Diriyya ePrix (15.12.2018)

Rennen
Qualifying
1. Freies Training
 
Ergebnis
Startaufstellung
Bericht
Video

Antonio Felix da Costa hat das erste Formel-E-Rennen der zweiten Fahrzeug-Generation für sich entschieden. In einem gleichermaßen packenden wie chaotischen Rennen im saudi-arabischen Diriyya behielt der BMW-Fahrer bis zur Ziellinie die Nerven und setzte sich gegen den bärenstarken Meister Jean-Eric Vergne im DS durch. Das Podium vervollständigte Mahindra-Neuling Jerome d'Ambrosio. Mitch Evans (Jaguar) und der Deutsche Andre Lotterer (DS) machten die Top 5 komplett.

Den ersten kleinen Aufreger gab es bereits kurz vor dem Start: Pole-Sitter Felix da Costa fuhr über seine Startposition hinaus und musste den Rückwärtsgang einlegen, um sich immer noch schräg aber regelkonform aufzustellen. Trotzdem konnte der Portugiese Platz 1 am Start verteidigen. Dahinter machte Sebastien Buemi einen Platz gegen Jose Maria Lopez gut und nahm Rang 2 ein. Vergne ging seinerseits am auf Platz 4 gestarteten Stoffel Vandoorne vorbei. Weiter hinten schien Oliver Rowland zu früh losgefahren zu sein - eine Untersuchung blieb jedoch aus.

Noch in der Anfangsphase ging Vergne auch an Lopez vorbei, während sich sein Teamkollege Lotterer durchs Feld kämpfte, den Dragon-Fahrer ebenfalls überholte und zu diesem Zeitpunkt schon Vierter war. Nach etwas mehr als elf Minuten verunfallte Felix Rosenqvist, stellte seinen Mahindra jedoch direkt in der sicheren Auslaufzone ab. Fast zeitgleich holten sich drei Piloten den ersten Attack-Mode der Formel-E-Geschichte: Oliver Turvey, Tom Dillmann und Maximilian Günther.

Für HWA lief es nach einem ordentlichen Qualifying nicht rund beim Debütrennen. Gary Paffett rollte aus und gab das Rennen nach neun Runden auf, während Teamkollege Vandoorne Platz um Platz nach hinten durchgereicht wurde. In der Spitzengruppe machte der amtierende Champion weiter Druck: Vergne schnappte sich zuerst Buemi und heftete sich anschließend an die Fersen des Führenden. Schließlich überholte er Felix da Costa und übernahm die Spitze.

Durchfahrtsstrafen für die Führenden

Nachdem wenig später auch Vergnes DS-Teamkollege Andre Lotterer am Portugiesen vorbeiziehen konnte und der BMW-Mann nur noch auf Platz 3 lag, erreichte das Rennen einen kritischen Wendepunkt: Aufgrund von kurzzeitigem Überschreiten der maximal erlaubten Leistung sprach die Rennleitung Durchfahrtsstrafen gegen Felipe Massa (Venturi), Gary Paffett (HWA), Alexander Sims (BMW) sowie beide DS-Piloten an der Spitze aus.

Die zum Zeitpunkt der Strafe in Führung liegenden DS-Werksfahrer Vergne und Lotterer mussten in der Folge den langsameren Umweg durch die Boxengasse nehmen und verloren somit rund 20 Sekunden. Felix da Costa rutschte erneut an die Spitze des Feldes, die er bis zum Zieleinlauf verteidigen sollte. "Das wäre ein sicherer Doppelsieg geworden", sagte uns Lotterer nach dem Rennen.

Auch Jose Maria Lopez, der seines Zeichens kurz zuvor gemeinsam mit Jerome d'Ambrosio (Mahindra) den ehemaligen Formel-E-Meister Sebastien Buemi überholen konnte, profitierte von der Doppel-Strafe bei DS. Allzu lange währte die Freude über Position 2 jedoch nicht: Nachdem Lopez auf einem hohen Randstein aufsetzte, brach die linke Hinterrad-Aufhängung seines Dragon. Er musste das Rennen wenige Kurven später aufgeben. Um das havarierte Auto von der Strecke zu räumen, rief die Rennleitung zunächst Full-Course-Yellow aus, dann das Safety-Car auf die Strecke.

Hektische Schlussphase

Nach dem Re-Start des Rennens führte Felix da Costa somit vor Jerome d'Ambrosio und Vergne - es sollte ein turbulenter Schlusssprint werden. Alle Fahrer, die noch einen (von zwei) Attack-Mode zur Verfügung hatten, aktivierten ihn zum Ende der Safety-Car-Phase und waren damit im Vorteil. Vergne kämpfte sich mit der Hilfe des Attack-Mode durch das Feld und pflügte schließlich auch am Belgier vorbei. Trotz seiner Durchfahrtsstrafe beendete der Franzose das Rennen dadurch auf Platz 2 - eine wahrlich meisterliche Leistung.

