Hongkong ePrix (09.10.2016)

Rennen
Qualifying
2. Freies Training
1. Freies Training
 
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Startaufstellung
Bericht
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GrundStrafe
Zu schnell unter roter Flagge im Freien TrainingRückversetzung um 3 Plätze in der Startaufstellung
Zu schnell unter roter Flagge im Freien TrainingRückversetzung um 3 Plätze in der Startaufstellung
Nicht qualifiziert im QualifyingRückversetzung ans Ende der Startaufstellung
Fahrer
Loic Duval
Adam Carroll
Robin Frijns

Sebastien Buemi hat den Saisonauftakt der Formel E in Hongkong gewonnen. In einem ereignisreichen Rennen profitierte er von verschiedenen Umständen, die ihn an die Spitze brachten. Gleiches gilt für Lucas di Grassi. Der ABT-Fahrer wurde bereits am Start in einen Unfall mit Qinghua Ma verwickelt, kam jedoch durch eine Safety-Car-Phase und exzellentes Energiemanagement auf Platz zwei. Nick Heidfeld komplettierte das Podium als Dritter - dieselbe Platzierung, die er schon beim Saisonauftakt 2015 in Peking einfuhr.

Die Anfangsphase des Rennens hätte turbulenter kaum sein können. Am Start kam es zu einem Auffahrunfall, in den mehrere Fahrzeuge verwickelt waren. Daniel Abt beschädigte sich gleichzeitig den Front- und Heckflügel. Techeetah-Pilot Qinghua Ma krachte seinem Vordermann ins Heck, woraufhin auch di Grassi hinter ihm auffuhr. Sam Bird ging am Start außen an Teamkollege Jose Maria Lopez vorbei, jedoch berührten sich beide beim Beschleunigen.

Während ein Deutscher schon einige Plätze gutmachen konnte - Heidfeld war zu diesem Zeitpunkt bereits Fünfter -, wurde Abt unmittelbar von der Rennleitung an die Box zitiert, um sein Auto reparieren zu lassen. Wenige Augenblicke später bekam auch Teamkollege di Grassi die schwarz-orangefarbene Flagge geschwenkt, die ihn an die Box zwang. Katastrophale Anfangsphase für ABT. Dann traf das Team jedoch eine gute Entscheidung: Statt das Auto zu tauschen, gaben die Kemptener di Grassi nur eine neue Nase, was sich später auszahlen sollte.

An der Spitze tat sich bis dahin wenig. Pole-Sitter Piquet führte das Rennen ungefährdet an und hielt seine Verfolger auf Abstand. Teamkollege Turvey, der als Zweiter gestartet war, musste zunächst Bird, dann Buemi passieren lassen. Lopez - am Start noch Dritter - wurde indes immer weiter nach hinten durchgereicht. Bis er nach gut 20 Minuten an der Wand landete. Wie schon in den vorherigen Sessions erwischte es ihn in der Schikane.

Pech für Piquet

Piquet fuhr zu diesem Zeitpunkt direkt hinter Lopez, der schon eine Runde zurücklag. Der Brasilianer musste mitten in der Schikane auf die Bremse steigen und rutschte dadurch selbst in die TECPRO-Barriere. Zwar beschädigte er seinen NextEV dabei nicht, doch Bird und Buemi zogen vorbei. Anschließend kam das Safety-Car für einige Runden auf die Strecke.

Bird ging als Führender an die Box, dann der Schock für den Briten: Nach Ablauf der Mindestzeit kam sein Virgin nicht von der Stelle. Erst nach einer gefühlten Ewigkeit verließ er die Box wieder - mit einer Runde Rückstand auf den nun führenden Buemi. Bis dahin hatte es eher nach einem Sieg für Bird ausgesehen, doch wie schon Piquet ereilte auch ihn das Pech.

Durch die Safty-Car-Phase bekamen einige Fahrer, darunter auch di Grassi, die Möglichkeit aufzuholen. Zudem spielten dem Brasilianer die eigene Boxenstoppstrategie sowie die der Konkurrenz in die Karten. Im bereinigten Klassement tauchte er plötzlich direkt hinter Buemi auf. Ebenso überraschend: der dritte Platz von Nick Heidfeld.

Dessen Mahindra-Teamkollege Felix Rosenqvist vermasselte sich sein bis dahin hervorragendes Debüt durch einen Fahrfehler. Er verlor sein Auto, drehte sich und schlug sich dabei an der Mauer den Heckflügel ab. Infolgedessen musste er an die Box kommen, um seinen M3Electro reparieren zu lassen. Letztlich sicherte sich der Schwede aber immerhin noch die schnellste Rennrunde und damit einen Zähler.

