Ferrari-Chef Camilleri lehnt Formel E ab

Auch in absehbarer Zukunft wird Ferrari wohl nicht in der Formel E an den Start gehen. Zwar identifizierte die italienische Automarke die Elektroserie in einem internen Geschäftsbericht erst im letzten Jahr als potenzielle "Gefahr" für den eigenen Formel-1-Einsatz. Dennoch ist Ferraris Geschäftsführer Louis Camilleri nicht von der Serie überzeugt.

Im Interview mit der 'New York Times' erklärt der britisch-amerikanische Geschäftsmann: "In der Formel E ist sehr viel standardisiert. Wir bevorzugen es aber (an Rennserien) teilzunehmen, wo wir einen Unterschied machen können. Es ist schwer zu erkennen, wo man in der Serie einen Wettbewerbsvorteil erzielen kann." Camilleri bezieht sich damit vermutlich auf das standardisierte Chassis, das aus Kostengründen als Einheitsbauteil von allen Teams eingesetzt wird. Bei der Entwicklung von Motoren, Invertern, Getrieben, Hinterradaufhängungen und Software lässt die FIA den Formel-E-Teams hingegen freie Hand.

Bereits 2016 berichteten wir über Ferraris Formel-E-Gedankenspiele, die von Camilleris Vorgänger Sergio Marchionne angestoßen wurden. Auch ihn störten damals der Einsatz von Einheitschassis sowie die damals verpflichtenden Fahrzeugwechsel zur Rennmitte. Offenbar wird es noch einige Zeit dauern, bis sich Ferrari ernsthaft mit der Formel E auseinandersetzen wird - falls überhaupt.

von Tobias Bluhm 

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Kommentar von EFan |

Na ich würde auch bei den aktuellen Ergebnissen in der Formel 1 niemals in eine Serie einsteigen, in der die Motoren entwickelt werden dürfen und Mercedes schon da ist ... da kann man sich als Ferrari ja nur blamieren ....

Kommentar von Rudolf Zölde |

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