Punta del Este ePrix (17.03.2018)

Rennen
Super-Pole
Qualifying
2. Freies Training
1. Freies Training
 
Ergebnis
Startaufstellung
Bericht
Video
Strafen
GrundStrafe
Keine feuerfeste Unterwäsche getragen10.000-Euro-Geldstrafe + 3 Strafpunkte
Zu schnell unter roter FlaggeRückversetzung um 3 Plätze in der Startaufstellung + 4 Strafpunkte
Verursachen einer roten Flagge im QualifyingRundenzeit aus dem Qualifying gestrichen, Rückversetzung ans Ende der Startaufstellung
Streckengrenzen überschrittenRundenzeit aus Super-Pole gestrichen
Streckengrenzen überschrittenRundenzeit aus Super-Pole gestrichen
Streckengrenzen überschrittenRundenzeit aus Super-Pole gestrichen
Unzulässige GewichtsverteilungRundenzeiten aus Qualifying und Super-Pole gestrichen
Mindestdruck der Reifen unterschrittenRundenzeit aus dem Qualifying gestrichen
Getriebewechsel, RESS-WechselRückversetzung um 10 Plätze in der Startaufstellung
Ergänzung zu unzureichender Strafversetzung10-Sekunden-Zeitstrafe beim Boxenstopp
GetriebewechselRückversetzung um 10 Plätze in der Startaufstellung
Ergänzung zu unzureichender Strafversetzung5-Sekunden-Zeitstrafe
Fahrer
Lucas di Grassi
Luca Filippi
Nick Heidfeld
Lucas di Grassi
Alex Lynn
Oliver Turvey
Mitch Evans
Jose Maria Lopez
Nicolas Prost
Nicolas Prost
Tom Blomqvist
Tom Blomqvist

Jean-Eric Vergne hat den Punta del Este E-Prix der Formel E gewonnen. In einem extrem spannenden Rennen behauptete er sich über die gesamte Distanz gegen Audi-Pilot Lucas di Grassi, der sich bei diversen Angriffen die Zähne am Meisterschaftsführenden ausbiss. Das Podium komplettierte Sam Bird im DS Virgin. Vierter wurde Mitch Evans nach abermals grandioser Aufholjagd im Jaguar vor Felix Rosenqvist (Mahindra).

Am Start und in den ersten Runden ging es noch gesittet zu. Jean-Eric Vergne im Techeetah behauptete seine Pole-Position, die er kurz vor dem Rennen von Lucas di Grassi geerbt hatte, nachdem alle vier Super-Pole-Teilnehmer vor ihm strafversetzt worden waren (!). Der Franzose führte das Feld demnach souverän an, und auch hinter ihm gab es keine Positionsveränderungen.

Schon frühzeitig folgte der nächste Schock für Nick Heidfeld: Der Mahindra des Deutschen blieb wie schon in Mexiko auf der Strecke und ließ sich nicht mehr starten. Das erneute Aus für Heidfeld. Die Rennleitung bat das Safety-Car auf den Kurs, damit die Streckenposten das Auto aus der Gefahrenzone schieben konnten.

Knapp hinter den Top 5 entwickelten sich in der Folge rasante Duelle. Lotterer verlor einige Plätze in direkten Zweikämpfen - unter anderem gegen Bird und Buemi, die sich stetig vorarbeiteten. Die beiden gerieten auch mehrfach selbst aneinander. Schließlich machte Buemi einen entscheidenden Fehler: In einer langgezogenen Kurve kam er ins Rutschen und schlug mit dem linken Hinterrad an der Mauer an. Seine Spurstange brach, und er musste schon früh das Auto wechseln. Am Ende nur Platz 18 für Buemi.

Abt verliert potenzielles Podium durch losen Sicherheitsgurt

Derweil kämpfte sich Daniel Abt von Platz 5 nach vorn. Zunächst überholte er Oliver Turvey, dann nahm er die Fährte von Alex Lynn auf. Als alle Fahrer zum Boxenstopp kamen, ging Abt durch einen schnellen Fahrzeugwechsel am Briten vorbei. Nach ein paar Kurven war jedoch schnell klar: Der Boxenstopp war ein bisschen zu schnell. Statt des nächsten Podiumsergebnises musste Abt nur eine Runde später zurück an die Box kommen, um sich richtig anschnallen zu lassen. Die Mechaniker hatten seine Sicherheitsgurte nicht richtig geschlossen.

