Marrakesch ePrix (12.11.2016)

Rennen
Super-Pole
Qualifying
2. Freies Training
1. Freies Training
 
Ergebnis
Startaufstellung
Bericht
Video
Strafen
GrundStrafe
Mindestgewicht des Autos um 3,5 kg unterschrittenRückversetzung um 5 Plätze in der Startaufstellung
Tempolimit in der Boxengasse nicht eingehaltenDurchfahrtsstrafe
Fahrer
Sebastien Buemi
Jean-Eric Vergne

Sebastien Buemi hat den Marrakesh ePrix gewonnen. Der Schweizer profitierte wie schon in Hongkong von Fehlern der Fahrer vor ihm und konnte dank wohl überlegter Strategie den lange Zeit führenden Felix Rosenqvist hinter sich lassen. Der Schwede, der von der Pole-Position gestartet war, wurde letztlich Dritter hinter Sam Bird im Virgin. Entscheidend für den Sieg war wie im Vorfeld erwartet das richtige Energiemanagement.

Beim Start verlief zunächst alles reibungslos. Daniel Abt griff in Kurve 1 Jean-Eric Vergne an, kam auf der Außenbahn aber nicht vorbei. In den folgenden Runden setzte sich der Führende Rosenqvist kontinuierlich von Bird ab und fuhr in der ersten Rennhälfte rund vier Sekunden Vorsprung heraus - eine beeindruckende Vorstellung in seinem zweiten Formel-E-Rennen. Parallel dazu arbeitete sich Buemi nach seiner Strafversetzung auf Startposition sieben langsam nach vorn. Gleiches galt für seinen Meisterschaftsrivalen Lucas di Grassi, der nach guter Leistung am Ende Fünfter werden sollte.

Vergne übte derweil großen Druck auf den Drittplatzierten Nelson Piquet jr. aus und ging schließlich vorbei. In der Folge näherte er sich seinem ehemaligen Teamkollegen Bird und überholte auch diesen in Kurve 1 hinein. Dann jedoch die Hiobsbotschaft für den Franzosen, der in der Boxengasse zu schnell unterwegs gewesen war: Die Rennleitung sprach eine Durchfahrtsstrafe gegen den Techeetah-Fahrer aus, die ihn auf Platz fünf zurückwarf. Gegen Rennende verlor Vergne weitere Positionen - vermutlich weil er früh zu viel Energie verbraucht hatte - und landete auf einem enttäuschenden achten Platz. Der Sieg wäre für ihn realistisch möglich gewesen.

Probleme bei Boxenstopps

Die Boxenstopps zur Rennmitte brachten Bewegung in die Rangfolge. Während Rosenqvist und Vergne ohne Probleme wieder auf die Strecke zurückkamen, ereilte den zu diesem Zeitpunkt Viertplatzierten Piquet ein Problem. Er fiel zurück auf Platz 18 und verlor wie schon in Hongkong ohne Eigenverschulden eine Spitzenplatzierung. Auch Maro Engel schaffte es rundenlang nicht mehr aus der Box heraus. Am Ende ging der Deutsche noch mal auf die Strecke, um sich die schnellste Rennrunde zu holen, jedoch ohne Erfolg.

Diese und den damit verbundenen Meisterschaftspunkt schnappte sich letzlich Loic Duval. Der Franzose hatte sich die linke Hälfte seines Frontflügels abgerissen. Dragon holte ihn an die Box, um sein Auto auf maximalen Anpressdruck abzustimmen. Der Plan ging auf: Duval holte die absolute Bestzeit in allen drei Sektoren und ließ Engel und Antonio Felix da Costa, der nach einem technischen Problem dasselbe versuchte, hinter sich.

Dadurch, dass Buemi eine Runde später als Rosenqvist an die Box gekommen war, standen ihm in der zweiten Rennhälfte rund acht Prozent mehr Akku zur Verfügung. In der Konsequenz holte der Schweizer mit riesigen Schritten auf und entriss Rosenqvist nach knapp 40 Minuten die Führung. Anschließend fuhr Buemi seinen zweiten Saisonsieg im zweiten Rennen sicher nach Hause, während sich Bird ebenfalls noch Rosenqvist schnappte.

Den FanBoost hatte neben Buemi und di Grassi erstmals überhaupt auch Daniel Abt erhalten. Ob und wann der Kemptener seine Extraleistung zündete, wurde jedoch nicht ersichtlich. Buemi nutzte seinen FanBoost für die Aufholjagd auf Rosenqvist.

Mit Blick auf das Gesamtklassement konnten sich Buemi und e.dams weiter absetzen. Bei den Fahrern liegt weiterhin di Grassi auf Rang zwei. Neuer Vierter ist Rosenqvist, bester Deutscher bleibt Nick Heidfeld auf Rang sechs. In der Teamwertung ist Mahindra punktetechnisch mit dem zweitplatzierten ABT-Team gleichgezogen. ABT hat jedoch einen zweiten Platz mehr auf dem Konto. Das einzig verbliebene Team ohne Punkte ist nach dem Marrakesh ePrix Jaguar. Das nächste Formel-E-Rennen findet nach einer (viel zu) langen Winterpause am 18. Februar in Buenos Aires statt.

