Mexiko-Stadt ePrix (03.03.2018)

Rennen
Super-Pole
Qualifying
2. Freies Training
1. Freies Training
 
Ergebnis
Startaufstellung
Bericht
Video
Strafen
GrundStrafe
Reparaturarbeiten am InverterRückversetzung um 10 Plätze in der Startaufstellung
GetriebewechselRückversetzung um 10 Plätze in der Startaufstellung
GetriebewechselRückversetzung um 10 Plätze in der Startaufstellung
Mindestgewicht unterschrittenLöschung der Super-Pole-Zeit
Unsafe ReleaseDurchfahrtsstrafe
Fahrer
Lucas di Grassi
Sam Bird
Alex Lynn
Antonio Felix da Costa
Andre Lotterer

Daniel Abt hat den fünften Saisonlauf der Formel E in Mexiko-Stadt gewonnen. Der Deutsche setzte sich souverän gegen seine Widersacher durch und sicherte nach seiner Disqualifikation von Hongkong endlich den ersten deutschen Sieg in der Geschichte der Elektroserie. Gleichzeitig ist es der erste Triumph für Audi als Werksteam. "Ich hoffe, wir können ihn diesmal behalten", sagte Abt überglücklich und mit einem zwinkernden Auge direkt nach dem Rennen.

Zweiter wurde nach einer ebenfalls starken Vorstellung Oliver Turvey im NIO - das erste Podium für den Briten in der Formel E. Er konnte sich bis zum Ende gegen Sebastien Buemi erwehren, der seinerseits Dritter wurde und erneut wichtige Punkte aus Mexiko mitnahm. Der Meisterschaftsführende, Jean-Eric Vergne, beendete das Rennen als Fünfter im "Jaguar-Sandwich" zwischen Nelson Piquet jr. und Mitch Evans. Der Franzose baute seine Gesamtführung damit aus, weil seine beiden Titelrivalen Felix Rosenqvist und Sam Bird am Ende des Feldes landeten.

Beim Start lief zunächst alles reibungslos. Rosenqvist behauptete seine Führung, während di Grassi seine Aufholjagd vom letzten Platz mit einem Überholmanöver begann. In Kurve 3 kam es zu den ersten heftigeren Berührungen, woraufhin Teile durch die Luft flogen. Trotzdem nahm kein Auto größeren Schaden. Im Stadion, also nur wenige Kurven später, gerieten die beiden Dragon-Piloten aneinander: Jose Maria Lopez setzte sich nach Lackaustausch gegen Jerome d'Ambrosio durch.

Gleich zu Beginn schnappte sich Abt den vierten Platz von Antonio Felix da Costa und heftete sich (für zahlreiche Runden) an die Fersen von Buemi. Weiter hinten fiel Maro Engel weit zurück. Außerdem kämpften sich die beiden Jaguar Stück für Stück nach vorn. In Kurve 6 startete Vergne schließlich einen Angriff auf Felix da Costa und drängte den Portugiesen von der Strecke. Vergne ging vorbei, und auch Piquet konnte mit durchschlüpfen.

Dann der Schockmoment des Rennens: Der bis dahin souverän in Führung liegende Rosenqvist blieb in Kurve 17 stehen und musste seinen Mahindra neu starten. Er fiel dadurch ans Ende des Feldes zurück. In den folgenden Runden blieb der Schwede noch mehrmals stehen - selbst in seinem zweiten Auto nach einem vorgezogenen Boxenstopp. In Runde 34 gab er endgültig auf. Doch es kam noch schlimmer für Mahindra, das bis dahin führende Team in der Meisterschaft, denn auch Heidfeld fiel in Runde 27 aus. Keine Punkte im Rennen für die Inder.

Buemi zeigt Nerven, Abt nutzt seine Chance

Kurz vor Rennmitte leistete sich Renault-Fahrer Buemi einen kleinen Fehler, der ihn womöglich den Sieg kostete. Der Schweizer verbremste sich minimal vor Kurve 1, sodass er eine weitere Linie nehmen musste. Abt nutzte seine Chance und ging innen vorbei. Der Kemptener hatte von nun an nur noch den Führenden Turvey vor sich. Doch auch dieses Problem sollte sich mehr oder weniger von allein lösen, denn Abt ging in der Box am Briten vorbei. "Wir haben etwas Zeit beim Autowechsel verloren, das ist natürlich schade", erklärte Turvey nach dem Rennen, der mit Platz zwei aber trotzdem zufrieden war.