Auch Bird machte beim Autowechsel eine Position gegen seinen Teamkollegen Lynn gut. Allerdings kam es beinahe zur Kollision. Warum die Rennleitung den Vorfall zwischen den beiden Virgin-Fahrer nicht einmal auf "Unsafe Release" untersuchte, wie es richtigerweise auch bei Daniel Abt der Fall war, bleibt fraglich. Beim Boxenstopp profitierten zudem Rosenqvist und Evans, die sich immer weiter durch das Feld nach vorn arbeiteten.

Dann wurde er turbulenter an der Spitze. Di Grassi, der quasi das gesamte Rennen im direkten Windschatten von Vergne fuhr, startete einen ersten harten Angriff. Auf der Außenbahn versuchte er es in Kurve 17 hinein, doch Vergne blieb standhaft und machte sich breit. Di Grassi drehte sich beinahe, bekam die Kurve aber noch - etwas Zeit zum Durchatmen für Vergne.

Ein bisschen weiter hinten machte Evans auf sich aufmerksam. Zunächst schnappte sich der Jaguar-Pilot Felix Rosenqvist, obwohl dieser seinen FANBOOST zündete, den er neben Daniel Abt und Sebastien Buemi gewonnen hatte. Anschließend machte er Jagd auf Lynn, den er ebenfalls überholen konnte. Erneut bewies Evans, dass er zu den Topfahrern der Formel E zählt: Von Platz 16 gestartet kam er als Vierter ins Ziel. Der erste Sieg für den Neuseeländer rückt immer näher.

In den letzten Runden stand nur noch das Duell um den Sieg im Fokus. Di Grassi startete noch einige wütende Angriffe, doch Vergne verteidigte sich clever. In Kurve 20 war di Grassi sogar einmal neben dem Franzosen, konnte sich auf der Start- und Zielgeraden aber nicht durchsetzen. Am Ende rettete Vergne seinen knappen Vorsprung ins Ziel. Es war der zweite Saisonsieg für den Franzosen, der mittlerweile ein bemerkenswertes Punktepolster an der Spitze der Fahrerwertung hat. Jean-Eric Vergne ist zur Halbzeit der vierten Formel-E-Saison auf Titelkurs.

Das nächste Formel-E-Rennen findet am 14. April in Rom statt.

Foto: FIA Formula E

Lucas di Grassi hat sich die Pole-Position von Punta del Este gesichert. Der Brasilianer in Diensten von Audi setzte sich trotz der benachteiligten Quali-Gruppe 1 als Zweiter in der Gruppenphase durch und legte in der Super-Pole sogar noch eine Schippe drauf. Am Ende lieferte er in 1:13.948 Minuten die schnellste Rundenzeit der Qualifikation und distanzierte den Zweitplatzierten Alex Lynn im Virgin um mehr als zwei Zehntelsekunden. Der Meister ist zurück.

Punta del Este stellte sich einmal mehr als Schlachtfeld in Form einer Rennstrecke dar, denn die schnellen Schikanen verlangten den Fahrern alles ab. So kam es zu diversen Unfällen und Mauerkontakten, die glücklicherweise allesamt glimpflich ausgingen. Aber der Reihe nach...

In Gruppe 1 waren alle Augen auf Formel-E-Champion di Grassi gerichtet, und dieser hielt dem Druck stand. Obwohl die Gripverhältnisse in Gruppe 1 - gerade durch den Sand vom nahegelegenen Strand - immer etwas schlechter sind als in den Folgegruppen, lieferte der Audi-Fahrer eine hervorragende Runde ab, die ihn locker in die Super-Pole bringen sollte. Maro Engel machte ebenfalls einen ordentlichen Job im Venturi und landete am Ende der Session auf Startplatz 9.

In der zweiten Gruppe überzeugte vor allem Alex Lynn. Der Brite war in den Sektoren 1 und 3 der Schnellste seines Quintetts und beendete belegte Rang zwei. Auch Andre Lotterer zeigte keine Nerven und schloss sich als Dritter an. An di Grassi kamen beide jedoch nicht vorbei. Dann der erste Unfall: Nico Prost war bereits am Eingang der Schikane innen angeschlagen, dann zerstörte er sich am Poller den Frontflügel. Letztlich krachte er im 45-Grad-Winkel mit hoher Geschwindigkeit in die Wand. "Es war gar nicht so schlimm", beruhigte Prost nach der Session. Trotzdem könnten Monocoque und auch Getriebe seines Renault Schaden genommen haben.

