Formel-E-Autos-Start-Diriyya

Was ist die Formel E?

Die ABB FIA Formula E World Championship - so der offizielle englische Titel der Formel E - ist eine internationale Rennserie, die ihre Läufe ausschließlich mit elektrisch angetriebenen Formelfahrzeugen austrägt. In zahlreichen Metropolen in aller Welt treten dabei bis zu zwölf Teams mit insgesamt 24 Fahrern - einige davon ehemalige Formel-1-Piloten - gegeneinander an. Das erste Rennen fand am 13. September 2014 statt. Inzwischen läuft die achte Saison (2022).

Der Automobilweltverband FIA, der auch die Formel 1 veranstaltet, schlägt mit der Formel E grundsätzlich einen anderen Weg ein als mit allen anderen Rennserien in seinem Portfolio. Das Ziel: neue und vor allem junge Zielgruppen ansprechen. Nicht zuletzt aus diesem Grund finden die Formel-E-Events meist komprimiert an nur einem einzigen Tag statt. Weitere Details zum Format der Formel E finden sich weiter unten auf dieser Seite. Das Sportliche Reglement der Formel E ist zudem öffentlich einsehbar.

Im Markenkern der Formel E stehen Werte wie Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und technologischer Fortschritt. Die Elektro-Rennserie soll als Inkubator für die Automobilindustrie dienen, um die Entwicklung von Elektroautos voranzutreiben, sie attraktiver zu machen und somit gegen den Klimawandel vorzugehen. Mit Mercedes, Porsche, Audi, BMW, Jaguar, Nissan und zahlreichen weiteren Automobilherstellern und Unternehmen beschließen immer mehr Firmen, sich in der Meisterschaft zu engagieren.

Die Formel E trägt ihre Rennen größtenteils auf eigens entworfenen Straßenkursen direkt in den Stadtzentren aus, um das Event direkt zu den Zuschauern zu bringen - und nicht umgekehrt. Zudem will die FIA die Elektromobilität dort bewerben, wo sie vereinzelt schon heute, aber vor allem in Zukunft stattfinden wird: im urbanen Raum.

Ablauf eines Formel-E-Events

Die Formel E hält ihre Rennveranstaltungen im Normalfall an einem einzigen Tag ab: zwei Freie Trainings am Vormittag, Qualifying in der Mittagszeit und Rennen am Nachmittag. Üblicherweise finden die sogenannten E-Prix (in Anlehnung an den Begriff "Grand Prix") samstags statt. Hin und wieder kommt es vor, dass einzelne Events auf Sonntag oder gar Freitag ausweichen. Darüber hinaus veranstaltet die Formel E in ausgewählten Städten Events mit zwei Rennen - etwa beim Saisonfinale in London. Bei einem solchen "Double-Header" finden jeweils zwei Saisonläufe an zwei aufeinanderfolgenden Tagen statt.

Der reguläre Zeitplan eines E-Prix (Ortszeit):

  • 08:00 - 08:45 Uhr: 1. Freies Training (30 min*)
  • 10:15 - 10:45 Uhr: 2. Freies Training (30 min)
  • 12:00 - 13:05 Uhr: Qualifying
  • 16:03 - 16:50 Uhr: Rennen (45 min + 1 Runde)

* seit Saison 8 (2021/22), vormals 45 Minuten

Wie lange dauert ein Formel-E-Rennen?

Nachdem die Rennen der Formel E bis einschließlich Saison 4 über eine fest definierte Rundenanzahl gingen, wechselte die Serie Ende 2018, also zum Start der Gen2-Ära, zu gezeiteten Läufen. Seitdem dauert ein Rennen standardmäßig 45 Minuten plus eine weitere Runde.

Seit Saison 8 (2022) gibt es jedoch eine "Extra Time": Für jede volle Rennminute unter Safety-Car- oder Full-Course-Yellow-Bedingungen wird die Renndauer um jeweils 45 Sekunden verlängert, weil die Fahrer während dieser Phasen viel Energie sparen. Diese Regel greift allerdings nur in den ersten 40 Minuten eines Rennens. In Minute 41 geben die Rennkommissare die "Nachspielzeit" offiziell bekannt. Die maximale Verlängerung der Rennzeit ist auf zehn Minuten gedeckelt.