Beim Boxenstopp ging zudem Vergne an Buemi vorbei und übernahm dessen dritten Platz. Die Freude währte jedoch nicht lange, denn Buemi attackierte den Techeetah-Piloten mithilfe des FANBOOST, den er neben di Grassi und Rosenqvist gewonnen hatte. Der Vizemeister ging vorbei und machte folglich bis zum Rennende Druck auf Turvey - sollte aber nicht vorbeikommen.

Probleme ereilten beim Boxenstopp auch Andre Lotterer. Zwar machte der Deutsche zunächst einen Platz gut, doch beim Losfahren fuhr er einen seiner Techeetah-Mechaniker an, woraufhin die Rennleitung eine Durchfahrtsstrafe wegen "Unsafe Release" gegen ihn verhängte. Dadurch viel Lotterer vom siebten auf den 13. Platz zurück und blieb somit punktlos.

Während Abt seinen Vorsprung an der Spitze verwaltete und bis zum Rennende sogar auf knapp 6,4 Sekunden ausbaute, sorgte sein Teamkollege weiter hinten im Feld für die Show. Erst kollidierte er mit Lopez und drehte sich in Kurve 1, später geriet er offenbar noch mit Engel aneinander, woraufhin der Deutsche von Platz 10 aus weit zurückfiel. Di Grassi schnappte sich in der letzten Runde auch noch Alex Lynn, wurde Neunter und holte somit endlich seine ersten Punkte in dieser Saison - trotz letztem Startplatz, 5-Sekunden-Zeitstrafe und Dreher. "Mein bestes Formel-E-Rennen", twitterte der Champion nach dem Rennen.

Wenige Minuten vor dem Ende überholte Piquet noch Vergne und sicherte sich und seinem Jaguar-Team somit die nächsten wichtigen Punkte. Außerdem gerieten Prost und Bird heftiger aneinander. Bird stach in Kurve 3 innen hinein, es kam zum Kontakt. Dabei nahm offenbar die vordere rechte Aufhängung von Prost Schaden. Der Franzose musste an die Box kommen und sein Auto abstellen - sein insgesamt erst dritter Ausfall in der Formel E.

Der große Gewinner des Tages heißt ohne Zweifel Daniel Abt, weil er in der Gesamtwertung den größten Sprung machte und nun Sechster ist. Doch auch Vergne konnte seine Führung weiter ausbauen und davon profitieren, dass seine direkten Konkurrenten schwächelten. Gleichzeitig konnte Buemi den Anschluss zum Spitzentrio herstellen. In der Teamwertung hat sich Techeetah die Führung von Mahindra zurückgeholt, während Jaguar Platz drei von Virgin übernommen hat. Audi belegt nun den sechsten Rang. NIO kletterte vom letzten auf den achten Platz.

Das nächste Formel-E-Rennen findet bereits in zwei Wochen, am 17. März, in Punta del Este (Uruguay) statt.

Foto: Shivraj Gohil / Spacesuit Media

Das provisorische Rennergebnis

Formel-E-Fahrer Felix Rosenqvist hat sich die Pole-Position von Mexiko gesichert. Der Mahindra-Pilot setzte sich in einer vom Ergebnis her ziemlich überraschenden Qualifikation durch und verschaffte sich eine hervorragende Ausgangsposition, da all seine direkten Konkurrenten um die Meisterschaft Federn ließen. Die Sensation des Qualifyings jedoch: BMW-Werksfahrer Antonio Felix da Costa schnappte sich im Andretti den zweiten Startplatz, den er letztlich aber noch verlieren sollte. Nicht minder bemerkenswert: Oliver Turvey im NIO kam auf Position drei. Bester Deutscher war Daniel Abt, der letztlich als Fünfter ins Rennen gehen wird.