In Gruppe 3 legte zunächst Daniel Abt mit einer mittelmäßigen Runde vor, wurde aber schon wenig später von Oliver Turvey und Mitch Evans überholt, die jeweils alles aus ihren Autos herausholten. "Endlich mal ein Qualifying ohne Probleme", sagte Evans kurz darauf. "Ich habe die Mauer zwar ein bisschen touchiert, bin aber in jedem Fall in einer ganz ordentlichen Position für das Rennen." Ein bisschen heftiger nahm Nick Heidfeld Kontakt mit der Streckenbegrenzung auf: Der Deutsche erwischte Kurve 17 nicht richtig und landete mit der Front seines Mahindra in der TECPRO-Barriere. Die Session musste mit roten Flaggen unterbrochen werden. Edo Mortara, der seine schnelle Runde daraufhin abbrechen musste, bekam noch einen zweiten Versuch, den er aber nicht nutzen konnte.

Vergne landet nächsten Big Point

Zum Abschluss der Gruppenphase fuhren die besten fünf Piloten der Meisterschaft auf den Straßenkurs, doch die meisten von ihnen ließen überraschend Federn. Zuerst kam Sam Bird nicht an die Top 5 heran - am Ende nur Startplatz 10 für ihn. Dann folgte Quali-Star Felix Rosenqvist, der sich jedoch schon früh einen Fehler leistete und letztlich nur Position 14 erreichte - ein schwarzer Tag bislang für Mahindra. Diese Chance ließ sich der Gesamtführende Jean-Eric Vergne nicht entgehen: Der Techeetah-Pilot schlug sogar di Grassi und zog als Erster in die Super-Pole ein. Sebastien Buemi kam hingegen nur auf Platz 7.

Kurz vor dem Ende der Gruppenphase passierte jedoch noch der nächste Crash: Nelson Piquet jr. wurde nach Bestzeit im ersten Sektor von einem Randstein ausgehebelt und krachte in die Mauer. Statt einer Topplatzierung startet der Brasilianer im schnellen Jaguar somit aus den hintersten Reihen. Zum ersten Mal seit dem New York E-Prix 2017 haben es demnach Fahrer aus allen vier Gruppen in der Super-Pole geschafft.

Im Shoot-out um die Pole-Position spielte der einzige Poller auf der Strecke die Hauptrolle: Sowohl Turvey als auch Lynn und di Grassi waren zwischenzeitlich "under investigation", weil sie - mal mehr, mal weniger - Kontakt mit dem Plastikpfeiler aufgenommen hatten. "Es wurde im Fahrer-Briefing ganz klar gesagt, dass der Pollar nur zur optischen Orientierung für die Fahrer da ist. Das hat nichts mit Streckenbegrenzung zu tun. Ich habe keine Ahnung, warum das überhaupt untersucht wird", sagte di Grassi leicht gereizt unmittelbar nach Sessionende, denn seine Pole-Position hing derweil am seidenen Faden.

Während Turvey und Evans auf ihren schnellen Runden nicht überzeugen konnten, zauberte Lynn eine weitere Fabelrunde auf den Asphalt, die ihn am Ende auf den zweiten Startplatz führen sollte. Denn Favorit Vergne leistete sich gleich zu Beginn seiner Runde einen Fehler und kam nur auf Rang fünf. Di Grassi hingegen bewies abermals die schiere Pace seines Audi und fuhr souverän die ersten drei Punkte des Wochenendes ein.

Der Punta del Este E-Prix startet um 20 Uhr deutscher Zeit. Du kannst das Rennen entweder live im Free-TV bei Eurosport verfolgen oder in unserem beliebten Formel-E-Live-Ticker.

Foto: Audi Media Center

Das Ergebnis der Qualifikation

Sebastien Buemi hat das 1. Freie Training zum Punta del Este E-Prix gewonnen. Mit einem neuen Streckenrekord (1:14.536 Minuten) ließ er Jaguar-Youngster Mitch Evans und seinen ewigen Rivalen Lucas di Grassi (Audi) hinter sich. Allerdings drehte der Renault-e.dams-Fahrer in den letzten Minuten der Session auf die volle Leistung von 200 kW auf, was den Abstand von vier Zehntelsekunden auf di Grassi erklärt. Trotzdem: Buemi, der bereits die Uruguay-Rennen 2014 und 2015 gewonnen hat, greift erneut nach den Sternen.