Auch eine Rennunterbrechung mittels roter Flagge kann zu einer Verlängerung der Renndauer führen. Mit ihrem kompakten Format will die Formel E vor allem junge Zuschauer:innen zeitgemäßer erreichen. Außerdem ermöglicht sie Fernsehsendern dadurch eine bessere Planbarkeit für ihre Übertragungen.

Wie ist das Punktesystem aufgebaut?

Wie in nahezu allen FIA-Rennserien erhalten die zehn bestplatzierten Fahrer eines Rennens Meisterschaftspunkte. In der Formel E wird außerdem die Pole-Position mit drei Zählern belohnt. Seit Beginn der Saison 2019/20 erhält darüber hinaus der schnellste Pilot Qualifying-Gruppenphase einen Zähler extra.

Die schnellste Rennrunde bringt seit der Saison 2016/17 noch einen zusätzlichen Punkt (vormals zwei). Der Zähler für die schnellste Runde wird seit Saison 4 (2017/18) jedoch nur an Fahrer innerhalb der Top 10 vergeben, um zu vermeiden, dass Piloten ohne Chancen auf eine Top-10-Platzierung ihr Setup während des Rennens umstellen lassen und nur noch auf die schnellste Runde aus sind - Platz 24 soll nicht mehr wert sein können als etwa Platz 11.

Die Maximalausbeute für einen Formel-E-Fahrer an einem Renntag beträgt somit 30 Punkte. Ein Team könnte in Summe maximal 48 Zähler holen.

Platz/Leistung Punkte
1 25
2 18
3 15
4 12
5 10
6 8
7 6
8 4
9 2
10 1
Pole-Position 3
Schnellster Gruppenphase 1
Schnellste Rennrunde 1
Wie funktioniert das Qualifying der Formel E?

Gruppenphase bestimmt die Top 8

Das Qualifying beginnt mit einer Gruppenphase. Das derzeit aus 22 Fahrzeugen bestehende Feld wird dafür in zwei Gruppen zu je elf Fahrzeugen aufgeteilt. Die Aufteilung erfolgt anhand des aktuellen WM-Standes: Piloten auf den ungeraden Positionen der Gesamtwertung (1, 3, …) treten in Gruppe A an, Fahrer auf geraden Positionen (2, 4, ...) in Gruppe B. Fahrer, die am Rennwochenende nicht teilnehmen, werden vorher aus der Reihung entfernt, neue hinten angestellt. Vor einem ersten Saisonrennen muss jedes Team entscheiden, welcher seiner Fahrer in Gruppe A starten soll und welcher in Gruppe B.

Jede Gruppe erhält zehn Minuten Zeit, um schnelle Rundenzeiten mit 220 kW Leistung (= Rennmodus) zu setzen. Dabei kann jeder Fahrer so viele Runden fahren, wie er will, ist jedoch verpflichtet, innerhalb der ersten fünf Minuten mindestens eine schnelle Rundenzeit zu setzen. Am Ende ziehen die Piloten auf den Plätzen 1 bis 4 jeder Gruppe ins K.o.-System ein. Jene Fahrer auf den Positionen 5 bis 11 werden später auf den Startplätzen 9 bis 22 einsortiert - wo genau, entscheidet sich erst zum Schluss. Fest steht jedoch bereits: Die Gruppenplatzierung eines Fahrers entspricht seiner Startreihe, unabhängig von seiner Bestzeit. Die insgesamt schnellste Runde der Gruppenphase wird mit einem WM-Punkt belohnt.

Duelle bis zum Finale, Pole-Position für ganze Gruppe relevant

Für die Top 8 beginnt nun die K.o.-Phase, in der stets zwei Piloten im Einzelzeitfahren mit der Maximalleistung von 250 kW gegeneinander antreten. Im Viertelfinale 1 tritt der schnellste Fahrer aus Gruppe A zum Duell gegen den Viertplatzierten aus Gruppe B an. Es folgen der Zweite aus Gruppe A gegen den Dritten aus Gruppe B usw. (siehe Grafik). Beide befinden sich zum Duell gleichzeitig auf der Strecke, wobei der in der Gruppenphase schlechter Platzierte zuerst seine schnelle Runde drehen muss (plus je eine Out- und Inlap). Die Sieger ziehen ins Halbfinale ein, die Verlierer erhalten die Startpositionen 5 bis 8 auf Grundlage ihrer Rundenzeiten.

