Formel E

Neuausrichtung bei Renault: Alpine & Lotus prüfen Formel-E-Einstieg

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

Mit Fernando Alonso und Esteban Ocon wird Alpine in diesem Jahr sein Comeback in der Formel 1 geben. Doch auch abseits der "Königsklasse" strebt die Sportwagen-Marke in den kommenden Monaten zahlreiche neue Projekte an, darunter eine Zusammenarbeit mit dem britischen Automobilhersteller Lotus. Die Kooperation könnte die Tür für ein weiteres Motorsportprojekt öffnen: die Formel E.

Aktuell planen Alpine und Lotus eine umfassende Machbarkeitsstudie für die Konstruktion eines elektrischen Sportwagens, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung beider Unternehmen. Zunächst soll der Alpine A110 elektrifiziert werden, der in den 1960er- und 1970er-Jahren unter anderem erfolgreich im internationalen Renn- und Rallyesport eingesetzt und im Jahr 2017 relauncht wurde.

Darüber hinaus werde derzeit auch "eine Zusammenarbeit zur Nutzung der Motorsportplattform von Alpine" geprüft. Neben Projekten in der Formel 1 könnte diese Kooperation auch den "Einsatz eines WEC- oder Formel-E-Teams umfassen", heißt es wörtlich. In der Langstrecken-Weltmeisterschaft startet Alpine schon seit 2013 mit dem Signatech-Team in der LMP2-Klasse, ab 2021 tritt der Rennstall mit einem alten LMP1-Renner sogar in der höchsten WEC-Kategorie an. Ein Formel-E-Team wäre hingegen sowohl für Alpine als auch für Lotus Neuland.

"Einige interessante Möglichkeiten"

"Wir erforschen den Motorsport - es ist genau so, wie (in der Pressemitteilung) beschrieben", erläutert ein Lotus-Sprecher die Formel-E-Option bei 'Autosport'. "Wir erörtern gemeinsam die Möglichkeiten des Rennsports. Lotus hat eine lange Geschichte auf der Rennstrecke. Renault und Alpine sind hingegen Experten für die Formel E, die Formel 1 und die Langstrecke. Das eröffnet uns einige interessante Möglichkeiten. Momentan ist es aber nur ein Forschungsprojekt."

Derzeit ist die Renault-Nissan-Mitsubishi-Allianz mit der Motorsportabteilung Nismo der Marke Nissan in der Formel E vertreten. Die Japaner beliefern seit 2018 das Werksteam e.dams mit Antriebssträngen. Zuvor hatte das französische Unternehmen Renault seine werksseitige Beziehung zum Formel-E-Team beendet, um sich auf den eigenen Einsatz in der Formel 1 zu konzentrieren.

Erste Gen3-Deadline bereits im März

Nach den Ausstiegsankündigungen von Audi und BMW, die ihre Formel-E-Werksteams am Ende dieses Jahres aufgeben werden, tauchten zuletzt auch Fragezeichen über der Zukunft von Nissan auf. Zwar verschrieb sich der Konstrukteur in einem öffentlichen Statement mittelfristig der Formel E. Ob sich der Hersteller aber auch um eine Startlizenz für die Gen3-Ära (ab Saison 2022/23) bemühen wird, ist aktuell noch unklar.

Für eine Teilnahme im ersten Jahr des Gen3-Regelwerks müssen sich Hersteller spätestens bis zum 31. März 2021 bei der FIA registrieren. Laut 'Autosport' fanden erst kurz vor Weihnachten 2020 Verhandlungen mit einem möglichen neuen Hersteller statt. Sollte Nissan die Formel E verlassen, wäre der Weg für ein von Alpine und Lotus geführtes Werksteam ab Ende 2022 frei. Bleibt Nissan der Elektroserie hingegen treu, müssten Alpine/Lotus eines der bestehenden Teams aufkaufen.

Erst vor einigen Tagen verkündete die Formel E, dass sich McLaren Racing eine Einstiegsoption für das erste Gen3-Jahr gesichert habe. Abhängig von der technologischen Relevanz und finanziellen Umsetzbarkeit könnte die britische Marke somit ab Ende 2022 mit einem eigenen Formel-E-Team oder gar als Hersteller an den Start gehen. Schon jetzt ist damit sicher: Die Zusammensetzung des Starterfeldes in der Elektroserie wird sich in den kommenden Saisons verändern. Ob Alpine und Lotus eines Tages auch in der Meisterschaft antreten werden, bleibt zunächst abzuwarten.

Foto: DPPI / Alpine

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