Das provisorische Ergebnis des Marrakesh ePrix

Foto: Renault e.dams

Mahindra-Rookie Felix Rosenqvist hat sich in seinem zweiten Formel-E-Qualifying sensationell die Pole-Position von Marrakesch geholt. Mit einer beeindruckenden Performance ließ er den amtierenden Meister im überlegenen Renault-e.dams um 37 Hundertselsekunden hinter sich. Das vorrangige Gesprächsthema jedoch: Jean-Eric Vergne, der die Gruppenphase gewonnen hatte, fuhr nicht rechtzeitig aus der Boxengasse, weil ihm sein Team Techeetah funkte, er solle noch warten. Dann lief die Zeit ab, und der Favorit auf die Pole-Position musste aussteigen. Er rollte auf dem Auto sitzend rückwärts zur Box zurück.

"Ich habe am Funk gefragt, ob ich nicht los muss", erklärt ein sichtlich frustrierter Vergne. "Sie sagten mir, nein, ich müsse noch eine Minute warten. Ich habe gedacht: Okay, die Leute wissen schon, was sie tun, sie haben die Computer und alles zur Verfügung." Warum Techeetah den richtigen Zeitpunkt verpasste, ist unklar. Ein technisches Problem im Auto lag offenbar nicht vor.

"Ich werde jetzt nicht mit dem Team darüber sprechen, denn wir müssen uns auf andere Sachen konzentrieren", sagt Vergne, der sich sicher war, Rosenqvist schlagen zu können: "Wir haben drei Punkte weggeworfen, aber von Platz fünf kann ich immer noch gewinnen. Wir müssen diesen Fehler vergessen."

Felix Rosenqvist ist umso glücklicher über seine erste Formel-E-Pole und die damit verbundenen drei Meisterschaftspunkte: "Es ist absolut fantastisch, auf Pole-Position zu stehen. Das Auto war einfach perfekt, danke an das Team. Es wird allerdings kein einfaches Rennen, ich werde alles geben."

Ein entscheidender Faktor während der Gruppenphase war die Strecke, die sich im Laufe der Session stetig verbesserte. "Es ist recht viel Sand auf der Strecke, deshalb ist es hier am Anfang einer Session immer ziemlich schwierig", sagt Nico Prost, der nur Siebter wurde. Sein Teamkollege Buemi stimmt ihm zu: "Die Strecke wird (während einer Session) immer schneller." Somit hatten die Piloten der ersten Gruppe einen klaren Nachteil, der sich mit jeder Gruppe weiter nivellierte.

Das war jedoch nicht der einzige Grund, warum Pole-Kandidat Lucas di Grassi im schnellen ABT-Auto nur auf Startplatz zwölf landete. Der Sieger des 1. Freien Trainings leistete sich einen Fehler auf seiner schnellen Runde, die schlicht zu langsam für die Super-Pole war. "Ein kleiner Fehler hat mich ein paar Zehntel gekostet, und die zählen hier eine Menge, so eng, wie das Feld zusammenliegt", sagt di Grassi.

Die Geheimfavoriten

Möglich wäre die Pole-Position auch für Sam Bird gewesen, der letztlich auf Startplatz vier kam. Auch der Brite hatte nach seinem Unfall im Training einen kleinen Fehler in seiner schnellen Runde, ohne den es vielleicht gereicht hätte. "Ich weiß genau, wo ich die Zeit habe liegen lassen", sagt Bird. Der Virgin-Fahrer hat wie auch Buemi und Vergne alle Chancen auf den Sieg.

Bemerkenswert war abermals die Leistung von Nelson Piquet jr. Nach seiner Pole-Position von Hongkong schaffte es der NextEV-Fahrer wiederholt in die Super-Pole, wo er sich dann aber zwei gröbere Fehler leistete. "Sorry Jungs, ich habe es ein bisschen übertrieben", funkte Piquet noch während seiner Auslaufrunde.

Für die Deutschen lief es durchschnittlich: Daniel Abt verpasste die Super-Pole als Sechster nur um Haaresbreite. Nick Heidfeld kam auf Position elf. Venturi-Pilot Maro Engel geht von Platz 14 ins Rennen. Wie schon in Hongkong schaffte er es, seinen Teamkollegen Stephane Sarrazin zu schlagen.

Das Rennen verspricht durch die interessante Startreihenfolge und den anspruchsvollen Kurs jede Menge Spannung. Start ist um 17 Uhr deutscher Zeit. Eurosport zeigt ab 16:30 Uhr zunächst eine Zusammenfassung der Qualifikation, dann den Marrakesh ePrix. Das Rennen könnt ihr wie gewohnt auch bei uns im Live-Ticker verfolgen.

