Felix-da-Costa-Vergne-Valencia-Testing

Zahlen, Daten, Fakten: Statistiken zu den Formel-E-Testfahrten 2020 in Valencia

Die Vorbereitungen auf die Formel-E-Saison 2021 sind mit den dreitägigen Testfahrten auf dem Circuit Ricardo Tormo am Dienstag zu Ende gegangen. Wir haben das Geschehen in Valencia ganz genau unter die Lupe genommen und in einem ausführlichen Statistik-Artikel aufbereitet. Darin beleuchten wir unter anderem die Performance aller Fahrer und Teams.

Besonderheiten bei den Testfahrten

  • Im dritten Jahr in Folge erzielte ein BMW-Fahrer die Bestzeit bei den Valencia-Testfahrten. 2018 war dies Antonio Felix da Costa gelungen. In den beiden Folgejahren war Maximilian Günther jeweils Schnellster.
  • Sebastien Buemi bleibt somit der einzige Champion, der nach seinem Titelgewinn die Bestzeit bei den Vorsaison-Tests erzielte. Er war in Donington 2016 Schnellster.
  • Im Gesamtklassement lagen alle 24 Fahrer innerhalb von nur 0,578 Sekunden. Das hat es auch in der sehr engen Formel E noch nie gegeben.
  • In den fünf Valencia-Sessions wurden die Bestzeiten von fünf Fahrern von fünf verschiedenen Teams mit Antrieben von fünf verschiedenen Herstellern gefahren.
  • 21 Fahrer erzielten ihre persönliche Bestzeit am Dienstag. Nur Sam Bird und Alexander Lynn (Sonntagnachmittag) sowie Lucas di Grassi (Sonntagmorgen) schafften es am Dienstag nicht, ihre persönlichen Bestzeiten noch einmal zu verbessern.
  • Edoardo Mortara gewann die erste Session am Samstagmorgen. Zuletzt war er beim 1. Freien Training beim Mexico City E-Prix 2020 eine Bestzeit gefahren.
  • Andre Lotterer war Schnellster in der zweiten Session am Samstagnachmittag. Es war die zweite Bestzeit eines Porsche-Fahrers in einer offiziellen Session der Formel E.
    Für Lotterer war es das erste Mal seit der Super-Pole beim Mexico City E-Prix 2020, dass sein Name ganz oben auf der Zeitenliste stand.
  • Antonio Felix da Costa fuhr seine letzte Session-Bestzeit vor dem Sonntagmorgen in Valencia beim 2. Freien Training beim Abschluss-"Double-Header" auf der neu gestalteten Berlin-Rennstrecke (Lauf 5).
  • Deutlich länger her war die letzte Bestzeit für Alexander Lynn, der am Sonntagnachmittag Schnellster war: Zuletzt war der Brite am 15. Juli 2017 im 1. Freien Training sowie in der Super-Pole beim New York City E-Prix ganz vorn. Übrigens war dies das erste Rennen seiner Formel-E-Karriere.
  • Fleißigstes Team der Testfahrten war Nio. 535 Runden legten die Chinesen insgesamt zurück.
  • Im Gegensatz dazu fuhr Jaguar mit 390 Runden die wenigsten Kilometer. Besonders bitter lief es für Mitch Evans, der am Samstagnachmittag nur auf fünf Umläufe kam.

Performance-Analyse: Antonio Felix da Costa überzeugt erneut

Für unsere Performance-Analyse haben wir die Bestzeiten der Piloten in vier der fünf Sessions in Valencia analysiert. Lediglich die Session am Sonntagnachmittag ließen wir außen vor, da unmittelbar vor und nach dem Testrennen kaum aussagekräftige Runden gedreht wurden.

Gewinner in unserem Performance-Rating ist dieses Mal Antonio Felix da Costa. Der amtierende Formel-E-Champion war in keiner gewerteten Session schlechter als Rang 4 platziert und brachte es somit auf stake 99,93 Prozent. Den zweiten Platz belegt sein Teamkollege Jean-Eric Vergne mit 99,58 Prozent knapp vor Alexander Sims (99,56), Jake Dennis und Nick Cassidy (je 99,55). Aber auch Oliver Rowland liegt mit 99,54 Prozent in absoluter Schlagdistanz - direkt vor Rene Rast, der mit 99,51 Prozent stärkster Deutscher ist. Maximilian Günther belegt trotz Rundenrekord nur Platz 9, Pascal Wehrlein Platz 13, und Andre Lotterer nur Platz 20. Bester Schweizer ist Sebastien Buemi auf Rang 11. Am Ende des Feldes liegen abgeschlagen Edo Mortara (98,58), Mitch Evans (98,18) und Tom Blomqvist (97,97).

Umgerechnet in Meter ergäbe dies auf eine Runde (3,138 km) gesehen folgendes Bild: Felix da Costa läge 10,75 Meter - also mehr als zwei Fahrzeuglängen - vor Vergne, der seinerseits 62 Zentimeter vor Sims wäre. Dennis folgt mit weiteren 38 Zentimetern Rückstand, jedoch nur 2 Zentimeter vor Cassidy. Rowland hat weitere 27 Zentimeter Rückstand. Äußerst knapp geht es im Mittelfeld zu: Buemi liegt 10 Zentimeter hinter di Grassi, nur 9 Millimeter dahinter folgt Sette Camara, der seinerseits 60 Zentimeter vor Wehrlein liegt. Bird folgt nach weiteren 35 Zentimetern, 4 Zentimeter vor Norman Nato. Am Ende des Feldes sind die Rückstände deutlicher: Mortara liegt schon mehr als 14 Meter hinter de Vries, aber noch 12,80 Meter vor Evans. Blomqvist hat weitere 6,57 Meter Rückstand. Auf Felix da Costa fehlen ihm mehr als 61 Meter.

Teamwertung: DS Techeetah deutlich vor BMW und Virgin

Bei den Teams gewinnt DS Techeetah die Performance-Analyse mit 99,94 Prozent. Dahinter folgt BMW (99,75 Prozent) vor Virgin und Porsche mit jeweils 99,61 Prozent. Aber auch Dragon (99,60) und Mahindra (99,59) sind nicht weit weg. Am Ende des Feldes rangiert erneut Nio.

Auf eine Runde des 3.138 Meter langen Kurses gerechnet ergibt sich ein folgendes Bild: DS Techeetah läge durchschnittlich 5,75 Meter vor BMW, Virgin folgt mit weiteren 4,59 Metern Rückstand. Dahinter ist es ganz eng: Nur rund 16 Zentimeter trennen Porsche vom virtuellen Treppchen. Dragon kommt nach weiteren 18 Zentimetern. 32 Zentimeter zurück liegt Mahindra, 80 Zentimeter vor Nissan, die 68 Zentimeter Vorsprung auf Audi haben. Ein wenig abgeschlagen am Ende des Feldes liegt Nio. Den Chinesen fehlten rund fünf Meter zu Mercedes auf Platz 11 und 25 Meter auf DS Techeetah an der Spitze des Feldes.

Foto: Shivraj Gohil / Spacesuit Media

von Tobias Wirtz  

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