Gruppe 1 hatte es in Mexiko mal wieder schwer, da die permanente Rennstrecke im Herzen der Metropole zu Beginn der Session noch ziemlich staubig war und somit wenig Grip bot. Lucas di Grassi fuhr die zwischenzeitliche Bestzeit, kam damit am Ende aber nur auf Position 12. Durch seine Rückversetzung um zehn Plätze startet der amtierende Meister nicht nur als Letzter, sondern erhält zusätzlich auch noch eine 5-Sekunden-Zeitstrafe für das Rennen, weil er nur acht Positionen seiner Rückversetzung abgelten kann. Doppelt ärgerlich für di Grassi, der in beiden Freien Trainings der schnellste Mann mit dem schnellsten Auto gewesen war. Über Twitter ließ er seinem Frust freien Lauf und betitelte das Gruppensystem des Formel-E-Qualifyings als "nicht fair".

Anschließend kam Gruppe 2 - das führende Quintett in der Meisterschaft. Bemerkenswert: Alle fünf Piloten setzten sich durch und warfen di Grassi bereits frühzeitig aus dem Rennen um die Super-Pole. Als Erster setzte sich Buemi durch, gefolgt von Rosenqvist. Auch Jean-Eric Vergne, Nelson Piquet jr. und Sam Bird kamen zunächst in die Top 5. Am Ende landeten die drei Fahrer jedoch nur auf den Positionen 7, 8 und 9.

In der dritten Gruppe wurde es dann kurios: Völlig überraschend qualifizierte sich Felix da Costa als Dritter für die Super-Pole. Alex Lynn und Oliver Turvey folgten ihm und schoben damit die beiden Meisterschaftsanwärter Vergne (letztlich Startplatz 6) und Bird aus den Top 5. Letzterer muss jedoch wegen eines Getriebewechsels ohnehin zehn Plätze weiter hinten starten. Gleiches gilt für seinen Teamkollegen Lynn, der sich in der späteren Super-Pole eigentlich als Dritter qualifizierte, aber von Platz 13 starten wird.

In Gruppe 4 konnte sich kein weiterer Fahrer durchsetzen. Abt scheiterte mit Platz sechs denkbar knapp, rückt durch die Strafe von Lynn aber noch eine Position vor. Die beiden anderen Deutschen der Gruppe, Nick Heidfeld und Andre Lotterer, kamen auf die Plätze zehn respektive elf, rücken aber ebenfalls beide zwei Positionen vor. Mitch Evans wurde nur 14., Edo Mortara im Venturi gar Letzter.

Beim finalen Shoot-out um die Super-Pole konnte Felix da Costa seine Leistung aus der Gruppenphase tatsächlich noch einmal wiederholen. Er schlug Lynn und Turvey und ließ auch Buemi hinter sich. Nach der Session strich jedoch die Rennleitung die Super-Pole-Zeit des Portugiesen wegen Untergewichts seines Autos. Demnach startet er "nur" als Vierter.

Der Schweizer Buemi verbremste sich auf seiner entscheidenden Runde und wurde überraschend nur Fünfter. Rosenqvist hingegen sicherte sich seine bereits fünfte Pole-Position in der Formel E und die damit verbundenen drei Punkte. Dadurch hat Mahindra schon vor dem Rennen die Gesamtführung von Techeetah übernommen. Der Schwede selbst liegt nur noch zwei Zähler hinter Vergne.

Rennstart beim Mexico City E-Prix ist um 23 Uhr deutscher Zeit. Du kannst das Rennen live im Free-TV bei Eurosport sowie in unserem beliebten Formel-E-Live-Ticker verfolgen. Wenn du bei all den Strafen den Überblick verloren hast, schau dir am besten noch mal in aller Übersicht die Startaufstellung von Mexiko an.