Besonders im Mittelfeld ging es in der Schlussphase hektisch zu. Ein halbes Dutzend Fahrer duellierte sich um Platz 4, darunter beide Nissan-, Audi- und Jaguar-Fahrzeuge sowie Andre Lotterer. Letztlich gingen die heiß umkämpften zwölf Punkte an Jaguar-Mann Mitch Evans, der in Diriyya sein zweitbestes Karriereergebnis feiern konnte. Lotterer wurde vor Buemi, Oliver Rowland, Daniel Abt und Lucas di Grassi Fünfter.

Mit Blick auf die Fahrerwertung hat Antonio Felix da Costa einen fast perfekten Start erwischt: Mit 25 Punkten für den Sieg und drei weiteren Zählern für die Pole-Position liegt er an der Spitze. Bester Deutscher ist Andre Lotterer auf Rang 5, der zehn Punkte für Platz 5 und einen weiteren für die schnellste Runde holte. In der Teamwertung liegt DS Techeetah mit einem Punkt Vorsprung auf BMW ganz vorn. Gleich fünf Teams gingen in Diriyya leer aus, darunter auch HWA.

Nach einer kurzen Weihnachtspause steht bereits in vier Wochen der nächste Lauf der Formel-E-Saison 2018/19 auf dem Plan. Am 12. Januar startet in Marrakesch das zweite Rennen der neuen Saison.

Foto: BMW Motorsport

Das provisorische Rennergebnis zum Diriyya E-Prix

Antonio Felix da Costa hat sich die Pole-Position von Diriyya gesichert. Beim verregneten Formel-E-Auftakt setzte der BMW-Fahrer in 1:17.728 Minuten die schnellste Rundenzeit und holte sich die ersten drei Punkte der neuen Saison. Von Startplatz 2 geht Jose Maria Lopez ins Rennen, hinter ihm folgen Sebastien Buemi, Stoffel Vandoorne und Sam Bird. Audi erwischte in einer chaotischen Session mit mehreren Unfällen einen desaströsen Start.

Aufgrund der regenbedingten Verschiebungen im Zeitplan am Vormittag hatte die Rennleitung das Feld in zwei Gruppen mit je elf Fahrern eingeteilt, die jeweils 15 Minuten Zeit hatte, um sich zu qualifizieren. Die erste Gruppe eröffnete Tom Dillmann, der zunächst lange Zeit als Einziger auf der Strecke fuhr. Fünf Minuten vor dem Ende begann der NIO-Pilot seine 250-kW-Runde. Er setzte eine respektable Zeit, dann jedoch die Meldung der Rennleitung, Dillmann habe das neue Qualifying-Format nicht respektiert und zu viele Runden gedreht. Er wird nach eigener Aussage vom Ende des Feldes starten, wenngleich eine endgültige Entscheidung der Rennleitung aktuell noch aussteht.

Erst nach rund zehn von 15 Minuten kam mit Jose Maria Lopez der zweite Pilot aus der Box. Es folgten nach und nach die übrigen neun Fahrer. Bis zum Ablauf der Zeit kam einzig und allein Antonio Felix da Costa im BMW an Tom Dillmann vorbei. Dritter - durch die Rückversetzung von Dillmann also eigentlich Zweiter - in Gruppe 1 wurde Lopez vor Sebastien Buemi und Sam Bird. Meister Jean-Eric Vergne kam regulär nur auf Position 6, Lucas di Grassi und Daniel Abt gar nur auf die Plätze 9 und 11 in ihrer Gruppe. Ganz unglücklicher Start für Audi.

Mehr Action in Gruppe 2

In der zweiten Gruppe zeichnete sich ein ähnliches Bild ab - nur dass die ersten Fahrer diesmal "schon" nach knapp drei Minuten auf die Strecke gingen. Dann fuhren Gary Paffett und Oliver Rowland aus der Box. Beide brachten keine gute Runde zustande, Rowland touchierte sogar die Wand.  Doch auch die folgenden Piloten konnten keine guten Zeiten setzen. Für Aufsehen sorgte zunächst allein Stoffel Vandoorne, der sich immerhin auf Position 5 einsortierte.

Dann der Schreckmoment für den deutschen Debütanten Maximilian Günther. Der Dragon-Fahrer rutschte mit der linken Frontpartie gegen die Mauer, beschädigte sich das Auto leicht und blieb auf der Strecke stehen. Es folgte eine rote Flagge, die beispielsweise die schnelle Runde von Andre Lotterer unterbrach. Der Deutsche sowie eine Handvoll weiterer Fahrer durften ihre Runden allerdings noch einmal starten.

