edoardo-mortara-zurich-sideview

Venturi beim Zürich E-Prix glücklos: "Unsere Strategie wurde ruiniert"

Beim Zürich E-Prix der Formel E, dem ersten Rundstreckenrennen in der Schweiz seit mehr als 60 Jahren, erreichte nur ein Venturi das Ziel. Maro Engel beendete das Rennen auf dem elften Platz, während Lokalmatador Edoardo Mortara wegen eines technischen Defekts ausschied.

Zuvor wurde das Team bereits Opfer von mechanischen Problemen: An einem der beiden Fahrzeuge von Engel mussten nach dem Shakedown am Samstag Getriebe und Variator gewechselt werden. Nach dem 1. Freien Training am Sonntag tauschten die Mechaniker dann noch eine defekte Batterie an einem der Fahrzeuge von Mortara. Während Mortara im Qualifying die 14. schnellste Zeit fuhr, schaffte Engel es nur auf Platz 18.

Der Start ins Rennen lief für beide Venturi-Piloten erfolgreich: Sowohl Mortara als auch Engel konnten sich in der ersten Runde um einen Platz nach vorne arbeiten. Mortara lag bereits auf dem aussichtsreichen zehnten Platz, als die Hinterradaufhängung an seinem Wagen brach. Mortara prallte daher gegen die Mauer und musste früh die Hoffnung auf ein erfolgreiches Heimrennen begraben. Es handelte sich um den ersten Ausfall eines Venturi-Fahrers wegen eines mechanischen Defektes in der gesamten Saison.

Ab diesem Zeitpunkt waren alle Hoffnungen des Teams auf Maro Engel gerichtet. Der Deutsche war in einer guten Position: 28 Runden vor dem Rennende hatte er mehr Energie gespart als seine unmittelbaren Konkurrenten. Als dann aber in der 19. Runde eine Full-Course-Yellow ausgerufen wurde, zerstörte dies die Strategie von Fahrer und Team. Um möglichst wenig Zeit zu verlieren, wechselten alle Fahrer sofort in ihr zweites Fahrzeug.

Zurück auf der Strecke, kämpfte sich Engel weiter nach vorne und kam knapp bis an die Punkteränge heran. Es reichte am Ende jedoch nur zu Platz 11. "Unsere Strategie wurde durch die Full-Course-Yellow ruiniert, weil wir 21 Runden mit dem ersten Auto absolvieren wollten. Damit wären wir länger gefahren als unsere direkten Gegner."

"Um das zu schaffen, sind wir in der ersten Rennhälfte sehr defensiv unterwegs gewesen", erklärt Engel weiter. "Das hat gut funktioniert, aber in der Full-Course-Yellow-Phase mussten wir dann schon in Runde 19 den Boxenstopp machen. Es ist frustrierend, das erste Auto mit einer Restenergie von 15 Prozent abzustellen. Trotz der schwachen Leistung im Qualifying hätten wir heute gute Chancen gehabt, einige Punkte zu erzielen."

Teamkollege Mortara ist ähnlich niedergeschlagen: "Es ist sehr schade, weil alles gut funktioniert hat - sowohl das Energiemanagement als auch die Batterietemperatur. Wir waren definitiv auf dem Weg in die Top 10, weil wir leistungsfähiger als unsere direkten Konkurrenten waren. Aber dann brach die Radaufhängung, und ich habe die Mauer getroffen."

Gildo Pastor, Präsident des Venturi-Teams, sagt: "Edoardos mechanisches Problem hat uns leider die großartige Show, die wir bis dahin gesehen haben, verhagelt. Das ist sehr schade. Auch Maro hatte Pech, unser Plan wurde durch die Gelbphase zerstört. Trotzdem schaue ich nach vorne, wir haben noch zwei großartige Rennen vor uns."

Venturi verlässt die Schweiz auf dem siebten Platz in der Teamwertung. Am 14. und 15. Juli findet mit dem Double-Header in New York City das Saisonfinale der vierten Formel-E-Saison statt.

von Tobias Wirtz 

Zurück

Einen Kommentar schreiben

NEUESTE NACHRICHTEN

Max-Günther-climbs-Formula-E-Car

Thema Impfen: So schützt sich die Formel E auf ihrer Welttournee

Die Formel E bewegt sich seit ihrer Premierensaison 2014/2015 auf unterschiedlichen Kontinenten. Europa, Afrika, Asien, Nord- und Südamerika stehen dabei fast jede Saison im Rennkalender der Elektrorennserie. In der derzeitigen ...
von Erich Hirsch
Sam-Bird-Monaco

Formel-E-Fahrer wünschen sich Rückkehr zu fester Rundenzahl

Mit der vergangenen Saison 2018/19 führte die Formel E eine neue Regel zur Dauer eines E-Prix ein: Ab sofort gingen die Elektrorennen nicht mehr über eine fixe, im Vorfeld definierte ...
von Timo Pape
Alejandro-Agag-Extreme-E-Buggy

Agag über Extreme-E-Kritik: "Man kann nicht im Bett bleiben, nur um Emissionen zu vermeiden"

Die neue SUV-Rennserie Extreme E soll zum nächsten großen Streich von Formel-E-Gründer Alejandro Agag werden. Der Spanier, der sich in den kommenden Wochen von seiner Position als Geschäftsführer der Formel ...
von Tobias Bluhm
Formel-E-Autos-mit-Blick-auf-Bern

Der große e-Formel.de Saisonrückblick 2018/19 - Teil 3/3

Die fünfte Formel-E-Saison ist im Juli in New York zu Ende gegangen. Nach 13 spannenden, abwechslungsreichen und teils äußerst chaotischen Rennen kürte sich Jean-Eric Vergne zum ersten Doppelchampion der Elektrorenserie vor den ...
von Tobias Wirtz