Obwohl es erstaunlicherweise nicht zu Unfällen in den schnellen Schikanen von Punta del Este kam, bot das erste Training konstant Unterhaltung. Zahlreiche Fahrer sorgten für spektakuläre Flugeinlagen über die Randsteine - allen voran Jose Maria Lopez im Dragon. Zudem kam es zu einigen Verbremsern und Drehern. Felix Rosenqvist erwischte es in Kurve 8 gleich zweimal, er musste jeweils den Notausgang nehmen. Auch Filippi drehte sich an selber Stelle und kürzte andernorts die Schikane ab. Am Ende erneut der letzte Platz für den NIO-Fahrer - der Druck auf ihn steigt. Buemi beschädigte sich abseits der Kameras seinen Heckflügel und musste zur Reparatur an die Box kommen.

An der Spitze herrschte indes reges Treiben. Audi meldete frühzeitig Anspruch auf die Sptizenplätze an. Zwischenzeitlich lagen Lucas di Grassi und Daniel Abt in Doppelführung. Doch auch andere übernahmen während der Session hin und wieder den ersten Platz. So etwa der Meisterschaftsführende Jean-Eric Vergne im Techeetah oder Sebastien Buemi. Gut eine Viertelstunde vor Schluss brach di Grassi schließlich den bisherigen Streckenrekord von Buemi aus dem Jahr 2015. Wohlgemerkt mit 180 kW, also im Rennmodus.

Erst in den letzten Minuten schalteten wenige Fahrer auf 200 kW hoch. Buemi setzte zunächst die Bestzeit in allen drei Sektoren und holte sich damit seinen Streckenrekord zurück. Dieser liegt nun rund eine halbe Sekunde unterhalb der vorherigen Bestmarke. Kurz vor dem Ende drehten jedoch noch die beiden Jaguar-Piloten auf. Die Bestzeit in Sektor 1 ging an Nelson Piquet jr., der durch einen Fehler in der letzten Kurve jedoch nur Sechster wurde. Den schnellsten zweiten Sektor lieferte Evans ab. Der Neuseeländer war zuvor in der Boxengasseneinfahrt mit einem technischen Fehler stehen geblieben und musste von den Streckenposten an die Box zurückgeschoben werden.

Das 2. Freie Training von Punta del Este beginnt um 14:30 Uhr deutscher Zeit.

Das Ergebnis des 1. Freien Trainings

FahrerTeamZeit
Lucas di GrassiTeam Logo Audi1:13.948
Alex LynnTeam Logo Virgin Racing1:14.189
Mitch EvansTeam Logo Jaguar Racing1:14.640
Oliver TurveyTeam Logo NIO1:14.978
Jean-Eric VergneTeam Logo DS Techeetah1:16.806
Pos
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Pos
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TeamPunkteRundenGesamtzeitPers. BestzeitStartplatzPLATZ-VERÄND.Pole-PositionSchnellste RundeFanBoostAusfall
Team Logo Techeetah283750:43.8091:17.2821Platzhalter
Team Logo Audi Sport ABT Schaeffler183750:44.2561:17.3142Platzhalter
Team Logo DS Virgin Racing153750:46.4201:17.2209Platzhalter
Team Logo Panasonic Jaguar Racing123750:47.8841:17.04116Platzhalter
Team Logo Mahindra Racing103750:48.0331:17.10712FanboostPlatzhalter
Team Logo DS Virgin Racing83750:51.4811:17.2963Platzhalter
Team Logo NIO63750:55.6271:17.747 4Platzhalter
Team Logo Dragon Racing53750:56.4211:16.81118Platzhalter
Team Logo Dragon Racing23751:06.0511:17.03010Platzhalter
Team Logo Venturi13751:10.102 1:17.4948Platzhalter
Team Logo MS&AD Andretti03751:11.144 1:17.57311Platzhalter
Team Logo Techeetah03751:22.5401:17.6797Platzhalter
Team Logo NIO03751:23.7351:17.42715Platzhalter
Team Logo Audi Sport ABT Schaeffler03751:26.9481:17.3815FanboostPlatzhalter
Team Logo Renault e.dams03751:31.0031:17.24119Platzhalter
Team Logo MS&AD Andretti03751:43.1081:17.51920Platzhalter
Team Logo Venturi03650:54.0281:18.42013Platzhalter
Team Logo Renault e.dams02941:16.8151:17.8436Fanboost
Team Logo Panasonic Jaguar Racing02537:35.4641:18.21814
Team Logo Mahindra Racing011:33.41317Platzhalter