Foto: Shivraj Gohil / Spacesuit Media

Das Ergebnis der Qualifikation

Lucas di Grassi hat das 1. Freie Training zum Mexico City E-Prix für sich entschieden. Mit einer beeindruckenden Rundenzeit von 1:01.158 Minuten unterbot der Audi-Pilot den bisherigen Formel-E-Streckenrekord von Mexiko um mehr als eine Sekunde (1:02.164, Sebastien Buemi, 2017). Allerdings waren nicht viele andere Fahrer mit der vollen Leistung von 200 kW unterwegs, somit dürfte es im zweiten Training enger zugehen. Mit mehr als drei Zehntelsekunden Rückstand folgte Edo Mortara im Venturi auf Platz zwei. Der Meisterschaftsführende Jean-Eric Vergne reihte sich als Dritter vor Mitch Evans und Alex Lynn ein.

Unter der aufgehenden Sonne von Mexiko-Stadt nahmen die Fahrer zunächst eine sehr staubige Strecke unter die Räder. Dementsprechend wurde der Kurs im Sessionverlauf stetig schneller. Audi meldete schon frühzeitig Ansprüche auf die Spitze an: Mehrfach verdrängten sich di Grassi und Teamkollege Daniel Abt gegenseitig von Platz 1. Wie erwartet scheint Audi auf der (einzigen) permanenten Rennstrecke Autodromo Hermanos Rodriguez sehr gut klarzukommen.

Insgesamt passierte in den ersten 45 Minuten des Rennsamstags verhältnismäßig wenig. Einige Verbremser führten hin und wieder dazu, dass Fahrer den Notausgang von Kurve 1 nehmen oder die Schikanen abkürzen mussten. Neben einigen rasanten Drifts sorgte Luca Filippi im Baseball-Stadion für den wohl spektakulärsten Moment: Er drehte sich mit seinem NIO, schlug aber nicht an. Unfälle blieben aus.

Vor dem 2. Freien Training sind die Kräfteverhältnisse abermals sehr ausgeglichen. Audi, Techeetah, Virgin, Mahindra, e.dams und Jaguar stritten sich die ganze Session hindurch um die Spitzenplätze. Und auch Jose Maria Lopez (Dragon) sowie Edo Mortara (Venturi) sind in Schlagdistanz.

Foto: Lou Johnson / Spacesuit Media

Das Ergebnis des 1. Freien Trainings

FahrerTeamZeit
Felix RosenqvistTeam Logo Mahindra Racing1:01.645
Alex LynnTeam Logo Virgin Racing1:02.014
Oliver TurveyTeam Logo NIO1:02.172
Sebastien BuemiTeam Logo e.dams1:02.510
Pos
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TeamPunkteRundenGesamtzeitPers. BestzeitStartplatzPLATZ-VERÄND.Pole-PositionSchnellste RundeFanBoostAusfall
Team Logo Audi Sport ABT Schaeffler254750:45.1641:03.1545Platzhalter
Team Logo NIO1847 50:51.5621:03.1222Platzhalter
Team Logo Renault e.dams154750:51.7791:03.1083FanboostPlatzhalter
Team Logo Panasonic Jaguar Racing124750:52.1791:02.7097Platzhalter
Team Logo Techeetah104750:52.7101:03.2846Platzhalter
Team Logo Panasonic Jaguar Racing84750:54.2141:02.90712Platzhalter
Team Logo MS&AD Andretti64751:02.3211:03.2844Platzhalter
Team Logo Venturi44751:11.6751:03.33018Platzhalter
Team Logo Audi Sport ABT Schaeffler34751:14.3721:02.20220FanboostPlatzhalter
Team Logo DS Virgin Racing14751:14.6791:03.79310Platzhalter
Team Logo Dragon Racing04751:15.5821:03.13114Platzhalter
Team Logo Dragon Racing04751:17.0231:03.16213Platzhalter
Team Logo Techeetah04751:21.3701:03.1749Platzhalter
Team Logo NIO04751:23.5001:03.32817Platzhalter
Team Logo MS&AD Andretti047 51:23.7561:03.29816Platzhalter
Team Logo Venturi04751:29.8531:03.01711Platzhalter
Team Logo DS Virgin Racing04751:30.1461:03.90719Platzhalter
Team Logo Renault e.dams03639:39.6651:03.01315
Team Logo Mahindra Racing33439:05.0461:03.5011Fanboost
Team Logo Mahindra Racing02731:24.654 1:03.9618