Das Ergebnis der Super-Pole:

Das Ergebnis der Gruppenphase:

Lucas di Grassi hat sich mit einer einzigen Fabelrunde in letzter Minute die Bestzeit im 1. Freien Training von Marrakesch gesichert. Durch eine Rundenzeit von 1:21.923 Minuten verwies der ABT-Fahrer die beiden Renault-e.dams von Nicolas Prost und Sebastien Buemi auf die Plätze zwei und drei. Die Top 5 komplettierten Jean-Eric Vergne im Techeetah und Antonio Felix da Costa (Andretti).

Insgesamt war es eine eher gesittete Session. Schwerer Unfälle blieben aus. Allerdings spulten die Fahrer auch fast alle Runden im Rennmodus bei 170 kW ab. Im 2. Freien Training dürfte es bei voller Leistung (200 kW) schon wilder zugehen.

Für ein bisschen Kontakt mit der Streckenbegrenzung sorgte jedoch Jose Maria Lopez. Zunächst verlor er seinen Virgin am Kurvenausgang und schlitterte mit der rechten Flanke an der Mauer entlang. Sowohl Frontflügel, Seitenkasten und Räder nahmen leichten Schaden. Kurz vor dem Ende muss der Argentinier abseits der Kameras erneut die Mauer berührt haben, denn abermals rollte er mit einem leichten Schaden hinten rechts zurück an die Box.

Darüber hinaus kam es zu zahlreichen Verbremsern und einigen Drehern. Vor allem beim Anbremsen in die langgezogene Kurve 1 hinein hatten mehrere Fahrer Schwierigkeiten. So drehten sich sowohl Felix Rosenqvist (Mahindra) als auch Mitch Evans (Jaguar), konnten anschließend aber weitermachen.

Bei der Jagd um die Bestzeit gab es während des Trainings zahlreiche Verschiebungen in den Top 5. Immer mit dabei: die beiden e.dams von Buemi und Prost, Rosenqvist, Vergne und Daniel Abt. Der landete am Ende allerdings nur auf Platz zwölf. Nur einer war in 45 Minuten nie vorn dabei - Lucas di Grassi.

Die Favoriten beim Marrakesh ePrix sind nach der ersten Session somit e.dams, ABT, Techeetah und Mahindra. Auch NextEV zeigte über weite Strecken erneut einen klaren Aufwärtstrend. Letztlich blieben Nelson Piquet jr. und Oliver Turvey aber nur die Plätze neun und 13. In Hongkong war der chinesische Rennstall in die erste Startreihe gefahren, hatte im Rennen aber abgebaut.

Um 11:30 Uhr geht es in Marrakesch mit dem FP2 weiter - wie immer bei uns im Live-Ticker.

Das Ergebnis des FP1

FahrerTeamZeit
Felix RosenqvistTeam Logo Mahindra Racing1:21.509
Sebastien BuemiTeam Logo Nissan e.dams1:21.546
Sam BirdTeam Logo Virgin Racing1:21.686
Nelson Piquet jr.Team Logo NIO1:23.879
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TeamPunkteRundenGesamtzeitPers. BestzeitStartplatzPLATZ-VERÄND.Pole-PositionSchnellste RundeFanBoostAusfall
Team Logo Nissan e.dams253347:40.8401:23.6637FanboostPlatzhalter
Team Logo 183347:43.2971:24.1732Platzhalter
Team Logo Mahindra Racing183347:48.0351:24.5791Platzhalter
Team Logo Nissan e.dams123347:52.4261:24.2126Platzhalter
Team Logo Audi103347:54.6111:24.34012FanboostPlatzhalter
Team Logo Audi83347:59.0731:24.2195FanboostPlatzhalter
Team Logo NextEV NIO63348:02.5501:24.7518Platzhalter
Team Logo DS Techeetah43348:08.8511:24.5354Platzhalter
Team Logo Mahindra Racing23348:14.5391:24.86111Platzhalter
Team Logo 13348:14.7031:24.69013Platzhalter
Team Logo MS Amlin Andretti03348:17.9321:24.6759Platzhalter
Team Logo Venturi03348:21.5231:25.26015Platzhalter
Team Logo Faraday Future Dragon Racing03348:22.8741:24.94617Platzhalter
Team Logo Jaguar Racing03348:29.8661:24.90620Platzhalter
Team Logo DS Techeetah03348:31.2731:25.40218Platzhalter
Team Logo NextEV NIO03348:56.2921:25.0913Platzhalter
Team Logo Jaguar Racing03247:55.2841:24.98216Platzhalter
Team Logo Faraday Future Dragon Racing13048:51.1461:22.60019Platzhalter
Team Logo Venturi02649:11.0671:23.16414
Team Logo MS Amlin Andretti02135:23.3851:23.08810