Formel E

Sam Bird vor neuer Herausforderung bei Jaguar: "Kein Grund, weshalb wir uns verstecken sollten"

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

In der Formel E gehört Sam Bird zu den erfahrensten Piloten des Starterfeldes. Der Brite ging in den letzten Jahren bei jedem Rennen der Elektroserie für Virgin Racing an den Start und gewann insgesamt neun Rennen, verließ das Team allerdings nach dem Berlin E-Prix 2020. Bird wird in der kommenden Saison stattdessen für das Herstellerteam von Jaguar antreten - und hat hohe Erwartungen an seinen neuen Arbeitgeber.

Weiterhin ist der 33-Jährige der einzige Formel-E-Fahrer, der in jeder Saison einen E-Prix gewinnen konnte. Die abgelaufene Meisterschaft schloss er auf dem zehnten Platz in der Gesamtwertung ab, fünf Punkte vor seinem Teamkollegen Robin Frijns. Nach sechs Jahren bei Virgin zog Bird schon vor dem Berlin E-Prix einen Schlussstrich und verkündete seinen Wechsel zu Jaguar, wo er ab 2021 an der Seite von Mitch Evans antreten wird.

"Ich wurde vom Team mit offenen Armen begrüßt", erinnert sich Bird bei 'Electric Motor News' an seinen ersten Arbeitstag in Coventry. "Es war ein bisschen so, wie die Schule zu wechseln. Am ersten Tag war die Nervosität noch groß, obwohl es dazu eigentlich gar keinen Grund gab. Wir haben direkt mit der Arbeit begonnen und viel geschafft. Es gibt selbstverständlich einige große Unterschiede zwischen den Arbeitsweisen beider Teams, aber nach ein paar Runden habe ich die Philosophie verstanden."

Evans & Bird teilen Entwicklungsphilosophie: "Genau das, was ich wollte"

Im Herbst absolvierte Bird seine ersten Runden für die "Raubkatze". Jedem Hersteller stehen vor der Saison 2021 insgesamt 13 private Testtage zu, um die Antriebsstränge weiterzuentwickeln. Beliefert er zudem ein Kundenteam, kommen sechs weitere Testtage hinzu. Einen beliebigen Teil ihrer Testtage können Hersteller dann an Kundenteams weiterreichen. Audi, seit 2018 Motorenlieferant für Virgin, verzichtete in den vergangenen Jahren auf die Zuteilung eigener Testtage für die Briten. Bird lernte seine neuen Fahrzeuge somit oftmals erst bei den offiziellen Vorsaison-Tests der Formel E kennen.

"Beim ersten Mal im Auto musste ich lächeln", berichtet Bird von seiner Privattest-Premiere mit Jaguar. "Ich habe genau das vom Fahrzeug bekommen, was ich wollte. Das Gute ist, dass Mitch (Evans) und ich die gleiche Vorstellung davon haben, wie sich das Auto entwickeln soll. Es gibt also Potenzial, aber natürlich ist unsere Konkurrenz stark. Das wird eine Herausforderung."

Zielsetzung klar: "Konstant an der Spitze des Feldes sein"

Trotzdem beteuert Bird: "Es gibt keinen Grund, weshalb wir uns verstecken sollten. Solange Mitch und ich unser Bestes geben, sehe ich keinen Anlass dazu, dass wir nicht konstant an der Spitze des Feldes sein werden. Vor uns liegt noch ein langer Weg, aber bisher sieht es vielversprechend aus." So hofft er erneut auf Podien und Siege: "Ich will endlich mein volles Potenzial ausschöpfen, was mir seit Saison 4 nicht mehr gelungen ist."

In rund fünf Wochen kommt es zum ersten Kräftemessen aller Formel-E-Teams beim "Double-Header" zum Saisonstart in Santiago de Chile (16./17. Januar). Dann wird sich zeigen, wie gut der neue Jaguar geworden ist - und ob Bird auch in der siebten Saison einen Sieg wird einfahren können.

Foto: Shivraj Gohil / Spacesuit Media

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