Jaguar-Interview

"Vergne hat gebremst..." - Die besten Fahrerstimmen aus Mexiko

Nach einem Fotofinish kann sich Lucas di Grassi als vierter Rennsieger im vierten Rennen der Formel-E-Saison 2018/19 in Mexiko-Stadt feiern lassen. Der Brasilianer setzte sich in buchstäblich letzter Sekunde gegen Mahindra-Mann Pascal Wehrlein durch, der durch eine nachträgliche Zeitstrafe als Sechster gewertet wurde. Hinter di Grassi komplettierten Antonio Felix da Costa (BMW) und Edoardo Mortara (Venturi) das Podium.

Selten gab es in der Formel E eine spannendere Schlussphase. Wie schon in den Vorjahren entpuppte sich Mexiko-Stadt letztlich jedoch als gutes Pflaster für das Audi-Team, das zum zweiten Mal in Folge den Siegerpokal aus Mexiko entgegennehmen (und behalten) konnte. Was die Fahrer nach dem Rennen zu sagen hatten, haben wir dir in diesem Artikel zusammengestellt.

Die besten Fahrerstimmen aus Mexiko-Stadt

Lucas di Grassi (Audi, 1.): "Was für ein unglaubliches Rennen mit einer verrückten letzten Runde. Wehrlein ist sehr riskant gefahren, hat immer wieder die Richtung geändert und sich mit aller Kraft gewehrt. Es war wirklich nervenaufreibend und mit einer Menge Adrenalin verbunden, aber mein Plan, dass er beim Verteidigen zu viel Energie verbraucht, ist aufgegangen. Ich möchte meinem ganzen Team danken, dass sie mir so ein gutes Auto zur Verfügung gestellt haben. Heute Nacht wird gefeiert!"

Antonio Felix da Costa (BMW, 2.): "Ich glaube, wir haben heute das effizienteste Auto von allen gehabt. Trotzdem hat es nicht ganz gereicht, und wir haben schnell verstanden, dass wir heute in erster Linie das Auto ins Ziel bringen müssen. Eigentlich wollte ich nur Fünfter werden und Punkte sammeln, aber nach der verrückten letzten Runde bin ich auf einem super zufriedenstellenden Platz 2 ins Ziel gekommen."

Edoardo Mortara (Venturi, 3.): "Ich habe keine Ahnung, woher dieses Podiumsergebnis überhaupt kam. Wir hatten ein gutes Rennen, an dessen Ende ich sogar auf die Führenden aufschließen konnte. In Santiago wurde ich Vierter, hier Dritter. Mal sehen, was als Nächstes passiert."

Mitch Evans (Jaguar, 7.): "Von Startplatz 18 gute Punkte zu sammeln, ist natürlich sehr schön. Wir waren gut mit unserem Energiemanagement und haben in dieser Saison schon erkennbare Fortschritte gemacht. Besonders die ersten paar Runden liefen heute gut für mich, gerade nach der Unterbrechung durch Nelsons Unfall. Ich bin froh, dass es ihm gut geht."

Gary Paffett (HWA, 16.): "Das Rennen hatte seine guten und schlechten Seiten. Wir haben uns aus allen Schwierigkeiten herausgehalten und das Rennen beendet, konnten weitere Daten sammeln und werden unsere Aufholjagd fortsetzen. Wir haben weiter dazugelernt und Forstschritte erzielt. Leider keine Punkte, aber auch ein paar positive Aspekte, die wir aus Mexiko mitnehmen."

Stoffel Vandoorne (HWA, 18.): "Es war wirklich ein sehr schwieriges Rennen. Das Auto hatte gleich zu Beginn einen Shutdown, sodass ich fast eine ganze Runde zurückgefallen bin. Dank der roten Flagge konnte ich mich dann ins Rennen zurückkämpfen. Ich hatte nach dem Re-Start eine gute Pace und habe ein paar Autos überholt. Ich war wieder im Geschäft, und dann haben wir eine Drive-Through-Strafe kassiert, die mein Rennen letztlich ruiniert hat. Aber wir haben es immerhin ins Ziel geschafft. Wir haben heute ein paar harte Stunden durchlebt und müssen daraus für die Zukunft lernen."

Nelson Piquet jr. (Jaguar, DNF): "Ich hatte einen guten Start und habe dann auf Vergne aufgeholt. Beim Überholversuch hat er sehr früh gebremst, während ich noch beschleunigt habe. Dann bin ich an seinem Hinterrad aufgestiegen. Ich hoffe, dass wir nun das Auto repariert kriegen, weil morgen wieder ein Testtag für uns ansteht. Darum sorge ich mich derzeit am meisten."

Foto: Lou Johnson / Spacesuit Media

von Tobias Bluhm 

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