Das gleiche Prozedere wiederholt sich in den beiden Halbfinalduellen sowie im Finale, in dem es um die Pole-Position und drei WM-Punkte geht. Außerdem ist der Ausgang des Finales entscheidend für die eingangs erwähnten Startplätze 9 bis 22: Alle Fahrer aus der Gruppe des Pole-Sitters starten ebenfalls auf einer ungeraden Position, erhalten also die bessere Ausgangslage in ihrer bereits definierten Startreihe.

Rückblick: Das Qualifying-Format bis Saison 7 (2020/21)

Das Qualifying der Formel E wurde bis zum Saisonfinale 2021 in vier Gruppen ausgetragen, um Verkehrsbehinderungen auf den kurzen und teils engen Stadtkursen zu vermeiden. Die Gruppen wurden jeweils nach dem aktuellen Stand in der Fahrermeisterschaft zusammengestellt. Dabei beinhaltete jede Quali-Gruppe insgesamt sechs Fahrer. Die sechs bestplatzierten Fahrer in der Gesamtwertung starteten als Erste ins Qualifying.

  • Gruppe 1: Plätze 1-6
  • Gruppe 2: Plätze 7-12
  • Gruppe 3: Plätze 13-18
  • Gruppe 4: Plätze 19-24

Jede Qualifying-Gruppe hatte sechs Minuten Zeit, um eine Zeit abzuliefern - lang genug für eine "Outlap" aus der Boxengasse, eine optionale Aufwärmrunde mit 200 kW (Rennmodus) und eine einzige schnelle Runde mit der vollen Leistung von 250 kW (Quali-Modus). Die sechs übergreifend schnellsten Fahrer aus der Gruppenphase nahmen (seit Saison 2) dann nacheinander an einem finalen Shoot-out um die sogenannte Super-Pole teil.

In der Super-Pole-Session ging zunächst der Pilot mit der sechstbesten Rundenzeit aus der Gruppenphase auf die Strecke. Sobald er seine schnelle Runde begann, sprang die Ampel am Ausgang der Boxengasse auf Grün, um die Strecke für den fünfschnellsten Fahrer freizugeben. Dieses Prozedere wurde bis zum Schnellsten der Gruppenphase fortgeführt. Die Reihenfolge des Shoot-outs ergab letztlich die ersten sechs Plätze der Startaufstellung. Die Startpositionen 7 bis 24 entsprachen der übergreifenden Reihenfolge während der Gruppenphase.

Fahrzeugwechsel in der Formel E

Weil die Batterie von Williams Advanced Engineering in den ersten vier Jahren der Formel E keine komplette Renndistanz überstand, wechselten die Fahrer gegen Rennmitte in ein zweites Auto, das vom Team in der Box bereitgestellt wurde. Für den Fahrzeugwechsel legte der Veranstalter in den ersten drei Saisons je nach Rennstrecke eine Mindestzeit vom Ein- bis zum Ausgang der Boxengasse fest, die nicht unterschritten werden durfte, um die Sicherheit zu gewährleisten. Mit dem Santiago E-Prix der vierten Saison schaffte die Formel E die Mindestzeit beim Boxenstopp ab.

Zum Start der fünften Saison im Dezember 2018 verabschiedete sich die Formel E wie geplant endgültig vom Fahrzeugwechsel. Der neue Einheitsakku aus dem Hause McLaren Applied Technologies machte den bis dato obligatorischen Boxenstopp hinfällig, denn dank einer Kapazität von 52 kWh nutzbarer Energie hielten die Batterien fortan ein ganzes Rennen durch.

Testfahrten in der Formel E

Teams: Mit wenigen Ausnahmen besteht für die Teams der Formel E während einer Saison ein striktes Testverbot. Einzig im Rahmen von bis zu sechs von der FIA organisierten gemeinsamen Testtagen dürfen die Rennställe ihre Fahrzeuge testen. Mindestens drei dieser sechs Tests müssen vor Beginn der Saison stattfinden. In der Vergangenheit fanden diese drei Tage entweder im britischen Donington Park oder im spanischen Valencia statt.

Ein Testtag während der Saison ist zudem für die sogenannten Rookie-Tests reserviert, bei denen ausschließlich Fahrer eingesetzt werden dürfen, die noch nicht an einer offiziellen Formel-E-Session teilgenommen haben (Freies Training, Qualifying oder Rennen).

