschaft eines Reifen geworden, senkt dieser doch den Kraftstoff- beziehungsweise Energieverbrauch deutlich.

Hughes nimmt jedoch Abstand davon, beim Wegfall des Fahrzeugwechsels in der fünften Saison die Reifen als Strategieelement zu nutzen: "Es ist eine sehr schwierige Situation, und man kann praktisch die Würfel werfen, was im Rennen passieren wird. Das ist aber wohl nicht die Richtung, in die wir mit der Serie gehen wollen."

von Tobias Wirtz 

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