Auf der schnellen Runde krachte jedoch Felix Rosenqvist mit relativ hoher Geschwindigkeit frontal in die Mauer. Auch die anderen Fahrer konnten sich nicht mehr verbessern. Dies lag allerdings womöglich auch daran, dass an der Unfallstelle ein Streckenposten eine rote Flagge schwenkte, ohne dass die Rennleitung dies ausgegeben hätte. Auch wenn sich die potenziell Benachteiligten sicher beschweren werden, ist ein weiterer Versuch ausgeschlossen, da die Qualifikation regulär mit der karierten Flagge beendet wurde. Rennstart in Diriyya ist um 13:05 Uhr deutscher Zeit.

Das vorläufige Qualifying-Ergebnis

Stoffel Vandoorne hat die erste Session der neuen Formel-E-Saison als Schnellster beendet. Nach der Absage des 1. Freien Trainings und weiteren Verzögerungen im Zeitplan setzte der HWA-Pilot kurz vor Ablauf der Zeit die schnellste Runde. Repräsentativ ist seine Zeit auf der nassen Strecke allerdings nicht, denn zuvor war es zu mehreren Unfällen und Unterbrechungen gekommen. Die Plätze 2 und 3 belegten am Ende des einzigen Trainings Sam Bird und Sebastien Buemi.

Die Session begann zunächst hinter dem Safety-Car, bevor die Rennleitung schließlich grüne Flaggen schwenken ließ. Langsam tasteten sich die Fahrer an die Limits der schwierigen Streckenbedingungen heran. Nach knapp zehn Minuten kam es zum ersten Unfall: Nachdem sich Edoardo Mortara in Kurve 18 bereits verbremst hatte, konnte er seinen Venturi in Kurve 1 nicht mehr abfangen. Er landete in der Mauer und beschädigte die Frontpartie seines Autos. Es folgte eine 17 Minuten (!) lange Unterbrechung durch rote Flaggen.

Als es endlich weiterging - gut zehn Minuten verbleibend -, versuchten sich einige Fahrer im neuen Attack-Mode. Die Rundenzeiten verbesserten sich nach und nach. Wenige Sekunden vor Ablauf der Zeit standen jedoch plötzlich zwei Autos nebeneinander in der Auslaufzone von Kurve 1. Felix Rosenqvist hatte sich verschätzt und war mit der Fahrzeugnase in die Wand gerutscht. Felipe Massa musste ebenfalls geradeaus fahren, um dem havarierten Mahindra auszuweichen. Der Brasilianer kam unbeschadet davon.

Anschließend verbesserte nur noch Vandoorne seine Zeit und setzte sich an die Spitze. Beim anstehenden Qualifying, das bereits 25 Minuten nach dem Freien Training stattfindet, gibt es diesmal nur zwei Gruppen - alles anders in Diriyya.

Pos
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
Pos
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
TeamPunkteRundenGesamtzeitPers. BestzeitStartplatzPLATZ-VERÄND.Pole-PositionSchnellste RundeFanBoostAusfall
Team Logo BMW i Andretti Motorsport283346:29.3771:13.2651FanboostPlatzhalter
Team Logo DS Techeetah183346:29.8391:12.7505Platzhalter
Team Logo Mahindra Racing153346:33.410 1:13.8306Platzhalter
Team Logo Panasonic Jaguar Racing123346:34.760 1:13.4278Platzhalter
Team Logo DS Techeetah113346:34.9561:12.5917Platzhalter
Team Logo Nissan e.dams83346:36.002 1:13.3973Platzhalter
Team Logo Nissan e.dams63346:38.4821:14.02614Platzhalter
Team Logo Audi Sport ABT Schaeffler43346:39.196 1:14.30111FanboostPlatzhalter
Team Logo Audi Sport ABT Schaeffler23346:40.313 1:13.914 18FanboostPlatzhalter
Team Logo Panasonic Jaguar Racing13346:40.9411:14.80315Platzhalter
Team Logo Envision Virgin Racing03346:41.1241:14.307 19Platzhalter
Team Logo Envision Virgin Racing03346:41.566 1:13.73520Platzhalter
Team Logo 03346:42.4811:14.34321Platzhalter
Team Logo 03346:43.650 1:13.20522Platzhalter
Team Logo Geox Dragon03346:45.5381:14.01816Platzhalter
Team Logo HWA Racelab03346:49.390 1:14.8504FanboostPlatzhalter
Team Logo 03347:12.9871:13.95012FanboostPlatzhalter
Team Logo BMW i Andretti Motorsport03347:17.0891:13.60410Platzhalter
Team Logo 03247:03.9221:14.54713Platzhalter
Team Logo Geox Dragon02532:19.4051:14.3062
Team Logo HWA Racelab0912:19.4791:16.6549
Team Logo Mahindra Racing0811:01.0721:16.11317