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Gaming & E-Sports im Rahmen der Formel E

Schon seit ihrer Gründung spielt für die Formel E das Themenfeld Gaming eine zentrale Rolle in der Interaktion mit ihren Fans und speziell jüngeren Zielgruppen. Mit eRaces bei den E-Prix, Mobile-Gaming-Angeboten fürs eigene Smartphone und Kooperationen mit diversen Entwicklern kommen Formel-E-Fans in den Genuss von zahlreichen Angeboten, selbst ins virtuelle Lenkrad der E-Renner greifen zu können.

Virtueller E-Prix in Echtzeit: Das offizielle Formel-E-Videospiel "Ghost Racing"

Mit "Ghost Racing" brachte die Formel E in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Unternehmen Virtually Live am 26. April 2019 ihr erstes offiziell lizenziertes Videospiel auf den Markt und trat damit in die direkte Konkurrenz mit der "F1"-Reihe von Codemasters oder der NASCAR Heat-Serie von Monster Games. Ghost Racing simuliert dabei die Strecken und Fahrzeuge der Formel E ab Saison 4 (2017/18).

Das Besondere: Neben einem klassischen Zeitfahr-Modus bietet Ghost Racing dem Spieler an, in Echtzeit an den realen Formel-E-Rennen teilnehmen zu können. Durch GPS-Daten, genaue Strecken-Scans und Live-Telemetrie werden dabei die tatsächlichen Positionen der Fahrer ins Spiel gespiegelt, wodurch die Gamer virtuell an den tatsächlichen E-Prix teilnehmen können. Auch gibt es Szenario-Spielmodi, in denen Spieler vergangene reale Formel-E-Rennen noch einmal selbst miterleben können.

Nach der Veröffentlichung des kostenfreien Spiels für mobile Endgeräte sind künftig auch weitere Versionen für PC und Konsole geplant. Zudem ist eine eigene E-Sports-Serie ab 2020 in Planung. Smartphone-Nutzer können Ghost Racing im App-Store (iOS-Geräte) und im Google Play Store (Android-Geräte) kostenfrei herunterladen.

Formel-E-Simulation für "rFactor 2"

Liebhaber von realistischeren Titeln kommen in der "Studio 397"-Simulation "rFactor 2" auf ihre Kosten. Im Rahmen des kostenpflichtigen "Energize Pack"-DLC veröffentlichte das Entwicklerstudio 2017 ein Add-on mit allen Formel-E-Fahrzeugen, -Fahrern und -Helmdesigns der vierten Saison. Zudem wurde im ersten Schritt der Straßenkurs von Hongkong ins Spiel eingebaut.

Die Entwickler veröffentlichten im April 2019 schließlich das Download-Paket "Formula E 2019 Car", das im Shop der Gaming-Plattform "Steam" käuflich zu erwerben ist und auch die Gen2-Fahrzeuge der fünften Saison in die Simulation implementiert. rFactor 2 setzt auf reinen Realismus: Modelliert wurden nicht nur die Chassis, sondern auch das Fahrverhalten des Brake-by-Wire-Systems, der Energieverbrauch, realistische Rekuperation und das Gewicht der Fahrzeuge.

Fans vs. Fahrer: Das eRace am Rennsamstag

Auch an den Rennwochenenden der Formel E spielt Gaming neben der Strecke eine wichtige Rolle: Bei jedem E-Prix treten die Formel-E-Fahrer zwischen dem Qualifying und dem Rennen zum sogenannten eRace an. Sie fahren an eigens aufgestellten Simulatoren im E-Village ein Rennen über drei Runden, bei dem es erfahrungsgemäß heiß hergeht.

Schon vor dem eRace sind die Simulatoren geöffnet, sodass Besucher des Rennens in einem Zeitfahren vor dem virtuellen E-Prix eigene Rundenzeiten setzen können. Die schnellsten zwei Fan-Fahrer dürfen am eRace teilnehmen und sich so mit den Fahrern messen. Häufig nehmen zudem VIP-Gäste der Formel E an den eRaces teil.

Die eRaces basierten bis zur Veröffentlichung von Ghost Racing auf der Grundlage des Spiels "Real Racing 3", das für Android- und iPhone-Smartphones käuflich zu erwerben ist. Die Formel-E-Inhalte sind Teil eines Add-ons für den Mobile-Gaming-Titel.

Vegas eRace: Formel-E-Fahrer vs. Simracer

Das größte eRace der Formel-E-Geschichte fand am 7. Januar 2017 im Rahmen der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas statt. Die zehn besten Simracer der Welt, die sich zuvor in einer Qualifikation durchgesetzt hatten, traten beim Vegas eRace im Simulator gegen die 20 damaligen Formel-E-Fahrer an. Auf einer eigens entworfenen virtuellen Strecke ging es um eine Million US-Dollar Preisgeld - das bis dahin höchste Simracing-Preisgeld der Geschichte.

Der Finne Olli Pahkala (Mahindra) überquerte in Las Vegas zunächst als Sieger die Ziellinie. Wenig später stellte sich jedoch heraus, dass sein FANBOOST durch einen bizarren technischen Fehler nach der ersten Freischaltung nicht mehr deaktiviert wurde. Pahkala verlor durch die daraus resultierende Strafe den Sieg an Bono Huis. Der Niederländer, der für das Team Faraday Future Dragon Racing alle vorausgegangenen Sessions dominiert hatte, gewann damit nicht nur das Qualifying und das prestigeträchtige eRace, sondern auch den größten Anteil des Preisgeldes in Höhe von 225.000 US-Dollar.

Die Ehre der Formel-E-Fahrer rettete einzig und allein Mahindra-Pilot Felix Rosenqvist. Der Schwede mischte seit dem 1. Freien Training vorn mit und war auch im Rennen der einzige Fahrer, der den Simracern Paroli bieten konnte. Für seinen zweiten Platz bekam Rosenqvist 100.000 Dollar Preisgeld. Das Vegas eRace sollte die bis heute einzige große Simracing-Veranstaltung der Formel E bleiben.

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