Extreme E

Prominenz, Staub & ein Überschlag: Extreme E beschließt Vorsaison-Testfahrten in Spanien

Timo Pape

Timo Pape

Die neue Offroad-Serie Extreme E hat am 18. und 19. Dezember ihre kollektiven Vorsaison-Testfahrten im Vorfeld der Debütsaison 2021 absolviert. An zwei Tagen gingen acht Teams im spanischen "Motorland Aragon" in insgesamt vier Sessions auf die Piste und sammelten Erfahrungen mit ihrem neuen "ODYSSEY 21". Nur ein Rennstall war wie befürchtet nicht am Start: Techeetah. Wir erwarten, dass das indonesische Team - ebenso wie jüngst HWA - in Kürze seinen Rückzug bekannt geben wird.

Die acht bestätigten Teams fuhren auf zwei verschiedenen Streckenvarianten: ein recht weitläufiger Kurs mit 3,1 km Länge und eine schnellere Piste, die nur 1 km lang war. "Der erste Kurs war viel länger und viel offener - er entspricht eher dem, was wir bei den richtigen Veranstaltungen sehen werden", erklärt Extreme-E-Rennleiter Scot Elkins. "Der andere Kurs hingegen war enger und bot mit seinem Schotter nur einen einzigen Untergrund. Bei unseren Rennen werden die Fahrer mit verschiedenen Streckenbelägen zu kämpfen haben."

Bei zeitweise sehr nebeligen Bedingungen tasteten sich die Fahrer an die Grenzen des 400-kW-starken Elektro-Buggys heran - oder schossen darüber hinaus. So leistete sich Andretti-Pilot Timmy Hansen beispielsweise beinahe einen Überschlag, kam aber mit einem "blauen Auge" davon. Ein anderer - offenbar Rakan Al-Rashed im roten Showcar der Extreme E - landete tatsächlich auf dem Dach. Rundenzeiten und Ergebnisse der Testsessions stellte die Extreme E auch auf Anfrage von 'e-Formel.de' hin leider nicht zur Verfügung.

Vor Ort gab sich auch Ferrari-Formel-1-Pilot Carlos Sainz jr. die Ehre. Der Spanier hält Anteile am Rennstall Acciona Sainz XE, für den sein Vater, Rallyelegende Carlos Sainz sr., sogar selbst ins Lenkrad greift. "Ich habe irgendwie erwartet, dass sich mein Vater in der Extreme E engagieren möchte, und habe gesehen, dass er sich dafür interessiert", sagt Sainz jr. "Also waren wir die letzten drei bis vier Monate sehr mit dem Projekt beschäftigt."

"Es ist eine ganz neue Herausforderung, und ich sehe, dass das Team sehr hart arbeitet, um so konkurrenzfähig wie möglich zu werden", so der Formel-1-Star weiter. "Wir müssen den Menschen bewusster machen, was in der Welt vor sich geht, und dabei gleichzeitig eine tolle Show und guten Rennsport produzieren."

Alejandro Agag: "Mehr als 2 Jahre lang auf diesen Tag hingearbeitet"

Extreme-E-Gründer und CEO Alejandro Agag gibt sich stolz, endlich alle Fahrzeuge in ihren finalen Lackierungen gemeinsam auf der Rennstrecke erlebt zu haben: "Wir haben mehr als zwei Jahre lang auf diesen Tag hingearbeitet. Der Traum wird nun endlich Wirklichkeit. Dies ist ein stolzer Moment für uns, eine so talentierte Gruppe von Fahrern zusammen auf dem Kurs zu sehen. Diese Meisterschaft hat eines der stärksten Fahreraufgebote auf dem ganzen Planeten."

Die Testfahrten seien ein großer Erfolg und ein großartiger Abschluss für ein "in vielerlei Hinsicht herausforderndes Jahr" gewesen, erklärt Agag. "2021 wird das Jahr sein, in dem die Welt das Ergebnis all unserer harten Arbeit sehen kann, und ich kann es kaum erwarten", so der Spanier.

Nach dem Test wurden die Autos verladen und zurück in die Werkstätten der jeweiligen Teams geschickt, um letzte Arbeiten am Setup vorzunehmen, bevor sie schließlich auf das schwimmende Paddock der Extreme E, die St. Helena, transportiert werden. Das Schiff soll Mitte Februar ablegen und den Seeweg nach Saudi-Arabien antreten. Dort startet mit dem "Desert X Prix" am 20./21. März 2021 die erste Extreme-E-Saison.

Fotos: Extreme E

Zurück

0 Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Bitte addieren Sie 2 und 5.