Zudem kann jedes Team pro Saison sechs sogenannte Filmtage nutzen. Dabei darf nur das Auto der aktuellen Saison zum Einsatz kommen. Die Fahrtstrecke ist auf maximal 50 Kilometer begrenzt. Die Filmtage sind eigentlich zur Produktion von Foto- und Filmmaterial vorgesehen, werden häufig aber auch genutzt, um potenziellen Formel-E-Fahrern abseits des "Rookie-Tests" die Chance einer Testfahrt zu gewähren.

Hersteller: Zur Vorbereitung auf die nächste Saison stehen den eingeschriebenen Herstellern der Formel E jedes Jahr 13 (vormals 15) private Testtage zur Verfügung. Die Termine sowie den Ort der Testfahrten dürfen sie frei wählen. Die Dauer ist dabei auf zwölf Stunden pro Tag begrenzt. Es müssen nicht die vollen 13 Tage genutzt werden. Beliefert ein Hersteller mindestens ein Kundenteam mit Antrieben, erweitert sich sein Kontingent um sechs zusätzliche Testtage. Der Hersteller kann frei entscheiden, ob und in welchem Umfang er diese Tage seinem Kundenteam zur Verfügung stellt oder selbst nutzt.

Weitere Testfahrten - egal ob Windtunnel-Tests, Messungen auf dem Prüfstand oder CFD-Studien - sind sowohl für die Teams als auch für die Hersteller strikt verboten.

Wie läuft der Rennstart in der Formel E ab?

Da eine vollständige Einführungsrunde zu viel Energie kosten würde, positionieren sich die Autos in der Startaufstellung zunächst einige Meter hinter ihren eigentlichen Startplätzen im sogenannten Dummy-Grid. Kurz bevor die Startampel aufleuchtet, rollen die Fahrer schließlich vor auf ihre finalen Startpositionen, um sicherzustellen, dass alle Autos startklar sind und keines beim Start stehen bleibt.

Was ist Full-Course-Yellow (FCY)?

Der Renndirektor der Formel E hat die Möglichkeit, auf der gesamten Rennstrecke gelbe Flaggen schwenken zu lassen. Dieses Modell namens "Full Course Yellow" (FCY) ähnelt in seiner Wirkung dem Virtual-Safety-Car (VSC) der Formel 1. Herrscht permanent Gelb, müssen die Fahrer auf 50 km/h verlangsamen und den Abstand zum Vordermann beibehalten.

Überholen ist während der permanenten Gelbphase verboten. Hält sich ein Fahrer nicht daran oder fährt unangemessen - egal ob zu schnell oder zu langsam-, wird er zu den Rennkommissaren vorgeladen. Die Boxengasse bleibt während einer FCY-Phase geöffnet. Auch hier gilt das gängige Tempolimit von 50 km/h. Zwischen den Safety-Car-Linien darf ein auf der Strecke fahrendes Auto ein anderes überholen, wenn sich dieses gerade innerhalb der Boxenein- oder -ausfahrt befindet.

Welche Strafen gibt es in der Formel E?

Bei Fehlverhalten eines Fahrers während einer offiziellen Formel-E-Session kann die Rennleitung aus einem Strafenkatalog mit vier Optionen wählen:

  • Durchfahrtsstrafe: Der Fahrer muss unter Einhaltung des gegebenen Tempolimits - normalerweise 50 km/h - durch die Boxengasse fahren, ohne zu stoppen.
  • 5-Sekunden-Zeitstrafe: Auf die Gesamtrennzeit eines Fahrers werden nach dem Ende des E-Prix fünf Sekunden hinzugerechnet.
  • 10-Sekunden-Zeitstrafe: Auf die Gesamtrennzeit eines Fahrers werden nach dem Ende des E-Prix zehn Sekunden hinzugerechnet.
  • 10-Sekunden-Stop-and-Go-Strafe: Ein Fahrer muss an die Box kommen und für zehn Sekunden stehenbleiben, ohne dass die Mechaniker im Anschluss am Fahrzeug arbeiten dürfen. Anschließend kann er sein Rennen fortsetzen - die härteste Strafe.

