Formel-E-Test in Valencia (1/3): Lotterer beendet 1. Testtag mit Bestzeit & neuem Rekord
Tobias Bluhm
Andre Lotterer hat den ersten Tag der Formel-E-Vorsaison-Tests 2020 mit der schnellsten Rundenzeit abgeschlossen. Für Porsche brannte er am Nachmittag eine 1:12.519er-Zeit in den Asphalt des Circuit Ricardo Tormo und stellte damit einen neuen Rekord auf: Lotterers Tagesbestwert ist die Runde mit der schnellsten Durchschnittsgeschwindigkeit in der Geschichte der Formel E.
Im Schnitt war Lotterer mit 153,6 km/h unterwegs - deutlich schneller als der bisherige Rekord, der im Vorjahr von Maximilian Günther in Valencia aufgestellt wurde (148,8 km/h). Günther verbrachte seinerseits große Teile des Nachmittags in der Garage und legte seinen Fokus auf die zweite Hälfte des Tests. Insgesamt drehte der Deutsche 32 Runden für BMW. Sein neuer Teamkollege Jake Dennis spulte ebenfalls 30 Runden ab, obwohl er zwischenzeitlich mit technischen Problemen auf der Strecke ausrollte. Der Brite konnte seinen Wagen allerdings neu starten und aus eigener Kraft zurück an die Boxengasse bewegen.
Die Nachmittagssession kam insgesamt mit weniger Zwischenfällen als der Test am Vormittag aus. Zwar rutschten einige Piloten in der ersten Hälfte der Session von der Strecke, doch musste der Test nur einmal mit einer roten Flagge unterbrochen werden. Auslöser war Norman Nato (Venturi), der rund 15 Minuten vor Schluss im letzten Streckenabschnitt ausrollte. Die Session wurde anschließend nicht mehr neu gestartet, sodass einige Teams unter anderem auf geplante Qualifying-Simulationen verzichten mussten.
Übersicht: Die Rundenzahlen der Formel-E-Teams an Tag 1
Team |
Vormittag |
|
|
Audi Sport ABT Schaeffler | 82 Runden | 64 Runden | 146 Runden |
BMW i Andretti | 87 Runden |
62 Runden |
149 Runden |
DS Techeetah | 77 Runden |
58 Runden |
135 Runden |
Envision Virgin Racing | 78 Runden | 57 Runden | 135 Runden |
Dragon Penske Autosport | 65 Runden | 53 Runden | 118 Runden |
Mahindra Racing | 82 Runden | 77 Runden | 159 Runden |
Mercedes-Benz EQ | 86 Runden | 12 Runden | 98 Runden |
Nio 333 | 65 Runden | 92 Runden | 157 Runden |
Nissan e.dams | 58 Runden | 64 Runden | 122 Runden |
Jaguar Racing | 51 Runden | 40 Runden | 91 Runden |
ROKiT Venturi | 87 Runden | 53 Runden | 140 Runden |
TAG Heuer Porsche | 82 Runden | 55 Runden | 137 Runden |
15-Minuten-Strafe für Mercedes
Aufmerksamkeit bekam zudem eine Strafe gegen die zwei Mercedes-Piloten. Da sie auf einer gezeiteten Runde die Streckenbegrenzungen nicht einhielten, wurden Stoffel Vandoorne und Nyck de Vries jeweils mit einer 15-Minuten-Stop-and-Go-Strafe belegt - kurios! Doch auch abgesehen von der Zeitstrafe verlief Mercedes' Nachmittag nicht nach Plan. Die "Silberpfeile" absolvierten insgesamt nur zwölf Runden.
Weniger Touren drehte lediglich Mitch Evans (Jaguar), der schon am Vormittag mit technischen Problemen zu kämpfen hatte. Der Neuseeländer kam auf gerade einmal drei Umrundungen des Circuit Ricardo Tormo und überließ Teile des Testprogramms seinem neuen Teamkollegen Sam Bird. Der Brite umrundete den Kurs insgesamt 37 Mal und beendete den ersten Tag auf Platz 16. Evans wurde als 22. gewertet und wird hoffen, dass er am Sonntag den Anschluss an seine Rivalen finden kann.
In Bildern: Die besten Fotos vom 1. Testtag in Valencia
Fotos: Lou Johnson, Shivraj Gohil / Spacesuit Media
Das amtierende Meisterteam DS Techeetah machte auch am Nachmittag einen guten Eindruck. Jean-Eric Vergne und Antonio Felix da Costa fuhren bzw. fahren in Valencia noch mit ihrem Antriebsstrang aus der vergangenen Saison, weil das Team erst später sein neues Auto homologieren lassen wird. Beide Fahrer nutzten den ersten Testtag daher als erweiterten "Shakedown" für das alte Auto. Das Duo beendete den Tag auf den Plätzen 2 und 3. Dahinter komplettierten Virgin-Neuling Nick Cassidy und Alexander Sims (Mahindra) die Top 5. Die Zeitabstände waren jedoch auch beim Rest des Feldes ausgesprochen klein: Am Ende des Tages lagen 19 Fahrer innerhalb von einer Sekunde.
Für die Teams der Formel E beginnt nun die Auswertung von Fahrzeugdaten, ehe die Autos am Sonntagvormittag auf die Strecke zurückkehren. Der zweite Testtag beginnt um 9 Uhr und ist in zwei Sessions mit je drei Stunden aufgeteilt. Selbstverständlich sind wir auch dann wieder mit unserem LGT Live-Ticker für dich dabei.
>>> zu den kumulierten Ergebnissen des 1. Testtages in Valencia
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