Die Schlussphase gehörte den beiden Andretti-Piloten. Antonio Felix da Costa (am Ende Fünfter) und Robin Frijns (Sechster) kämpften sich mit beherzten Überholmanövern nach vorn und holten wichtige Punkte für das Team. An der Spitze hingegen passierte nichts mehr. Sowohl Buemi als auch di Grassi mussten Energie sparen und fuhren friedlich bis ins Ziel. Bemerkenswert: Keiner der drei FanBoost-Gewinner zündete seinen Extraschub. Lopez fiel verfrüht aus, und auch von Buemi und di Grassi war nichts zu sehen.

Der Titel "Rookie of the Day" geht in jedem Fall nach Deutschland: Maro Engel zeigte in Hongkong eine gelungene Formel-E-Premiere und kam letztlich als Neunter ins Ziel - vor seinem erfahrenen Teamkollegen Stephane Sarrazin. Somit holte der Venturi-Fahrer gleich im ersten Rennen die ersten beiden Punkte. Der zweite Saisonlauf der Formel E startet am 12. November in Marrakesch.

Das inoffizielle Ergebnis des Hong Kong ePrix

Nelson Piquet jr. hat sich völlig überraschend die Pole-Position beim Auftakt zur dritten Formel-E-Saison in Hongkong geschnappt. In einer chaotischen Qualifikation setzte sich der Meister der ersten Saison gegen seinen Teamkollegen Oliver Turvey durch, der die erste Startreihe für NextEV perfekt machte. Eine Sensation, nachdem das chinesische Team die Vorsaison als Letzter beendet hatte. Dritter wurde ebenfalls überraschend Neuling Jose Maria Lopez im Virgin, der seinen Teamkollegen Sam Bird knapp hinter sich ließ.

Die Favoriten hingegen ließen Federn: Champion Sebastien Buemi geht als Fünfter ins Rennen, während Lucas di Grassi als Vorletzter starten muss. Er verunfallte - ebenso wie Andretti-Fahrer Robin Frijns - in der Schikane, die wenige Minuten vor dem Qualifying verändert worden war. Der Frust des gesamten Fahrerfeldes über diese Entscheidung der Rennleitung war in jeder Aussage spürbar. Geheimfavorit Jean-Eric Vergne kam nur auf Rang neun.

In Gruppe 1 herrschte zunächst Verwirrung, weil sich die Rundenzeiten als deutlich langsamer entpuppten als noch im Training. Der Grund: Streckenposten hatten den sogenannten "Sausage Kerb", also einen abgerundeten Randstein, in der Schikane entfernt, nachdem Piquet im Training über ihn gerast, abgehoben und verunfallt war. Eine ausführliche Aufarbeitung des Themas lest ihr in einem Extra-Artikel. Loic Duval und Nico Prost lieferten zu Beginn ordentliche Zeiten ab, die am Ende wenigstens noch für die Top 10 reichen sollten.

In Gruppe 2 dann der erste große Aufreger: Lucas di Grassi rutschte über den übrig gebliebenen Randstein in der Schikane und schlug mit der linken Seite seines ABT-Renners an der Mauer an. "Das beeinträchtigt meine Meisterschaft von Beginn an", klagte der ABT-Pilot nach seinem Unfall. Nach einer Unterbrechung durch rote Flaggen holte sich zunächst Bird die Bestzeit, dann Turvey.

Auch Gruppe 3 legte buchstäblich mit einem Kracher los: Frijns verlor seinen Andretti ebenfalls in der Schikane - ein fast identischer Unfallhergang wie bei di Grassi. Der Niederländer schlug allerdings noch heftiger ein und bohrte sich frontal in die TECPRO-Barriere. Der hinter ihm fahrende Vergne konnte gerade noch ausweichen. Das Trümmerfeld musste fast 30 Minuten lang geräumt werden.

Aufgrund dieser enormen Unterbrechung entschied die Rennleitung, die Super-Pole zu streichen. Zu kurz wäre die Pause zwischen Qualifikation und Rennen gewesen, um die Autos aufzuladen. Somit stand schon vor Gruppe 4 fest, dass die Reihenfolge der Gruppenphase auch der Startaufstellung entsprechen würde.