Die Rennleitung behält sich zudem vor, weitere Zeitstrafen auszusprechen. Darüber hinaus gibt es Optionen für eine schriftliche Verwarnung, eine Strafversetzung für das nächste Rennen, einen Start aus der Boxengasse, eine Disqualifikation oder sogar ein Startverbot für den nächsten E-Prix.

Wie oft darf ein Team pro Saison den Fahrer wechseln?

Seit Saison 2 (2015/16) dürfen die Teams nur noch drei Piloten pro Startnummer während der kompletten Saison einsetzen. Also insgesamt maximal sechs Fahrer pro Rennstall. Zudem müssen die Cockpits für die letzten drei Rennen einer Saison mit denselben Piloten besetzt werden, um einem Konfliktpotenzial für den Ausgang der Meisterschaft aus dem Weg zu gehen. In Saison 1 (2014/15) waren noch mehr als 35 verschiedene Fahrer angetreten. Im Jahr drauf waren es durch die Regeleinführung schon nur noch 23 Piloten.

Sollte ein Fahrer unvorhersehbar ausfallen, besteht nach Absprache mit den Kommissaren nichtsdestotrotz die Möglichkeit, einen Ersatz zu finden, auch wenn das Wechselkontingent bereits ausgeschöpft ist oder es sich um einen der letzten drei Saisonläufe handelt.

Was ist die e-Lizenz?

Die e-Lizenz (Englisch: e-Licence) ist für die Teilnahme an einem Formel-E-Rennen als Fahrer verpflichtend. Der Erwerb der Rennlizenz setzt Folgendes voraus:

  • Ein Fahrer muss mindestens eine internationale B-Lizenz der FIA haben.
  • Ein Fahrer muss an einem FIA-Lehrgang für Sicherheit sowie technische und sportliche Aspekte im elektrischen Motorsport teilnehmen. Auch das Bestehen eines schriftlichen Tests ist verpflichtend.
  • Ein Fahrer muss in den vorangegangenen drei Jahren mindestens 20 Punkte im Superlizenz-System der FIA gesammelt haben. Gleichermaßen gilt der vormalige Besitz einer F1-Superlizenz (ab 40 Punkten) oder die Teilnahme an mindestens drei Formel-E-Rennen der vorangegangenen Saison als Startberechtigung.

Sollte ein Fahrer keine Gelegenheit gehabt haben, die oben genannten Anforderungen zu erfüllen, muss er von der FIA als Talent mit herausragenden Fähigkeiten im Formelsport eingeschätzt werden und kann so eine Sondererlaubnis erlangen.

Welche Kosten-Budgets werden in der Formel E benötigt?

Damit ein Engagement in der Formel E für die Teams bezahlbar bleibt, setzt die Serie auf eine offizielle Kostenobergrenze von 3,5 Millionen US-Dollar pro Saison. Bei der Entwicklung der Antriebsstränge gilt für die eingeschriebenen Hersteller der Formel E hingegen keine Kostendeckelung, sodass die Produktionskosten bei vielen Herstellern längst im zweistelligen Millionenbereich liegen. Schätzungen für die Topteams gehen von 30 bis 40 Millionen Euro pro Jahr aus.

Der Preis eines vollständigen Formel-E-Autos samt Antriebsstrang ist in der Gen2-Ära (2018-2022) auf maximal 817.300 Euro festgesetzt. Dieser unterteilt sich wie folgt: 299.600 Euro für das Chassis, 200.000 Euro für die Batterie von McLaren Applied Technologies, 12.700 Euro für das Halo-Sicherheitssystem sowie 55.000 Euro Verwaltungsgebühr, die an die FIA geht. Für Kundenteams werden weitere 250.000 Euro für den Kauf eines Antriebsstrangs fällig, also 500.000 pro Team.

Kategorie Auto "Gen3" (2022/23) Auto "Gen2" (2018) Auto "SRT_01 E" (2014)
Gesamtkosten Fahrzeug (für Kundenteams) 835.000 Euro 817.300 Euro n/a
Kosten Chassis 340.000 Euro 299.600 Euro n/a
Kosten Batterie 245.000 Euro 200.000 Euro n/a
Herstellerteile für Kundenteams 227.300 Euro 250.000 Euro n/a
FIA-Verwaltungsgebühr - 55.000 Euro n/a
Halo-Sicherheitssystem 12.700 Euro 12.700 Euro -
Fahrergehalt: Wie viel verdient ein Formel-E-Pilot?

