Extreme E

Arctic X Prix: Vorschau auf das 3. Saison-Rennen der Extreme E in Grönland

Svenja König

Svenja König

Extreme-E-Racetrack-Greenland

Kangerlussuaq in Grönland war die erste Location, die die Verantwortlichen der Extreme E vorgestellt haben. Nun - etwa zwei Jahre später - ist es soweit: Mit elektrischen Offroad-SUVs sollen die ersten Rennen nahe des Gletschers ausgetragen werden, um auf schmelzendes Eis in der Arktis sowie weltweit steigende Meeresspiegel hinzuweisen. Alles, was du vor dem dritten Saisonrennen am kommenden Wochenende wissen musst, haben wir in unserer großen Vorschau für dich zusammengefasst.

Was bisher geschah

In Grönland steht das insgesamt erst dritte Extreme-E-Rennen an. Bei den bisherigen Wochenenden in Al-'Ula (Saudi-Arabien) und am Lac Rose (Senegal) konnten vor allem die Teams der Formel-1-Weltmeister punkten. Die Mannschaft von Nico Rosberg, "Rosberg X Racing", konnte dabei beide Rennen für sich entscheiden und führt die Gesamtwertung der Extreme E an. Sie ist damit auch der Topfavoriten auf den Sieg beim Arctic X Prix. X44 - das Team vom amtierenden Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton - hat auf Platz 2 jedoch nur 14 Punkte Rückstand. Dahinter liegt JBXE Racing von Jenson Button, gefolgt von Andretti United XE auf Rang 4.

In Vorbereitung auf das Rennen in der Arktis hat die Rennserie mittlerweile zum dritten Mal in dieser Saison ihr Rennformat angepasst. Die hauptsächlichen Änderungen betreffen die Anzahl der Startplätze im Finale, die auf fünf erhöht wurde, und die Qualifikation für die Halbfinals am Sonntag. Das Qualifying-Ergebnis soll nicht mehr anhand der kumulierten Rundenzeiten festgemacht werden, um Nachteile durch einen möglichen technischen Defekt besser ausgleichen zu können. Alle Details zum neuen Rennformat findest du hier.

Aufgrund der aktuellen Einreisebedingungen und der Corona-Pandemie mussten die Rennen in Südamerika - genauer gesagt in Argentinien und Brasilien -abgesagt werden. Ende Juli hat die Elektroserie dann das Brasilien-Rennen nach Sardinien, Italien verschoben. Der Island X Prix soll am 25. Oktober stattfinden.

Zusätzlich hat der amerikanische Kultrennstall Andretti United in dieser Woche bekannt gegeben, dass das Team auch in der zweiten Extreme-E-Saison an der Fahrerpaarung Munnings/Hansen festhalten wolle. Neueinsteiger McLaren verkündete mit Tanner Foust indes ebenfalls schon seinen ersten Piloten für die Saison 2022.

Stadt, Land Fluss

Etwa 6.300 Kilometer wäre die St. Helena gefahren, wenn sie den direkten Weg vom Lac Rose im Senegal nach Kangerlussuaq in Grönland genommen hätte. Grönland ist die größte Insel der Welt, die nicht als eigener Kontinent gezählt wird. Knapp 50.000 Menschen sind hier zu Hause. Die Hauptstadt Nuuk gilt als nördlichste Hauptstadt der Welt.

Die Location in Kangerlussuaq, die die Extreme E für ihr Rennen ausgewählt hat, liegt im Südwesten der Insel und ist etwa 300 Kilometer von der grönländischen Hauptstadt Nuuk entfernt. Die Siedlung mit heute 500 Einwohner:innen entstand in den 1940er-Jahren aus einem Militärstützpunkt der US-Amerikaner und beheimatet daher einen der zwei internationalen Flughäfen Grönlands.

Kangerlussuaq ist mit jenem Flughafen und einem Hafen ein wichtiger Drehpunkt für Warenlieferungen und Tourismus, worauf die meiste Wirtschaft aufbaut. Am Hafen können aber bisher nur kleinere Schiffe anlegen, da das Wasser nicht tief genug ist. Es existieren bereits Planungen für einen Neubau.

