Flugzeug-Berlin-Tempelhof

Weitere Flüchtlingshallen für Berlin Tempelhof beschlossen – Formel E muss wohl ausweichen

Ein ePrix in Berlin-Tempelhof wird immer unwahrscheinlicher. Wie wir bereits berichteten, wurde der 2008 stillgelegte Flughafen im Süden der Bundeshauptstadt als Notunterkunft für Flüchtlinge umfunktioniert. Der Berliner Senat entschied nun die Bebauung des Flughafens: Auf dem 23 Hektar großen Vorfeld, wo das Formel-E-Rennen für den kommenden Mai angesetzt ist, bleibt zwar frei, jedoch werden am Rande des Flughafens bis zu sechs mobile Flüchtlingshallen entstehen.

Ein Volksentscheid aus dem Jahr 2014 verbietet das Bauen auf dem Gelände zwar, doch trotzdem will der Senat in Tempelhof nun mobile Hallen errichten, um dem Flüchtlingsansturm auf Berlin gerecht zu werden. Am Dienstag wurde die Änderung des Tempelhof-Gesetztes beschlossen, der Entwurf muss nun nur noch vom Abgeordnetenhaus am 10. Dezember verabschiedet werden. Es handelt sich um eine gesetzliche Ausnahme, die bis Ende 2019 befristet ist und sich nur auf die asphaltierten Flächen am Rand des Feldes bezieht.

Das Vorfeld, auf dem die Strecke aufgebaut werden soll, wird zuerst einmal frei von Hallen bleiben. Die Initiative “100 Prozent Tempelhofer Feld” schlug diesen Plan zuvor der Landesregierung vor, jedoch ist dieser Schritt mit der aktuellen Entscheidung vom Tisch. “Ich sehe dort keine Möglichkeit, Leitungen für Frisch- und Abwasser zu installieren”, sagt SPD-Bausenator Andreas Geisel gegenüber der ‘BZ’.

Trotzdem bleibt der ePrix in Berlin-Tempelhof unwahrscheinlich: Mittlerweile leben rund 2.300 Flüchtlinge in den Hangars 1 und 2. Das Vorfeld ist dabei dringend nötig, um die Versorgung der neuen Flughafenbewohner zu gewährleisten.

Bis Mitte Dezember sollen drei weitere Hangars als Notunterkünfte eröffnen. Im Frühjahr werden die sieben Hangars mit rund 5.000 Flüchtlingen belegt sein, vermutet Geisel. Ein Rennen auf dem Vorfeld zu veranstalten wird damit praktisch unmöglich.

von Tobias Bluhm  

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Kommentar von Hans Albers |

Schade!
Jetzt kommt es schon zu Einschränkungen auf Grund der Flüchtlinge.
Dann wird es halt nix mit ner Woche Urlaub in Berlin.
Geht's halt mit der Familie nach London!

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