Formel E

Lucas di Grassi: "Nissan-Einstieg enorm wichtig für die Formel E"

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

Monatelang hielten sich die Gerüchte, seit letzter Woche ist es offiziell: Nissan kommt als erster japanischer Automobilhersteller in die Formel E. Schon zum Start in Saison fünf (Ende 2018) übernimmt die Marke die Formel-E-Lizenz von Renault e.dams und führt die Elektroserie damit einen weiteren großen Schritt auf den Markt Japan zu. Auch der amtierende Formel-E-Champion Lucas di Grassi weiß um die Bedeutung des Einstiegs von Nissan für die Serie.

"Zum Erfolg in Japan braucht die Formel E drei Dinge: einen japanischen Fahrer, eine japanische Marke und einen japanischen ePrix", sagte der Brasilianer auf der Tokyo Motor Show. Das Land habe im internationalen Motorsport eine besondere Stellung. "Der Einstieg von Nissan als erste japanische Marke ist als erster Schritt enorm wichtig für die Formel E."

Di Grassi weiter: "Jetzt fehlt nur noch ein japanischer Fahrer und ein eigener ePrix. Takuma Sato hat damals ein Rennen bestritten und hätte die Erfahrung, aber ich glaube, dass es noch jede Menge andere exzellente und junge Fahrer gibt, die vielleicht für Nissan starten könnten. In Sachen Rennen sieht es schon etwas komplizierter aus, aber die Formel E kämpft seit einiger Zeit um ein Rennen in Tokio. Ich fände es großartig, wenn wir ein Event in Roppongi, Shibuya oder Marunouchi austragen könnten."

Seit über zwei Jahren bemüht sich Formel-E-Promoter Alejandro Agag um ein Rennen in Tokio oder Yokohama, bislang allerdings ohne Erfolg. Auch in der anstehenden Saison 2017/18 wird der Formel-E-Tross nicht in Japan Station machen, stattdessen stehen Rennen in Sao Paulo (di Grassis Heimatstadt), Santiago und Zürich auf dem Plan.

"In der Zukunft wird die Anzahl der Rennen aber steigen", versichert di Grassi, "genauso wie es mit der Anzahl der Hersteller oder der Leistung unserer Fahrzeuge war. All das spricht für das tolle Wachstum der Formel E. Vor drei Jahren hat niemand an das Unternehmen geglaubt und uns nach dem ersten Rennen in Peking ausgelacht. Aber jetzt, wo immer mehr große Hersteller in die Serie drängen, scheint es so, als hätten wir die Leute von unserem Konzept überzeugen können."

Zumindest in der anstehenden Saison muss der 33-Jährige weiterhin mit seinem Erzrivalen Sebastien Buemi in den Farben von Renault e.dams vorlieb nehmen. Wie sich das Dauerduell der beiden nach dem Nissan-Einstieg entwickelt, ist übrigens weiterhin ungewiss. Zwar verfügt Buemi über einen gültigen Vertrag bis einschließlich 2019 mit e.dams, jedoch hat Nissan selbst zahlreiche Werksfahrer, die auf ein Cockpit in der Formel E drängen.

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