Der Durchschnittsverdienst der Fahrer in der Formel E dürfte sich Medienberichten zufolge ('The Race', Stand: Februar 2020) auf rund 750.000 Euro pro Jahr belaufen. Die Topverdiener der Elektroserie sollen zwischen 2,2 und 2,8 Millionen Euro verdienen. Es wird vermutet, dass die Fahrergehälter analog zum Wachstum der Formel E pro Saison um 10 bis 15 Prozent ansteigen.

In Saison 1 hatte es noch wenige Piloten gegeben, die mehr als 350.000 Euro verdienten. Durch den rasanten Anstieg der Gehälter beobachtet die Formel E das Thema inzwischen mit gebotener Vorsicht - gerade mit Blick auf die Kostendeckelung, die in vielen anderen Bereichen der Serie greift.

Besitzverhältnisse: Wem gehört die Formel E?

Der Medienkonzern Liberty Global von US-Medienmogul John Malone hält den größten Anteil der Formel E (Stand: November 2019). Weitere große Anteilseigner sind der Eurosport-Mutterkonzern Discovery Communications, die chinesische Sportmarketingfirma SECA, die Schweizer Bank Julius Bär und der Kapitalbeteiligungsfonds Amura Capital. Auch der Formel-E-Vorstandsvorsitzende Alejandro Agag ist Anteilseigner der Formel E. Neben ihm treten unter anderem Allianz, Qualcomm, Causeaway Media Partners und der ehemalige Formel-1-Fahrer Nico Rosberg als Shareholder auf.

Safety-Car und Co.

Als Safety-Car setzt die Formel E seit der ersten Saison den Plug-in-Hybrid BMW i8 ein. Auch der kleinere, rein elektrische BMW i3 kommt zum Einsatz - als Medical-Car. Beide Autos werden mit induktiven Ladestationen von Qualcomm kabellos aufgeladen. Als "Rescue-Car" beziehungsweise "Extrication-Car" nutzt die Formel E den BMW X5 xDrive40e.

Safety-Car-Fahrer der Formel E ist seit Beginn an der Portugiese Bruno Correia.

Logistik: Wie transportiert die Formel E die Autos?

Eine komplette Rennserie um die Welt zu transportieren und gleichzeitig den Umweltgedanken der Formel E zu respektieren, erscheint auf den ersten Blick unmöglich. Um diese Herausforderung in Angriff zu nehmen, hat die Formel E zusammen mit Logistikpartner DHL einen ausgeklügelten Logistikplan ausgearbeitet.

So schickt DHL einen Großteil des Equipments per Schiff oder Zug um den Planeten und versucht dabei stets, Emissionen so gut es geht zu vermeiden. Nur die Autos werden aus Sicherheitsgründen per Flugzeug transportiert. Davon abgesehen hat sich die Formel E zum Ziel gesetzt, den Rennkalender so zu konzipieren, dass zwischen den Austragungsorten möglichst kurze Distanzen liegen. Dies gelingt erfahrungsgemäß jedoch nicht immer.

Wie groß darf ein Formel-E-Team sein?

Die Personenanzahl des "Einsatzteams" jedes Rennstalls an der Strecke ist in der Formel E begrenzt. So dürfen pro Team maximal 20 Personen an den Fahrzeugen arbeiten. Inklusive den Fahrern, dem Team-Management, Pressesprechern, Teamärzten sowie insgesamt acht eingeladenen Gästen haben pro Team nicht mehr als 40 Personen Zugang zur Garage. Jeder Rennstall kann einen weiteren Fahrer als Reserve-Piloten bestimmen.

Gibt es ein Streichergebnis in der Formel E?

Die "Drop Score"-Regelung, nach der bei jedem Fahrer am Ende der Saison das schlechteste Einzel-Rennergebnis aus der Wertung gestrichen wurde, kam nur im ersten Jahr zum Einsatz. Damals hatte das sogenannte Streichergebnis einzig bei Nico Prost minimalen Einfluss auf den Gesamtstand: Der Franzose verlor durch die Regel einen Punkt aus dem Rennen in London. Anschließend wurde die Regelung vom Veranstalter abgeschafft.

Noch Fragen?

Solltest du noch Fragen haben, schreib uns einfach eine Mail an contact@e-formel.de. Dann werden wir versuchen, dir so gut es geht zu helfen.

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