In der letzten Gruppe rechneten alle damit, dass sich Buemi die Pole-Position sichern würde. Der Meister kam letztlich aber nur auf Startplatz fünf. Stattdessen überzeugte Lopez mit einer starken Runde, durch die er bei seinem Formel-E-Debüt sogar vor seinem Teamkollegen Bird landete. Daniel Abt wurde als bester Deutscher Siebter. Nick Heidfeld kam auf Rang elf, Maro Engel geht als Zwölfter in sein erstes Formel-E-Rennen (10 Uhr MEZ).

Das Ergebnis des Qualifyings

Lucas di Grassi hat sich die erste Sessionbestzeit der neuen Formel-E-Saison gesichert. Mit einer Rundenzeit von 1:02.381 Minuten ließ der ABT-Fahrer seinen Titelrivalen der vergangenen Saison, Sebastien Buemi im e.dams, knapp hinter sich. Auf den Plätzen drei und vier folgten mit Daniel Abt (ABT) und Maro Engel (Venturi) zwei Deutsche. Nick Heidfeld im Mahindra wurde nur Elfter.

Bereits nach dreieinhalb Minuten kam es zur ersten Unterbrechung: Oliver Turvey bliebt mit seinem NextEV kurz nach Kurve 1 auf der Strecke stehen. Einige Versuche, das Auto wieder zum Laufen zu bringen, scheiterten. Turvey wurde folglich abtransportiert - rote Flaggen. Kurz nach der Unterbrechung passierte dem Briten genau das gleiche nochmals - diesmal konnte er aber nach einem Neustart weiterfahren.

In der Folge positionierten sich zunächst Felix Rosenqvist (Mahindra) sowie beide ABT und beide e.dams in den Top 5. Auch Robin Frijns mischte vorn mit, überschritt aber wiederholt das Limit. Nach mehreren Besuchen in der Auslaufzone drehte er sich schließlich. Der Versuch eines Turnarounds scheiterte, wodurch der Andretti des Niederländers quer auf der Strecke stand - die nächste rote Flagge.

Gegen Ende der Session erhöhten viele Fahrer noch mal das Risiko. Dementsprechend fielen die Rundenzeiten, und dementsprechend passierten auch Fahrfehler. Qinghua Ma beispielsweise schlug hörbar mit dem Heck seines Techeetahs an der Mauer an, nahm aber keinen Schaden und konnte nach kurzer Standzeit weiterfahren. Besonders das Anbremsen auf Kurve 2 am Ende der langen Geraden bereitete den Piloten Schwierigkeiten. Viele Fahrer mussten den Notausgang nehmen.

Am Ende war es ein gemäßigter Auftakt, der mit den beiden bisherigen Topfahrern der Formel E an der Spitze abgewunken wurde. Das Streckenlayout verspricht jede Menge Action in den weiteren Sessions des Tages.

Das Ergebnis des 1. Freien Trainings

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TeamPunkteRundenGesamtzeitPers. BestzeitStartplatzPLATZ-VERÄND.Pole-PositionSchnellste RundeFanBoostAusfall
Team Logo Nissan e.dams254553:13.2981:04.2565FanboostPlatzhalter
Team Logo Audi184553:15.7751:03.64819FanboostPlatzhalter
Team Logo Mahindra Racing154553:18.8201:05.08510Platzhalter
Team Logo Nissan e.dams124553:20.6581:04.6839Platzhalter
Team Logo MS Amlin Andretti104553:31.2851:04.34213Platzhalter
Team Logo MS Amlin Andretti84553:34.4591:04.14320Platzhalter
Team Logo Faraday Future Dragon Racing64553:41.7411:05.55918Platzhalter
Team Logo NextEV NIO44553:43.6531:05.3442Platzhalter
Team Logo Venturi24553:44.1961:04.39012Platzhalter
Team Logo Venturi14553:45.0321:04.28914Platzhalter
Team Logo NextEV NIO34553:48.5541:04.2671Platzhalter
Team Logo Jaguar Racing04553:57.1371:04.73217Platzhalter
Team Logo 04554:01.3561:03.3724Platzhalter
Team Logo Faraday Future Dragon Racing04353:13.9131:04.71211Platzhalter
Team Logo Mahindra Racing14354:04.2741:02.9476Platzhalter
Team Logo Audi03444:15.0461:03.2637
Team Logo DS Techeetah03138:52.7071:03.0788
Team Logo Jaguar Racing02430:08.9321:05.47415
Team Logo 01517:16.4901:05.3443Fanboost
Team Logo DS Techeetah015:49.64616