Fast Facts

  • Eigentlich ist Grönland nicht prädestiniert für ein Autorennen, da auf der Insel mehr Boote als Autos für den Transport genutzt werden. Das liegt aber auch daran, dass die Straßen meist mit dem Ortsausgang enden und es keine Verbindungsstraßen zwischen verschiedenen Ortschaften gibt.
  • 2020 wurde der erste Bauvertrag über eine Verbindungsstraße zwischen zwei Ortschaften - Kangerlussuaq und Tasersuaq - geschlossen.
  • Kangerlussuaq ist die einzige Stadt Grönlands, die nicht direkt an der Küste, sondern im Inland an einem Fjord erbaut wurde.
  • Aufgrund der jungen Bevölkerung Kangerlussuaqs verfügt die Siedlung über einen Kindergarten und eine Schule. Auf ein Altenheim wurde hingegen verzichtet.
  • Erst in dieser Woche ist auf dem höchsten Gletscher von Grönland erstmalig Regen gefallen, was von Forschern eindeutig als Folge des Klimawandels gewertet wird. Aktuell herrschen in Teilen der Insel Temperaturen von über 20 Grad.
  • Mit ihrem Legacy-Programm unterstützt die Extreme E in Grönland die sogenannte Klimabildung. Zum einen wurde eine Solaranlage in einer Schule installiert. Zum anderen fördert die Extreme E gemeinsam mit UNICEF Projekte, welche Kinder über die Folgen des Klimawandels informieren und sich für die Rechte der Kinder einsetzen, beispielsweise durch die Einrichtung von "Children's Councils".

Die Strecke

Die Streckenführung für den Arctic X Prix hat die Extreme E am Donnerstag veröffentlicht. Der Kurs befindet sich 26 km von Kangerlussuaq entfernt und fünf Kilometer vom Russell-Gletscher. Der Untergrund der Rennstrecke soll hauptsächlich aus Gletschersedimenten, Sand und Steinen bestehen. Es gibt jedoch auch ein Wasserhindernis sowie eine Eisdecke. Der Kurs soll stellenweise recht breit gehalten sein, damit verschiedene Linien im Rennen möglich sind.

Insgesamt ist das Layout - entgegen der Behauptung auf der offiziellen Streckengrafik - 8,1 Kilometer lang und besitzt viele unterschiedliche Abschnitte. Der Super-Sector, in dem die Fahrer:innen für die Gesamtbestzeit belohnt werden, beginnt etwa nach der Hälfte einer Runde. Die Switch-Zone befindet sich in Richtung Kangerlussuaq.

"Wir haben auch hier Sand im ersten Sektor und ein paar schöne Bergauf- und Bergabpassagen", erklärt Streckendesigner Timo Scheider gegenüber 'e-Formel.de'. "Wenn wir aus dem Dünensegment herauskommen, wird es sehr rough - für mich die größte Challenge. Durch die verschiedenen Farben der Steine - beispielsweise im Flussbett - sieht man die Bodenwellen, Kuppen und Kanten nicht."

"Ich glaube deshalb, dass es für die Fahrer sehr schwierig wird, das Risiko richtig zu managen", so Scheider weiter. "Dann haben wir noch den sogenannten Rock Garden, eine Durchfahrt durch größere Steine. Sie ist relativ schnell, aber wenn du die falsche Linie wählst, kannst du viel kaputt machen."

Zeitplan & TV

Samstag:

Uhrzeit Session
13:30 Uhr Qualifying 1
18:00 Uhr Qualifying 2

 

Sonntag:

Uhrzeit Session
12:00 Uhr Halbfinals 1 & 2
16:00 Uhr Finale

Die Qualifying-Rennen und Halbfinals kannst du auf e-Formel.de im Stream verfolgen. Zusätzlich begleiten wir alle Sessions im Liveticker. Die Kolleg:innen von ran racing zeigen alle Sessions inkl. Finale im Livestream.

Im deutschen Fernsehen ist die Extreme E nicht live zu sehen. ProSieben Maxx zeigt allerdings am Sonntag um 18:00 Uhr eine Re-Live-Sendung. Kommentator Eddie Mielke führt gemeinsam mit den Experten Timo Scheider und Martin Tomczyk durch das Rennen.

Wettervorhersage

Der Wetterdienst erwartet für das Event in Kangerlussuaq zwei bis drei Sonnenstunden. Am Samstag soll es trocken bleiben, während die Regenwahrscheinlichkeit am Sonntag bei 40 Prozent liegt.

Prognose von Timo Scheider

"Was die Favoriten betrifft, bleibt es sicher beim Team Rosberg mit Molly Taylor und Kristoffersson", sagt Ersatzfahrer Timo Scheider uns gegenüber. "Team Andretti muss man im Auge haben, und Jutta Kleinschmidt ist das erste Mal von Anfang an mit dabei. Bei Chip Ganassi Racing wartet man eigentlich nur darauf, dass sie mal ein Rennen zu Ende fahren, denn vom Fahrerengagement her setzen sie bisher am meisten ein. Wir werden jedoch zum ersten Mal ein 5-Auto-Finale haben! Das heißt, der Start ist noch wichtiger, um in den ersten Sektor reinzukommen, wo man nur hintereinander herfahren kann."

 
 
 
 
 
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Das Team von e-Formel.de wünscht dir viel Spaß beim Arctic X Prix. Auch zur Extreme E haben unsere Leser eine kostenlose Community-Tippspiel-Runde organisiert. Wer mitmachen möchte, kann seine Tipps bis Samstagmorgen abgeben bzw. sich neu anmelden.

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