Was ist der Attack-Mode?

Nach der Abschaffung des lange Zeit obligatorischen Fahrzeugwechsels hat die Formel E mit dem Start der Saison 2018/19 ein neues taktisches Element eingeführt: den sogenannten Attack-Mode. Er verleiht dem Fahrer zusätzliche Leistung und hilft somit entweder beim Überholen oder Verteidigen.

Neben dem regulären Rennmodus (200 kW) muss jeder Fahrer während eines E-Prix auch den Attack-Mode nutzen. Er erhöht die maximale Leistung des Elektromotors für eine bestimmte Zeit um 25 kW auf insgesamt 225 kW. Um den Attack-Mode zu aktivieren, muss ein Fahrer zunächst einen Knopf am Lenkrad betätigen, um das System "scharf" zu schalten. Anschließend fährt er abseits der eigentlichen Rennlinie durch die sogenannte Attack-Zone. In diesem gekennzeichneten Bereich sind drei Aktivierungsstreifen auf dem Asphalt angebracht. Trifft der Fahrer alle drei nacheinander mit seinem Auto, löst dies unmittelbar den Attack-Mode aus.

Die genaue Anzahl der Aktivierungen sowie die Dauer einer Attack-Mode-Phase gibt die Formel E in Abhängigkeit zur Streckencharakteristik erst 60 Minuten vor Rennstart bekannt. Dadurch haben die Teams keine Zeit mehr, sich bereits im Vorfeld Strategien zurechtzulegen. Das Ziel: mehr Unvorhersehbarkeit für die Zuschauer. In der Praxis kann dies beispielsweise wie folgt aussehen: Jeder Fahrer darf in einem Rennen maximal fünfmal "scharf" halten und anschließend versuchen, die Attack-Zone korrekt zu treffen. Während des E-Prix muss er genau zweimal für jeweils vier Minuten den Attack-Mode nutzen. Wann er die Zusatzleistung aktiviert, liegt in seinem eigenen Ermessen. Lediglich in den ersten beiden Runden darf der Attack-Mode nicht eingesetzt werden.

Ist der Attack-Mode aktiv, pulsieren die LEDs am Halo-Sicherheitsbügel über dem Fahrer-Cockpit in blauer Farbe. Nutzt ein Pilot zusätzlich seinen FANBOOST, wechselt die Farbe zu Violett.